Die UEFA lehnte den Antrag des irischen Fußballverbands ab, künftig keine Spiele gegen Israel mehr austragen zu müssen.
Der europäische Fußballverband UEFA hat einen Antrag des irischen Fußballverbands (FAI) abgelehnt, künftige Begegnungen zwischen Irland und Israel zu vermeiden. Dies teilte FAI-Geschäftsführer David Courell am Freitag mit und wies darauf hin, dass die beiden Länder nie in einem »direkten Konflikt« gestanden hätten. Courell erklärte, der Antrag seines Verbands sei gestellt worden, nachdem Irland in der UEFA Nations League das Los zuteilwurde, gegen Israel zu spielen.
Die UEFA erklärte später, dass von Fall zu Fall Entscheidungen getroffen würden, Nationalmannschaften nicht gegeneinander antreten zu lassen, wobei vor allem strukturelle Sicherheitsrisiken Beachtung fänden.
Israel trifft am 27. September im Nagyerdei-Stadion in Debrecen in Ungarn auf Irland. Das für den 4. Oktober angesetzte Rückspiel wird hingegen vor leeren Zuschauerrängen in der TSC-Arena im serbischen Bačka Topola ausgetragen. Die FAI erklärte im Juni, dass das ursprünglich für das Aviva-Stadion in Dublin geplante Spiel aufgrund von »operativen Herausforderungen« aus Irland in einen Drittstaat verlegt worden sei.
Angst vor Sanktionen
Nun sagte Courell, die FAI werde keine Vertreter des israelischen Fußballverbands beim traditionellen Abendessen vor dem irischen »Heimspiel« in Serbien empfangen. Fener habe den Verband darum gebeten, dass auch vor dem Spiel in Ungarn keine ähnliche Veranstaltung stattfindet. Die Sponsorenpräsenz soll ebenfalls reduziert werden, während die FAI die Genehmigung der UEFA einholt, um auf den LED-Anzeigetafeln im Stadion die Botschaft »Respect« anzuzeigen.
Die FAI hat erklärt, ihren Verpflichtungen gegenüber der UEFA nachzukommen. So werde Irland trotz des Drucks, die Spiele wegen der israelischen Militäroperationen gegen die Hamas im Gazastreifen zu boykottieren, gegen den jüdischen Staat antreten. Der Verband schätzt, dass eine Verweigerung direkte Einnahmeverluste in Höhe von 5,5 Millionen Euro zur Folge hätte, zu Spielabsagen und sogar zum Ausschluss aus der Nations League führen könnte. Zudem könnte sie Irlands Chancen auf eine Qualifikation für die UEFA-Euro 2028 beeinträchtigen, die das Land gemeinsam mit England, Schottland und Wales ausrichten wird.
»Bitte interpretieren Sie dies nicht so, als würde ich die Gräueltaten, die in Gaza geschehen, verharmlosen«, sagte Courell bei der Pressekonferenz am Freitag. »Ich bin mir dessen sehr bewusst und habe tiefes Mitgefühl dafür. Aber ebenso kann ich nicht einfach meine Rolle als FAI-Geschäftsführer ablegen und beiseitelassen. Ich muss meinen Job machen.«
