VAE-Minister: Straße von Hormus ist »rote Linie«

Straße von Hormus ist rote Linie: Der Außenhandelsminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Thani al-Zeyoudi
Straße von Hormus ist rote Linie: Der Außenhandelsminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Thani al-Zeyoudi (© Imago Images / SNA)

Kein Land sei im Besitz der wirtschaftlich wichtigen Straße von Hormus, die nicht mautpflichtig gemacht werden dürfe, sagt der Außenhandelsminister der Vereinigten Arabischen Emirate.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) werden nicht zulassen, dass ein einzelnes Land den Zugang zur Straße von Hormus kontrolliert oder Mautgebühren für die Schifffahrt durch die Wasserstraße erhebt, sagte Außenhandelsminister Thani al-Zeyoudi am Dienstag auf dem Hili-Forum in Abu Dhabi: »Wir können nicht zulassen, dass einzelne Nationen unsere Handelsziele bestimmen. Internationale Wasserstraßen müssen frei von jeglicher Form von Beschränkungen oder Mautgebühren bleiben. Kein Land besitzt die Straße von Hormus, und kein Land sollte bestimmen, wer Zugang dazu hat und wer nicht. Dies ist eine rote Linie für die VAE und sollte es für jedes Land am Golf sein.«

Vor dem Iran-Krieg wurde etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gastransports über diese Wasserstraße abgewickelt. Auch die Düngemittelproduktion ist durch die iranische Sperre der Meerenge beeinträchtigt.

Ausbau und Diversifizierung

Al-Zeyoudi erklärte, die VAE hätten regionale Logistikkorridore eingerichtet, die den Arabischen Golf mit dem Roten Meer und dem Golf von Oman verbinden. Zugleich arbeiteten die Emirate mit den omanischen Behörden zusammen, um für die VAE bestimmte Fracht über die Häfen von Sohar und Duqm abzuwickeln. Auch der Ausbau der Ostküstenhäfen in Khor Fakkan und Fujairah, die außerhalb der Straße von Hormus liegen, wurde beschleunigt. Die VAE bauen zudem eine neue Pipeline, um zusätzliche Kapazitäten für den Export von Öl aus Abu Dhabi über den Golf von Oman zu schaffen.

Der laufende Ausbau der Infrastruktur beruht auf einem Plan, den al-Zeyoudi im Juni skizziert hatte, um die Abhängigkeit der VAE von Hormus »auf null« zu reduzieren, unabhängig davon, ob die Wasserstraße wieder geöffnet wird. Damals erklärte der Minister, das Land werde seine östlichen Häfen ausbauen und Pipelines sowie Straßen- und Schienenverbindungen entwickeln, um diese mit Öl- und Gasfeldern sowie Erdölanlagen zu verbinden.

»Das sind keine kurzfristigen Lösungen. Es handelt sich nun um dauerhafte Veränderungen unserer Positionierung. Es darf nicht zugelassen werden, dass ein einzelner Kontrollpunkt unsere wirtschaftliche Lebensfähigkeit gefährdet«, sagte al-Zayed. Die Handelsdaten der VAE aus dem ersten Halbjahr deuteten darauf hin, dass sich die Ausweichlösungen als tragfähig erweisen, so der Minister weiter. Der Außenhandel exklusive Erdöl erreichte in den sechs Monaten bis Juni einen Rekordwert von 455 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 13,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einem Plus von fast achtzig Prozent im Vergleich zum selben Zeitraum des Jahres 2022. Die Exporte exklusive Erdöl erreichten mit 106 Milliarden Euro ein Allzeithoch, was laut al-Zeyoudi »die Stärke der diversifizierten Handelskorridore« der VAE unterstreiche.

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