Die Wasserknappheit ist zur größten Krise des Irans geworden

Die Wasserknappheit hat sich zu einem der drängendsten Probleme des Irans entwickelt

Der Iran steht in der Region an erster und weltweit an fünfter Stelle beim Grundwasserverbrauch, wobei sich die Hälfte der Grundwasserleiter derzeit in einem kritischen Zustand befindet.

Während der Iran vor vielen Problemherden – finanzielle Instabilität, Energieknappheit und Umweltzerstörung – steht, deuten iranische Statistiken darauf hin, dass sich die Wasserkrise aufgrund des gleichzeitigen Verbrauchs der Oberflächen- und Grundwasserressourcen zu einem der größten Probleme des Landes entwickelt hat, wie das Middle East Forum in einer Analyse darlegt.

Zum ersten Mal ist nun der Urmia-See, der zweitgrößte Salzwassersee der Welt, ausgetrocknet. Darüber hinaus sind zwölf der Stauseen des Landes leer und die verbleibenden nur zu 37 Prozent gefüllt. Dies hat zu einer weitreichenden Trinkwasserrationierung in allen Provinzen einschließlich Teheran geführt, wo die Regierung die Wasserversorgung der Haushalte täglich für drei bis sechs Stunden unterbricht. Obwohl der Verbrauch der Haushalte nur sechs bis acht Prozent des gesamten Wasserverbrauchs im Iran ausmacht, hat die Regierung Schwierigkeiten, selbst diese begrenzte Menge bereitzustellen.

Faktor Landwirtschaft

Wegen der fehlenden Abwasseraufbereitung recycelt der Iran nur fünfzehn Prozent des Abwassers für die Wiederverwendung in Industrie und Landwirtschaft; im Vergleich dazu liegt dieser Wert in Ländern wie der Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Israel und Katar bei etwa neunzig Prozent. Die enorme Wasserverschwendung vor allem in der Landwirtschaft hält an, da der Regierung die finanziellen Mittel fehlen, um von der traditionellen Flutbewässerung auf moderne Bewässerungstechnologien umzustellen, was dazu führt, dass allein im Agrarsektor jährlich neunzig Milliarden Kubikmeter Wasser verbraucht werden.

Angesichts der ohnehin schon gravierenden Probleme in der Industrie, im Dienstleistungssektor und im Handel zögert das Regime, Maßnahmen zu ergreifen, die auch noch zu Turbulenzen in der Landwirtschaft führen könnten, die etwa neunzig Prozent des Wassers des Landes verbraucht, obwohl sie nur sieben Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt. Der Sektor beschäftigt fünfzehn Prozent der nationalen Erwerbsbevölkerung; strengere Wasservorschriften könnten so Millionen Menschen in die Arbeitslosigkeit treiben.

Bodensenkung und Erosion

Vom Middle East Forum zitierte Studien des Open Data Center of Iran zeigen, dass die Islamische Republik in Bezug auf die Grundwasserverbrauchsrate mit einer jährlichen Entnahme von 57 Milliarden Kubikmetern Wasser aus unterirdischen Grundwasserleitern (Aquifer) an erster Stelle in der Region und an fünfter Stelle weltweit steht. Obwohl der Iran nur ein Prozent der Weltbevölkerung ausmacht, ist er für neun Prozent der weltweiten Grundwasserentnahme verantwortlich. Die Grundwasserreserven sind so drastisch zurückgegangen, dass trotz einer fünfzigprozentigen Zunahme der Anzahl der Brunnen die Wasserentnahme in den letzten zwei Jahrzehnten um über zehn Prozent gesunken ist.

Infolge der hohen Entnahme befindet sich die Hälfte der Grundwasserleiter nun in einem kritischen Zustand; sechs iranische Großstädte, darunter Teheran, zählen zu den 43 Städten weltweit mit den höchsten Bodensenkungsraten.

Die jährliche Bodensenkung in Teilen des Landes beträgt mehr als zehn Zentimeter und erreicht in einigen Regionen bis zu einunddreißig Zentimeter pro Jahr – weit über der globalen kritischen Schwelle von vier Millimetern. Der Leiter der Risikoabteilung des iranischen Forschungszentrums für Straßen, Wohnungsbau und Stadtentwicklung erklärte, der Iran sei weltweit führend, was die Anzahl und Ausdehnung der Gebiete mit solch einer Bodensenkung von mehr als zehn Zentimetern pro Jahr angeht.

Der übermäßige Bau von Staudämmen hat nicht nur fruchtbares Land in Wüsten verwandelt, sondern laut Berichten des Forschungszentrums des Parlaments ist die Bodenerosion mit 16,5 Tonnen pro Hektar und Jahr siebenmal so hoch wie der weltweite Durchschnitt. Mit 7,7 Prozent der weltweiten Bodenerosion zählt der Iran zu den Ländern mit den höchsten Landdegradationsraten, was den Staat jährlich zehn Milliarden Dollar kostet.

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