Exportverbot für Kohle nach Israel belastet Kolumbiens Wirtschaft

Kolumbiens Präsident Gustavo Petro verkündet am 1. Mai 2024 den Israelboykott seines Landes

Der jüdische Staat war früher der größte Abnehmer Kolumbiens für fossile Brennstoffe wie Kohle. Nun ging der Absatz um die Hälfte zurück.

Kolumbien, bis 2024 Israels größter Kohlelieferant, verzeichnete im Juli einen Rückgang der Kohleexporte um fast fünfzig Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, berichtete AFP am Donnerstag unter Berufung auf offizielle Zahlen. Das kolumbianische Industrie- und Handelsministerium veröffentlichte im August 2024 ein Dekret zur Beendigung des Kohleverkaufs an Israel, das letzten Monat von Präsident Gustavo Petro im Rahmen des Abbruchs der diplomatischen Beziehungen zu Jerusalem wegen des Kriegs im Gazastreifen erneuert wurde.

Das lateinamerikanische Land exportierte im heurigen Juli Kohle im Wert von 479,8 Millionen Dollar, was laut dem Nationalen Amt für Statistik gegenüber den 885,8 Millionen Dollar im Juli 2024 einem Rückgang von 45,8 Prozent entspricht, wie die französische Nachrichtenagenturmeldete. Der Bericht nennt den Einbruch der internationalen Preise und die kolumbianische Innenpolitik als Gründe für den Rückgang des fossilen Brennstoffsektors in fünf aufeinanderfolgenden Quartalen.

Umwelt- und Boykottpolitik

Im Rahmen seiner Umweltpolitik zur Förderung von grüner Energie hat Präsident Petro die Steuern für die Kohleindustrie erhöht und mehrere Bergbauprojekte eingefroren. Der führende Kohleproduzent Lateinamerikas, der rund 350.000 Menschen in der Mineralexploration beschäftigt, sah sich laut AFP seit Petros Amtsantritt im Jahr 2022 mit Kürzungen und der Förderung von Landwirtschaft und Tourismus als alternative Sektoren konfrontiert.

»Hier vor Ihnen verkündet die Regierung des Wandels, die Regierung des Präsidenten der Republik, dass wir morgen die diplomatischen Beziehungen zum Staat Israel abbrechen werden, weil er eine Regierung und einen Präsidenten hat, der Völkermord begeht«, bekundete der Präsident im Mai vorigen Jahres.

Der damalige israelische Außenminister Israel Katz twitterte: »Der Präsident Kolumbiens hat versprochen, den Mördern der Hamas eine Belohnung zu geben – und nun ist der Tag gekommen. Die Geschichte wird sich daran erinnern, dass Gustavo Petro sich entschlossen hat, sich auf die Seite der verabscheuungswürdigsten Monster zu stellen, welche die Menschheit kennt: die Babys verbrannt, Kinder ermordet, Frauen vergewaltigt und unschuldige Zivilisten entführt haben.«

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