Jerusalem lehnt jegliche Beteiligung der Türkei am Wiederaufbau des Gazastreifens ab, da das Land die Hamas unterstützt und Israel feindlich gesinnt ist.
»Türkische Soldaten werden nicht im Gazastreifen eingesetzt werden«, erklärte ein Sprecher der israelischen Regierung am Sonntag gegenüber Journalisten, als er gefragt wurde, ob Ankara sich an der Internationalen Stabilisierungstruppe beteiligen werde, die den Waffenstillstand in dem Gebiet durchsetzen soll, berichtete Ynet.
Jerusalem lehnt jegliche Beteiligung der Türkei am Wiederaufbau des Gazastreifens ab, da das Land die Hamas unterstützt und Israel feindlich gesinnt ist. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat seit dem von der Hamas angeführten Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 und während des gesamten Gaza-Kriegs wiederholt in hetzerischer Rhetorik gegen Israel agitiert, zusätzlich zur Verhängung einer Reihe antiisraelischer Maßnahmen, darunter ein Handelsboykott. Am 7. November erließ die Staatsanwaltschaft Istanbul Haftbefehle gegen Premierminister Benjamin Netanjahu und 36 weitere israelische Beamte.
Israels Verteidigungsminister Israel Katz kritisierte am Sonntag das Vorgehen der Türkei scharf und forderte Erdogan auf, »seine lächerlichen Haftbefehle zu nehmen und zu verschwinden«. In einem Beitrag auf X schrieb er Richtung Erdogan, dass die Haftbefehle »für das Massaker, das Sie an den Kurden verübt haben, angemessen wären. … Israel ist stark und furchtlos. Sie werden Gaza nur durch ein Fernglas sehen können.«
Erdogans PR-Gag
Auch der israelische Außenminister Gideon Sa’ar kritisierte die Türkei am Freitag in einem Tweet scharf. »In Erdogans Türkei ist die Justiz längst zu einem Instrument geworden, um politische Rivalen zum Schweigen zu bringen und Journalisten, Richter und Bürgermeister zu inhaftieren. Israel lehnt den jüngsten PR-Gag des Tyrannen Erdogan entschieden und mit Verachtung ab«, erklärte Israels oberster Diplomat mit Bezug auf die erlassenen Haftbefehle.
Schon am 27. Oktober betonte Sa’ar auf einer Pressekonferenz in Budapest, Jerusalem werde die Einbeziehung türkischer Streitkräfte in die internationale Stabilisierungstruppe von US-Präsident Donald Trump für den Gazastreifen nicht akzeptieren: »Länder, die Streitkräfte entsenden wollen oder bereit sind, dies zu tun, sollten zumindest fair gegenüber Israel sein. Die Türkei unter der Führung von Erdogan hat eine feindselige Haltung gegenüber Israel eingenommen. Daher ist es für uns nicht vertretbar, ihre Streitkräfte in den Gazastreifen zu lassen und wir werden dem nicht zustimmen, was wir auch unseren amerikanischen Freunden mitgeteilt haben.«
