Die veröffentlichten Daten geben Einblick in die jährlichen Erdölexporte des Irans im Wert von über fünfzig Milliarden Dollar, von denen der Großteil in China landet.
Die Veröffentlichung von zehntausend gehackten Mails enthüllt laut einem neuen Bericht von Reuters weitere Details darüber, wie das iranische Regime nach wie vor die westlichen Ölsanktionen umgeht.
Bereits im Februar machte das Prana-Hackernetzwerk die nun ausgewerteten Mails der Öltankerreederei Sahara Thunder publik. Sahara Thunder ist eine im Iran ansässige Scheinfirma des iranischen Verteidigungsministeriums und der Logistikabteilung der Streitkräfte, die im April vom US-Finanzministerium sanktioniert wurde. Die Mails enthalten sowohl gefälschte als auch echte Frachtbriefe, GPS-Updates und Anleitungen für die Besatzung, in denen die Verantwortlichen für die Schiffe angewiesen werden, deren Namen zu ändern, um die Herkunft des Rohöls zu verschleiern.
Das Leck gibt einen Einblick in die jährlichen Erdölexporte der Islamischen Republik im Wert von mehr als fünfzig Milliarden Dollar, von denen der Großteil in China landet.
Iranische Geisterflotte
Ein Beispiel dafür, wie weit der Iran geht, um Sanktionen zu umgehen, ist der unter der Flagge Panamas fahrende Öltanker Remy, der im Februar 2023 mit Dokumenten, die besagten, dass es seine eine Million Barrel umfassende Ölfracht in Basra im Südirak geladen hatte, auf dem Weg nach Malaysia war. Tatsächlich hatte es seine Fracht im Rahmen eines Schiff-zu-Schiff-Transfers im Persischen Golf aus dem Iran übernommen.
Die Remy fuhr dann nach Osten zur Straße von Malakka und transferierte im März die geladene Million Barrel Öl auf zwei Tanker, von denen einer seinen Standort fälschte, um vorzutäuschen, 250 Kilometer westlich des tatsächlichen Übergabeorts vor Anker gelegen zu haben. Anschließend luden sie ihre Fracht im chinesischen Hafen von Lanqiao in Shandong ab.
An den in den Mails erwähnten Schmuggeloperationen der Reederei Sahara Thunder im Zeitraum 2022 bis 2024 waren 34 Schiffe beteiligt, unter ihnen die Remy, die 92 verschiedenen Unternehmen gehören oder von diesen betrieben werden. Die Remy ist also nur ein Teil der »Geisterflotte« von iranischen Tankern, mit denen die Islamische Republik illegal Öl in die ganze Welt transportiert.
United Against Nuclear Iran, eine gemeinnützige Organisation, die sich für strengere Maßnahmen der USA gegen das iranische Mullah-Regime einsetzt, unterhält eine Datenbank mit über 470 solcher Schiffe. Einige, aber nicht alle, sowie deren Eigner wurden vom US-Finanzministerium mit Sanktionen belegt. Von den 34 Schiffen, die mit Sahara Thunder in Verbindung stehen, unterliegen einundzwanzig dieser Sanktionen. Die Remy, die jetzt als Wilma II operiert, gehört nicht dazu.
