Schlagwort: Medien und Medienkritik

Übersiedelt die „US-Regierung“ nach Israel?

Sehr geehrte Tagesschau-Redaktion, mit wachsender Verwunderung habe ich das Gespräch mit Ihrem Korrespondenten Mathias Werth über die gestrige Konferenz über den israelisch-palästinensischen Konflikt verfolgt. Zuerst meinte Werth, dass alle in Paris versammelten Nationen die „Zweistaatenlösung für den Nahen Osten“ forderten. Wirklich, zwei Staaten für „den“ Nahen Osten? Oder kann es…

Das „Haschemitenreich“ Saudi-Arabien?

Sehr geehrter Herr Hasewend, in einer Buchbesprechung in der Kleinen Zeitung bezeichnen Sie Saudi-Arabien als „das Haschemitenreich“, das sich zu einem „problematischen Partner entwickelt hat.“ Nun stammen die Haschemiten zwar aus Saudi-Arabien, herrschen in diesem Land aber nicht mehr, seit sie es in den 1920er-Jahren während des Siegeszugs der Saudis verlassen…

Die Hamas hätte es nicht anders formuliert

Von Florian Markl Nicht nur die Berliner taz gibt dieser Tage einer Terror-Versteherin Raum, auch die Wiener Zeitung lässt eine Gast-Kommentatorin erklären, warum Israel selbst schuld ist, wenn Palästinenser Juden ermorden. Herausgekommen ist dabei ein Text, in dem Liza Ulitzka nicht nur antisemitischen Terror rationalisiert, sondern darüber hinaus auch zeigt,…

Die „Provokation“ Jerusalem

Sehr geehrter Herr Kramar, Sie schreiben in Ihrem Kurier-Artikel über die Personalpolitik Donald Trumps, der designierte amerikanische Botschafter in Israel, David Friedman, „sorgte auch mit einer Idee für einen Skandal. Die USA sollten doch ihre Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen: eine offene Provokation der Palästinenser, die ja Jerusalem…

Der Islamische Staat und der palästinensische Konsens

Sehr geehrte Presse-Redaktion, Susanne Knaul beendet ihren Bericht über den Terroranschlag in Jerusalem unter Berufung auf nicht näher genannte „Beobachter“ mit der Bemerkung, der „palästinensische Terror ziele primär auf die Befreiung Palästinas, die Palästinenser setzten dabei auf internationale Unterstützung – allerdings nicht auf die Terrormiliz IS.“ Man könne nicht ausschließen,…

Hardliner auf beiden Seiten?

Sehr geehrter Herr Winter, in Ihrem Ö1-Morgenjournal-Interview zum Tod von Irans Ex-Präsident Rafsanjani sprachen Sie von „Hardliner[n] auf beiden Seiten“: Diese – ob im Iran, ob „im US-Kongress“ oder „künftig vielleicht im Beraterstab Trumps“ – „brauchen einander um die langen und lustvoll eingeübten Feindbilder aufrecht zu erhalten.“ Nun ist Ihren…

Mediales Totalversagen: Der verengte Blick auf Netanjahu

Von Florian Markl Wer die Berichterstattung hierzulande über die am 23. Dezember verabschiedete UN-Sicherheitsratsresolution 2334 und die Rede John Kerrys wenige Tage danach verfolgt hat, muss den Eindruck gewonnen haben, Israels Premier stehe mit seiner Kritik völlig allein da und begehe einen diplomatischen Amoklauf gegen den Rest der Welt. Es…

Baut Israel „immer munter weiter“ Siedlungen?

Sehr geehrter Herr Rafreider, in Ihrer Anmoderation zum gestrigen ZiB24-Bericht über John Kerrys Nahost-Rede führten Sie aus, dass Israel durch die Rückendeckung der USA „auch immer munter weiter die umstrittenen Siedlungen bauen konnte.“ Abgesehen davon, dass der US-Außenminister auch bisher schon den Ausbau der jüdischen Gemeinden im Westjordanland stets kritisierte…

Wenn Meinungen als Fakten dargestellt werden

Sehr geehrter Herr Kramar, in Ihrem Kurier-Artikel über „Obamas böses Adieu“ schreiben Sie, der noch amtierende US-Präsident habe eine „letzte Attacke“ gegen den israelischen Premier Netanjahu geritten, „der ja alle Bemühungen Obamas und seines Außenministers John Kerry um eine Nahost-Lösung vereitelt hatte.“ Sie mögen der Meinung sein, Netanjahu sei für…

Vielleicht kein Antisemit

Von Florian Markl In einem Leserbrief im Standard über die antiisraelische US-Resolution vom vergangenen Freitag wehrt sich Ex-Innenminister Caspar Einem (SPÖ) gegen die „Keule des angeblichen Antisemitismus“, um dann fortzufahren: „Rechtswidriges und dann auch noch unverschämtes Verhalten sind auch nicht durch den Holocaust zu rechtfertigen. Sie sind aber geneigt, antiisraelische…

„Israelkritischer“ Mainstream für den Bildungsbürger

Von Alex Feuerherdt Der Israel-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung hat sich anlässlich der jüngsten UN-Resolution erneut zu einer Philippika gegen den Premierminister des jüdischen Staates aufgeschwungen. Sein Text geht dabei nicht nur an der Realität vorbei, er ist auch ideologisch motiviert. Wenn man den „Israelkritikern“ – die das einzigartige Sujet ihrer…

Aus dem „Büro von Premier Netanjahu“

Vorgestern schrieb ich dem Außenpolitik-Chef der Kronen Zeitung, der in einem Kommentar behauptet hatte, es habe einmal einen „Siedlungsstopp“ gegeben, der vom israelischen Premier Netanjahu „gekippt“ worden sei. Ich erläuterte, warum diese Behauptung die reale Geschichte auf den Kopf stellt und dass der israelische Siedlungsbau, anders als stets behauptet, unter…

Dutzende neue Siedlungen?

Sehr geehrter Herr Arbeiter, in Ihrem Kurier-Artikel über israelische Siedlungen schreiben Sie, Israel „verkündete Mitte der Neunzigerjahre, dass keine neuen Siedlungen im Westjordanland errichtet würden. Dennoch entstanden seither 97 neue Siedlungen“. Ich weiß nicht, worauf Sie sich bei dieser Behauptung stützen, aber auf Basis der Daten der überaus siedlungsfeindlichen israelischen…

Ist Netanjahu gegen eine Zwei-Staaten-Lösung?

Sehr geehrter Herr Kapern, in Ihrem gestrigen Ö1-Abendjournal-Beitrag zu den israelischen Reaktionen auf die UNO-Resolution von vergangenem Freitag führten Sie aus, dass Premierminister Netanjahu die Einladung zur Pariser Nahostfriedenskonferenz im Januar 2017 abgelehnt habe, „weil er fürchtet, dass dort die Eckpunkte für eine Zwei-Staaten-Lösung untermauert werden.“ Damit suggerierten Sie Ihren…