Schlagwort: Medien und Medienkritik

Baut Israel „immer munter weiter“ Siedlungen?

Sehr geehrter Herr Rafreider, in Ihrer Anmoderation zum gestrigen ZiB24-Bericht über John Kerrys Nahost-Rede führten Sie aus, dass Israel durch die Rückendeckung der USA „auch immer munter weiter die umstrittenen Siedlungen bauen konnte.“ Abgesehen davon, dass der US-Außenminister auch bisher schon den Ausbau der jüdischen Gemeinden im Westjordanland stets kritisierte…

Wenn Meinungen als Fakten dargestellt werden

Sehr geehrter Herr Kramar, in Ihrem Kurier-Artikel über „Obamas böses Adieu“ schreiben Sie, der noch amtierende US-Präsident habe eine „letzte Attacke“ gegen den israelischen Premier Netanjahu geritten, „der ja alle Bemühungen Obamas und seines Außenministers John Kerry um eine Nahost-Lösung vereitelt hatte.“ Sie mögen der Meinung sein, Netanjahu sei für…

Vielleicht kein Antisemit

Von Florian Markl In einem Leserbrief im Standard über die antiisraelische US-Resolution vom vergangenen Freitag wehrt sich Ex-Innenminister Caspar Einem (SPÖ) gegen die „Keule des angeblichen Antisemitismus“, um dann fortzufahren: „Rechtswidriges und dann auch noch unverschämtes Verhalten sind auch nicht durch den Holocaust zu rechtfertigen. Sie sind aber geneigt, antiisraelische…

„Israelkritischer“ Mainstream für den Bildungsbürger

Von Alex Feuerherdt Der Israel-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung hat sich anlässlich der jüngsten UN-Resolution erneut zu einer Philippika gegen den Premierminister des jüdischen Staates aufgeschwungen. Sein Text geht dabei nicht nur an der Realität vorbei, er ist auch ideologisch motiviert. Wenn man den „Israelkritikern“ – die das einzigartige Sujet ihrer…

Aus dem „Büro von Premier Netanjahu“

Vorgestern schrieb ich dem Außenpolitik-Chef der Kronen Zeitung, der in einem Kommentar behauptet hatte, es habe einmal einen „Siedlungsstopp“ gegeben, der vom israelischen Premier Netanjahu „gekippt“ worden sei. Ich erläuterte, warum diese Behauptung die reale Geschichte auf den Kopf stellt und dass der israelische Siedlungsbau, anders als stets behauptet, unter…

Dutzende neue Siedlungen?

Sehr geehrter Herr Arbeiter, in Ihrem Kurier-Artikel über israelische Siedlungen schreiben Sie, Israel „verkündete Mitte der Neunzigerjahre, dass keine neuen Siedlungen im Westjordanland errichtet würden. Dennoch entstanden seither 97 neue Siedlungen“. Ich weiß nicht, worauf Sie sich bei dieser Behauptung stützen, aber auf Basis der Daten der überaus siedlungsfeindlichen israelischen…

Ist Netanjahu gegen eine Zwei-Staaten-Lösung?

Sehr geehrter Herr Kapern, in Ihrem gestrigen Ö1-Abendjournal-Beitrag zu den israelischen Reaktionen auf die UNO-Resolution von vergangenem Freitag führten Sie aus, dass Premierminister Netanjahu die Einladung zur Pariser Nahostfriedenskonferenz im Januar 2017 abgelehnt habe, „weil er fürchtet, dass dort die Eckpunkte für eine Zwei-Staaten-Lösung untermauert werden.“ Damit suggerierten Sie Ihren…

„Kippte“ Netanjahu den Stopp des Siedlungsbaus?

Sehr geehrter Herr Seinitz, Sie schreiben in ihrem Kommentar über die Anti-Siedlungs-Resolution des UN-Sicherheitsrates in der Kronen Zeitung: „Einen Stopp [des israelischen Siedlungsbaus] gab es schon einmal. Er wurde von Netanjahu gekippt.“ Das ist falsch: Tatsächlich war es niemand anderer als Premier Netanjahu, der im November 2009 ein zehnmonatiges Moratorium…

Bestätigt UNO die Existenz von Massengräbern in Aleppo?

Von Thomas von der Osten-Sacken Sehr geehrte Redaktion von ntv, gestern titelten Sie auf ihrer Homepage: „Russland meldet den Fund mehrerer Massengräber im Osten der syrischen Stadt Aleppo. Unter den Toten seien auch Kinder und Frauen. Die Vereinten Nationen sprechen von Hinrichtungen.“ Damit erwecken Sie bei ihren Lesern den Eindruck,…

Das Verschweigen des palästinensischen Terrors

Sehr geehrte Presse-Redaktion, in ihrem Artikel über das Peres Center for Peace beschreibt Steffi Unsleber das Scheitern des sogenannten Oslo-Friedensprozesses folgendermaßen: „Aber dann, im November 1995, wurde Rabin ermordet, von einem jüdischen Jusstudenten. Oppositionsführer Ariel Sharon ging im September 2000 auf dem Tempelberg spazieren und löste damit die Zweite Intifada…

Bush, Gottes Wille und der Irak-Krieg

Sehr geehrter Herr Sperl, immer wieder behaupten Sie in Ihren Standard-Kolumnen, das wahre Motiv für die Irak-Invasion 2003 und den Sturz des Regimes von Saddam Hussein sei „religiös-ideologischer“ Natur gewesen: Der damalige amerikanische Präsident George W. Bush und seine „neokonservativen Assistenten“ hätten „gar nicht verschwiegen“, dass es um den „‚Entscheidungskampf‘…

Michael Flynn und der Islamismus

Sehr geehrte Redaktion der Kleinen Zeitung, in einem Interview mit dem arabischen Fernsehsender Al Jazeera sagte der designierte amerikanische Nationale Sicherheitsberater Michael Flynn über Dschihadisten wie die Kämpfer des Islamischen Staates: „(T)hey have grabbed hold of this religion and they are using it in a very, very dangerous way and…

„Manchmal ist ein internationales Strafgericht besser“

Man müsse „mit Russland reden“ und „den Dialog suchen“ – so lautet eine Forderung, die u.a. von Österreichs Außenminister Sebastian Kurz immer wieder zu hören ist. Denn schließlich müsse im Syrien-Krieg eine „Lösung“ gefunden werden, wie zuletzt der UN-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura, erneut betonte. In den Salzburger Nachrichten…

Das Traumpaar der deutschen Publizistik

Von Alex Feuerherdt Die These, dass etwas zusammenwachse, was zusammengehöre, wird fraglos ähnlich inflationär häufig formuliert wie die Behauptung, dieses oder jenes passe wie der Allerwerteste auf den Kübel. Aber manchmal ist es ja auch einfach allzu wahr, und bisweilen werden diesbezüglich sogar ganz neue Maßstäbe gesetzt: Jürgen Todenhöfer wird…

„Verbündete aus Palästina“?

Sehr geehrte Presse-Redaktion, der Vormarsch des syrisch-russisch-iranischen Bündnisses in Aleppo löst in den Medien hierzulande offenbar einige Verwirrung hervor. Der Kurier wusste gestern beispielsweise von „libyschen Milizen“ zu berichten, die angeblich an der Seite des Regimes kämpfen würden. Und in der heutigen Presse schreibt Martin Gehlen über „Assads Truppen und…