Im Chaos der Übergabe al-Hols von den kurdisch geführten SDF an syrische Regierungskräfte sollen tausende Insassen aus dem Lager für IS-Sympathisanten geflohen sein.
Von Yoni Ben Menachem. Der syrische Diktator Baschar al-Assad versucht mit allen Mitteln, das schreckliche Erdbeben auszunutzen, um die Isolation seines Regimes zu beenden.
Währenddessen bemüht sich die internationale Gemeinschaft um die Öffnung neuer Hilfskorridore in den von Islamisten kontrollierten, weitgehend abgeschnittenen Nordwesten Syriens.
Nach einer kurzen, von Russland ausgelösten Unterbrechung der Hilfslieferungen letzten Sommer konnte nun die UN-Resolution um sechs Monate prolongiert werden.
Während die Lage in den Flüchtlingslagern immer schlimmer wird, versucht Russland auf einen Ausgleich zwischen der Türkei und Syrien hinzuarbeiten mit dem Ziel, die USA aus dem Norden des Landes zu verdrängen.
Die Organisation Goal, die seit 2012 in Syrien tätig ist, musste wegen mangelnder Unterstützung im Oktober die Wasserversorgung in 42 Dörfern und Städten einstellen.
Obwohl Erdogan Assad in der Vergangenheit als »unterdrückerischen Diktator«, bezeichnete, fordert Ankara jetzt die Aussöhnung der syrischen Opposition mit ihrem Präsidenten.
Wie zu befürchten war, scheiterte im UN-Sicherheitsrat die Mandatsverlängerung für die Aufrechterhaltung des Hilfskorridors zu den syrischen Flüchtlingslagern am Veto Russlands.
Wenn der UN-Sicherheitsrat das Mandat für die Aufrechterhaltung des Hilfskorridors im Nordwesten Syriens bis 10. Juli nicht verlängert, können die Flüchtlingslager nicht mehr mit lebenserhaltenen Gütern versorgt werden.
Im Jänner dieses Jahres beschloss der UNO-Sicherheitsrat die Verlängerung des Mandats bis Juli, um Hilfslieferungen in das von Islamisten gehaltene Gebiet zu ermöglichen. Wie es danach weitergehen wird, hängt von Russland ab.
Erdogan bestreitet zwar die Absicht, syrische Flüchtlinge abschieben zu wollen, lässt aber gleichzeitig Tausende Häuser für »freiwillige Rückkehrer« in Syrien errichten.
Russland sah erneut davon ab, eine Grenzschließung zur Türkei zu verlangen, womit die humanitäre Versorgung der Region Idlib für sechs Monate gewährleistet bleibt.