Schauplatz

Der allmächtige Mossad

Seit in Teheran erneut ein am iranischen Atomprogramm beteiligter Wissenschaftler bei der Explosion einer an seinem Auto angebrachten Bombe ums Leben kam, laufen die Spekulationen über die möglichen Hintergründe und Verantwortlichen der Attentate auf Hochtouren. Nicht nur iranische Offizielle geben sich überzeugt, dass es nur den einen üblichen Verdächtigen gibt: den israelischen Auslandsgeheimdienst. Dass Vertreter des antisemitischen Regimes in Teheran,…

Ein paar einfache Regeln

Wenn Tessa Szyszkowitz im profil über den israelisch-palästinensischen Konflikt schreibt, folgt sie einigen wenigen, im Grunde einfachen Regeln, die, zusammen genommen, ein höchst tendenziöses Bild der Lage zeichnen. Berichtet Szyszkowitz aus den palästinensischen Gebieten, geht es darum, klarzumachen, dass die Schuld am Fortdauern des Konflikts bei den Israelis im Allgemeinen und israelischen Siedlern im Besonderen liegt. Über die Palästinenser fällt kaum ein…

Wochenbericht, 2.1. bis 8.1.2012

Im Unterschied zu den letzten Wochen, in denen vielfach ein einzelnes Land oder Ereignis die Berichterstattung österreichischer Zeitungen über den Nahen Osten dominierte, bot diese Woche ein anderes Bild. In den Ländern, über die am meisten berichtet wurde, waren es immer mehrere unterschiedliche Themen, die das mediale Interesse erweckten. Das gilt insbesondere für den Iran, dem dieses Mal eindeutig am…

Ein "profunder Kenner" des Nahen Ostens: Michael Lüders

Als die Moderatorin der ZiB2 nach einem Bericht über die jüngsten Entwicklungen in der Auseinandersetzung zwischen dem Iran und dem Westen einen aus Berlin zugeschalteten „profunden Kenner der Region“ begrüßte, blieben eigentlich nur mehr drei mögliche Interviewpartner übrig: Volker Perthes, Udo Steinbach und, last but not least, Michael Lüders. Wer jemals eine „Analyse“ von Lüders zu hören bekommt, wird ihn…

ALLES IST RELATIV (II)

Der in den letzten Wochen zu bemerkende Trend, den Triumphzug der Islamisten in den Ländern der arabischen Welt zu negieren, indem diese kurzerhand zu „moderaten“ politischen Kräften erklärt werden – MENA hat bereits mehrfach darauf hingewiesen -, gewinnt weiter an Schwung. Obwohl nichts darauf hinweist, dass sie von ihren wesentlichen politischen Zielen abgekehrt wäre, ist beim ORFmittlerweile der Einfachheit halber nur mehr von der „moderaten(n)…

Wochenbericht, 26.12. bis 1.1.2012

Die Berichterstattung österreichischer Medien über den Nahen Osten blieb zum Jahresende 2011 auf dem zahlenmäßig hohen Niveau der Vorwoche. Wie bereits vor drei Wochen, war es diesmal wieder die Presse, die am meisten über die Region zu berichten hatte. Der Schwerpunkt der Berichterstattung lag in den von MENA regelmäßig ausgewerteten Medien eindeutig auf den aktuellen Entwicklungen in Syrien. Aber auch…

LOB AUS BERUFENEM MUNDE

Es gibt keinen Rückblick, in dem nicht auf 2011 als das Jahr der Proteste, allen voran in der arabischen Welt, Bezug genommen wird. So auch in dem Interview, das die Presse mit dem amerikanischen Soziologen Richard Sennett geführt hat. (Presse, 1. Januar 2012) Interessant daran ist aber vor allem die Antwort Sennetts auf die am Rande gestellte Frage, ob es einen österreichischen…

Eher plump

Dass der politische Mainstream in Europa immer besonders kritisch ist, wenn es um die USA und die Anwendung militärischer Gewalt geht, ist eine Sache. In einem Artikel eine Sprecherin der US-Marine mit den Worten zu zitieren, die Marine sei „immer bereit, böswillige Aktionen zu kontern, um die Freiheit der Schifffahrt zu gewährleisten“, und den betreffenden Text, wie Welt Online, dann mit…

Alles ist relativ

Der ORF berichtet über einen israelischen Angriff auf einen palästinensischen Terroristen im Gazastreifen: „Der Mann habe Angriffe auf Israel vom benachbarten Ägypten aus vorbereitet, erklärte die (israelische) Armee in der Nacht auf heute.“ Der bei dem Angriff getötete Abdalla Telbani gehörte zu einem „lockeren Netzwerk aus ultrakonservativen Salafisten …, die sich als Verbündete der Al-Kaida verstehen“. Politisch gehöre diese Gruppe …

Fragwürdige Beobachter

Es hat lange gedauert, aber jetzt ist es so weit: Die ersten Mitglieder der von der Arabischen Liga entsandten Beobachtermission sind in Syrien eingetroffen. Der Kurier berichtet darüber unter der Überschrift: „Syrien hofft auf Arabische Liga“. Die (vielleicht unbeabsichtigte) Doppeldeutigkeit dieser Headline – geht es um die Hoffnungen des syrischen Regimes oder um die seiner Gegner? – wirft ein Licht auf…

Wochenbericht, 19.12. bis 25.12.2011

Die letzten Wochen des Jahres sind immer eine Zeit, in der in Zeitungen häufig über den Nahen Osten berichtet wird – allein dass kaum ein Medium es in der Vorweihnachtszeit verabsäumen will, über Jesus‘ angebliche Geburtsstadt Betlehem im heutigen Westjordanland zu berichten, treibt die Zahl der veröffentlichten Beiträge über die Region in die Höhe. Dass dennoch in dieser Woche die…

Dank an Erdogan

In einem Kommentar im Standard vom vergangenen Dienstag beschrieb Markus Bernath die wesentlichen Kennzeichen der türkischen Außenpolitik der vergangenen Monate als „drohen, auf den Tisch hauen, in selbst zuerkannter Größe schwelgen.“ (Standard, 20. Dez. 2011) Anlass für Bernaths Kommentar war die Auseinandersetzung zwischen der Türkei und Frankreich, das ein Gesetz verabschiedet hat, in dem die Leugnung staatlich anerkannter Völkermorde – darunter auch der…

EINE GESCHICHTE, ZWEI VERSIONEN

Verteidigungsminister Darabos besuchte die Soldaten des im Südlibanon stationierten österreichischen UNIFIL-Kontingents. Während er sich im Hauptquartier der österreichischen Blauhelme aufhielt, schlug ein Radarsystem Alarm. Sowohl der ORF als auch der KURIER berichteten über diesen Vorfall. Die Unterschiede zwischen den beiden Berichten sind aufschlussreich. Hier zunächst die Version des ORF: „In der Unterkunft Edelweiß im Camp Naguora wurde eine schlichte Vorweihnachtsfeier abgehalten. Knapp vor der Feier gab…

KEINE ÜBERRASCHUNG

Nur etwas mehr als einen Monat ist es her, dass sich Österreichs Ex-Außenministerin Ursula Plassnik in einem Gastkommentar in der Presse für die UNESCO-Mitgliedschaft des nicht existierenden palästinensischen Staates ins Zeug legte, weil die Palästinenser „alle Voraussetzungen“ erfüllen würden, um „vollinhaltlich an der Arbeit der UNESCO mitzuwirken“. MENA war eine jener Stimmen, die damals darauf hinwiesen, wie zweifelhaft diese Behauptungen angesichts der alltäglichen…

Wochenbericht, 12.12. bis 18.12.2011

In der Berichterstattung über den Nahen Osten in den von MENA regelmäßig ausgewerteten österreichischen Tageszeitungen haben sich die Trends der Vorwoche im Wesentlichen fortgesetzt. Während die Gesamtzahl der veröffentlichten Beiträge in einer insgesamt recht unspektakulären Woche wieder ein wenig gestiegen ist, stand erneut Syrien im Zentrum des medialen Interesses. Quantitativ betrachtet bot die Nahostberichterstattung in dieser Woche folgendes Bild: Nachdem…