Österreich

Wann von einer „Eskalation“ gesprochen wird

Im heutigen Standard ist zu lesen: „Die gehäuften Anschläge nähren die Angst vor einer neuen Eskalation im Nahost-Konflikt.“ Über zwanzig Attentate in zwei Wochen, bei denen allein gestern vier Juden ermordet und mehr als dreißig verletzt wurden, stellen demnach keine „neue Eskalation“ dar. Denn von einer solchen ist diesem verqueren Verständnis zufolge erst die Rede, wenn Israel Maßnahmen ergreift, um…

Wer hat wen angegriffen? Anatomie einer ganz „normalen“ Meldung

Der Standard berichtet in einem kurzen Artikel über die palästinensischen Terrorattacken von gestern. Das hebt ihn immerhin von anderen Medien ab, die über einen weiteren Tag des Terrors gegen Juden kein Wort verlieren. Trotzdem ist der Standard-Bericht symptomatisch für die Unfähigkeit oder den Unwillen, im Grunde simple Sachverhalte auszudrücken, wenn es um die aktuelle palästinensische Terrorwelle geht. Sehen wir uns…

Palästinensische Propaganda, ungefiltert

Sehr geehrte Frau Wagner, in Ihrem heutigen Bericht im Ö1-Morgenjournal warf der ‚Außenminister‘ der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) dem israelischen Premierminister Netanjahu vor, für die aktuelle Eskalation der Gewalt verantwortlich zu sein, weil „er Juden erlaubt hat, auf dem Tempelberg vor der al-Aqsa-Moschee zu beten“. Es verwundert nicht, dass Riyad al-Maliki als palästinensischer Politiker Israel die Schuld an einem Konflikt zuweisen…

Vormarsch des IS: „Trotz“ und „ungeachtet“ der russischen Bombardements?

„IS-Miliz trotz russischer Angriffe auf Vormarsch“, lautet die Überschrift eines Artikels im heutigen Kurier, in dem zu lesen ist: „Ungeachtet der russischen Luftangriffe hat der IS am Freitag seinen größten Geländegewinn seit Monaten erzielt. Die Terrormiliz habe bei Aleppo mehrere Dörfer von rivalisierenden Aufständischen erobert.“ (Fast wortgleiche Meldungen fanden sich auch in anderen Medien, so etwa in der Presse.) Damit…

Warum keine Erwähnung der Terroropfer?

Sehr geehrte ZiB-Redaktion,im gestrigen ZiB-Kurzbericht zu den Ausschreitungen in Jerusalem war zu hören: „In Israel nehmen die Spannungen zwischen Palästinensern und Israelis weiter zu. … In Jerusalem hat die Polizei zwei Palästinenser erschossen, die mit Messern auf Israelis losgegangen waren.“ Warum haben Sie dabei Ihren Zusehern das nicht ganz unwesentliche Detail vorenthalten, dass die beiden erschossenen Attentäter nicht bloß „mit…

„Durch massive Präsenz jüdischer Gläubiger angeheizt“: Der skandalöse Umgang österreichischer Medien mit palästinensischem Terror

Kaum ein Tag vergeht, an dem Palästinenser keine mörderischen Terrorangriffe auf israelische Juden begehen. In österreichischen Medien wurde die Gewaltwelle kaum erwähnt, über Anschläge nicht berichtet und blieben jüdische Terroropfer unerwähnt. Der Vergleich mit der Berichterstattung über einen mutmaßlich von Israelis begangenen Terroranschlag auf Palästinenser vor wenigen Wochen zeigt das skandalöse Ausmaß der medialen Verzerrung, in der palästinensischer Terror verschwiegen…

Analyse im Abseits: Die Wiener Zeitung über das Scheitern des Oslo-Friedensprozesses

Sehr geehrte Redaktion der Wiener Zeitung, in seiner heutigen „Analyse“ des Scheiterns des sogenannten Oslo-Friedensprozesses („Paukenschlag aus dem Abseits“) schreibt Michael Schmölzer: „Israel versucht eine Zwei-Staaten-Lösung mit allen Mitteln zu verhindern“. Um diese Behauptung plausibel erscheinen zu lassen, erwähnt er den Ausbau bestehender Gemeinden, die er missverständlich als „den Bau jüdischer Siedlungen“ bezeichnet. Mit keinem Wort erwähnt er aber die…

Keine Preisfrage: Was ist geschehen?

Wenn die Österreichische Presseagentur (APA) eine Meldung mit dieser Überschrift ausschickt: …dann weiß der geübte Leser, was geschehen ist: Palästinensische Terroristen haben wieder einmal Israel attackiert. Der palästinensische Terrorismus allein ist der APA selbstverständlich keine Meldung wert gewesen.

Wochenbericht, 21.9. bis 27.9.2015

In dieser Ausgabe: I. Wer ist schuld am Syrien-Desaster? Die US-„Hochfinanz“ und andere übliche Verdächtige II. Die Illusion von Stabilität und die Sehnsucht nach verlässlichen Despoten III. Allgemeiner Überblick I. Wer ist schuld am Syrien-Desaster? Die US-„Hochfinanz“ und andere übliche Verdächtige Die Flüchtlingskrise hat den Krieg in Syrien wieder in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. Immer mehr Politiker fordern im…

Missing Link: Der geleugnete Antisemitismus

Debatten über die aktuelle Flüchtlingskrise kranken hierzulande daran, dass illusionsbeladene Wunschträumer und Panikmacher es gleichermaßen verhindern, dass über reale Probleme gesprochen wird. Auf der einen Seite erweckt der Zeitungsboulevard den Eindruck, Österreich werde gerade von Tausenden IS-Terroristen unterwandert, und fantasiert ein FPÖ-Politiker über eine „arabische Invasion“, die uns von der „arabischen Halbinsel“ her überrolle, wenn er syrische Kriegsflüchtlinge meint, die…

Wochenbericht, 14.9. bis 20.9.2015

In dieser Ausgabe: I. 4000 Dschihadisten unter den Flüchtlingen? So funktioniert Panikmache II. „Wäre ihre Kultur und auch Sprache“: Warum fliehen Syrer nicht nach Saudi-Arabien? III. „Junge Demonstranten“: Wie palästinensische Gewalt verharmlost und antisemitische Hetze verschwiegen werden IV. Allgemeiner Überblick I. 4000 Dschihadisten unter den Flüchtlingen? So funktioniert Panikmache Immer öfter wird die Frage laut, ob sich unter den vielen…

Den Bock zum Gärtner machen: Außenminister Kurz‘ Forderung nach einem „Schulterschluss“ mit dem iranischen Gottesstaat und dem Assad-Regime

Kaum begnügt sich ein – noch immer sehr kleiner – Teil der geflohenen Syrer nicht mehr damit, in den Flüchtlingslagern der Nachbarländer sein Dasein zu fristen, sondern macht sich auf den Weg nach Europa, schon ist in der sogenannten internationalen Gemeinschaft plötzlich hektische Aktivität ausgebrochen. Um die Fluchtbewegung zum Erliegen zu bringen, so der allgemeine Tenor, müssten deren Ursachen beseitigt…

Wenn Banalitäten zu Schlagzeilen werden

Sehr geehrte Presse-Redaktion, in der heutigen Ausgabe der Presse findet sich ein kurzer Beitrag mit der Überschrift: „Israel will Steinewerfer bestrafen“. Darin ist von Palästinensern die Rede, die israelische Polizisten mit Steinen beworfen hätten, „nachdem diese in großer Zahl auf das Gelände der [al-Aksa-] Moschee vorgedrungen waren.“ Unabhängig davon, wie die Ausschreitungen am Tempelberg zustande kamen, erfolgte die Ankündigung schwererer…

Wer fehlt?

In einem Leserbrief in der Presse wird gefordert, sich „mit den Ursachen der Flüchtlingskrise (zu) beschäftigen“: „Und da wären Demonstrationen vor den Botschaften der für diesen Flüchtlingsstrom unmittelbar verantwortlichen Länder (Bahrain, Saudiarabien, Katar, USA, Frankreich, Großbritannien) schon mal ein Ansatz.“ Man hat sich ja fast schon daran gewöhnt, dass die USA für die Flüchtlinge aus Syrien verantwortlich sein sollen –…

Wochenbericht, 7.9. bis 13.9.2015

In dieser Ausgabe: I. Bundespräsident Fischer bei syrischen Flüchtlingen: Gipfel der politischen Schamlosigkeit nach der Iran-Reise II. Während die Gewalt eskaliert, findet ein österreichischer Journalist es schade, dass die Türkei nicht schon längst EU-Mitglied ist III. Von wegen „sachlich“ und „klug“: Volker Perthes über die Hamas IV. Allgemeiner Überblick I. Bundespräsident Fischer bei syrischen Flüchtlingen: Gipfel der politischen Schamlosigkeit nach…