Österreich

Mit Israelhassern gegen Antisemitismus?

Von Florian Markl Zwei Tage ist es her, dass die Imame der „Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich“ (IGGiÖ) medienwirksam eine Deklaration gegen „Extremismus, Gewalt und Terror“ veröffentlichten. Darin war auch ein Bekenntnis zum Kampf gegen Antisemitismus enthalten. Die Frage nach der Ernsthaftigkeit dieser Bemühungen stellt sich aber, wenn einen Blick auf die versammelten Imame wirft. In der Mitte des Fotos ist…

Imame-Deklaration gegen Terror: Das Offensichtliche leugnen

Immer wieder, so beklagt sich die „Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich“ (IGGiÖ), habe sie in der Vergangenheit Terroranschläge verurteilt, doch seien diese Distanzierungen öffentlich kaum wahrgenommen worden. Um dem entgegenzuwirken, haben mehrere Hundert Imame der Glaubensgemeinschaft heute eine Deklaration gegen „Extremismus, Gewalt und Terror“ veröffentlicht. Nimmt man das rege mediale Echo als Maßstab, so war die Initiative ein voller Erfolg. Inhaltlich…

Sechstagekrieg: Amerikanische Waffen und erfundene Vertreibungen

Sehr geehrter Herr Kramar, in Ihrem Kurier-Artikel über den Sechstagekrieg („Triumph mit Folgen“) schreiben Sie, der israelische Sieg über die arabischen Armeen sei „als Folge konsequenter militärischer Planung und natürlich amerikanischer Waffen“ nicht überraschend gewesen. Das ist nicht zutreffend: Bis zum Sechstagekrieg spielten Waffen aus den USA für die israelische Armee nur eine untergeordnete Rolle. Primärer Waffenlieferant war vielmehr Frankreich,…

Sechstagekrieg: Was forderten die Vereinten Nationen?

Sehr geehrte Presse-Redaktion, in einem Gastkommentar am Freitag schrieb Richard N. Haass, Israel sei in der nach dem Sechstagekrieg 1967 vom UN-Sicherheitsrat verabschiedeten Resolution 242 aufgefordert worden, „sich von den besetzten Gebieten zurückzuziehen“. Das stimmt so nicht: In der Resolution ist nicht von „den besetzten Gebieten“ die Rede, sondern von „besetzten Gebieten“. Das Fehlen des bestimmten Artikels war keine Nachlässigkeit,…

Vernichtung Israels, „wenn‘s nicht anders möglich ist“

Von Florian Markl In einem Kurier-Artikel behauptet Erich Waldmann, der Imam der schiitischen Imam-Ali-Moschee in Wien, der alljährliche, vom iranischen Regime ins Leben gerufenen Al-Quds-Marsch ziele nicht auf die Zerstörung Israels ab: „Wir fordern einen Abzug Israels aus den besetzten Palästinenser-Gebieten und gleiche Rechte für Juden, Christen und Muslime in Palästina.“ Was davon zu halten ist, zeigt ein Blick zurück…

Was dem ORF als „liberal“ gilt

Sehr geehrter Herr Wälter, in Ihrem gestrigen ZIB24-Beitrag zu den Wahlen im Iran präsentierten Sie Hassan Rohani als einen Kandidaten, der antrete, um die „strengen Regeln der Mullahs […] weiter aufzubrechen.“ Als Beispiel dafür führten Sie an, dass „immerhin“ die „Anzahl der Hinrichtungen sinkt.“ Es mag zwar in absoluten Zahlen stimmen, dass im Jahr 2016 mit 567 Hinrichtungen die Anzahl…

Der „liberale“ Rohani

Sehr geehrter Herr Kramar, in Ihrem gestrigen Kurier-Artikel über die Präsidentschaftswahl im Iran stellen sie die zwei aussichtsreichsten Kandidaten vor. Sie bezeichnen Ebrahim Raisi als einen der „radikalsten und brutalsten Anführer der islamischen Revolution“ und heben seine vermutliche Verantwortung für „tausende Hinrichtungen“ in den 1980er Jahren hervor. Demgegenüber fehlt aber jeder Hinweis auf die Posten, die Raisis Konkurrent, der amtierende…

Ist Rohani nicht Teil des islamischen Establishments?

Sehr geehrter Herr Fiedler, im heutigen Ö1-Mittagsjournal-Bericht über die Wahlen im Iran wurde Ebrahim Raisi als Kandidat des Establishments der Islamischen Republik vorgestellt und von Ihnen dann folgendermaßen charakterisiert: „Ebrahim Raisi: Mitte fünfzig, ehemaliger Khamenei-Schüler, gefürchteter Ex-Staatsanwalt und seit einiger Zeit Verwalter einer religiösen Stiftung, die eines der größten Wirtschaftsimperien im Iran darstellt.“ Kein Wort jedoch verloren Sie darüber, dass…

Kein „Schwenk der Hamas“

Sehr geehrte Presse-Redaktion, seit die Hamas am vergangenen Montag ein politisches Grundsatzpapier veröffentlicht hat, war ich gespannt, wie Ihre Israel-Korrespondentin, Susanne Knaul, darüber berichten wird. Ein Blick in die heutige Presse zeigt: Wie erwartet bemüht sie sich, den offenkundigen Versuch der palästinensischen Terrororganisation, mittels einiger kosmetischer Änderungen einen Weg aus der internationalen Isolation zu finden, als grundlegenden Kurswechsel zu verkaufen.…

Neues Hamas-Papier: Alles wie gehabt

„In dem Dokument zur politischen Ausrichtung werde der Aufruf zur Zerstörung Israels fallengelassen, sagten am Montag Regierungsvertreter aus den Golfstaaten“. Das berichtet die Presse über ein Positionspapier, das die palästinensische Terrororganisation Hamas am Montag präsentiert hat. Die von der Presse gewählte Überschrift – „Hamas rückt von harter Haltung gegenüber Israel ab“ – macht klar, wie erfolgversprechend der PR-Coup aus der…

Präsident vergleicht „Islamophobie“ mit NS-Judenverfolgung

„Der Präsident reagiert auf die Kritik auf seine Äußerung über Kopftuchträgerinnen – er habe auf deren Stigmatisierung aufmerksam machen wollen. In seiner Rede wies er auch darauf hin, dass die Dänen während der deutschen Besatzung den David-Stern getragen hätten. (…) Bei der Veranstaltung war Van der Bellen auf Islamfeindlichkeit angesprochen worden, speziell auf Übergriffe auf Kopftuch tragende Frauen. Dazu sagte…

Ministerrat verabschiedet Antisemitismus-Definition

Von Florian Markl Der österreichische Ministerrat hat bei seiner heutigen Sitzung die „Arbeitsdefinition von Antisemitismus“ angenommen, die im Mai vergangenen Jahres von der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) verabschiedet worden war. Was das konkret bedeutet, ist nicht ganz klar. Laut der APA-Pressemeldung könne die Definition dem Regierungsbeschluss zufolge „beispielsweise in der Schul- und Erwachsenenbildung sowie bei der Ausbildung in den…

Kampfbegriff „Islamophobie“ – „Wissenschaft“ im Dienste des politischen Islam?

Von Nina Scholz und Heiko Heinisch Bereits zum zweiten Mal haben die österreichischen Politikwissenschaftler Farid Hafez und Enes Bayraklı den sogenannten European Islamophobia Report (EIR) herausgegeben. Auf 612 Seiten wurden für das Jahr 2016 insgesamt 27 Länderberichte alphabetisch geordnet aneinandergereiht. Die Herausgeber versuchen dabei, ihrem Konvolut einen wissenschaftlichen Anstrich zu geben, aber auch für den EIR 2016 trifft zu, was…

Nein, keine 73 Prozent der Türken stimmten mit Ja

Von Florian Markl „Sieben von zehn Türken bei uns stimmten Erdogan zu!“, lautet eine der Schlagzeilen in der heutigen Kronen Zeitung. Darunter ist zu lesen: „73 Prozent der knapp 110.000 wahlberechtigten Türken in Österreich sagten ‚Evet‘ (Ja) zur Erdogan-Diktatur!“ Klingt dramatisch, ist aber schlicht falsch: Wie im Artikel selbst zu lesen ist, gab es hierzulande 38.215 Ja-Stimmen, aber die Krone…