Khamenei: »Großer Satan« USA kann Präsenz in der Region nicht mehr aufrechterhalten

Poster von Mojtaba Khamenei auf der Beerdigung seines Vaters und Vorgängers Ali Khamenei

Währenddessen erklärte der iranische Außenminister Abbas Aragchi, er habe den neuen Obersten Führer, Mojtaba Khamenei, nie getroffen und nie direkt mit ihm kommuniziert.

Der iranische Oberste Führer Mojtaba Khamenei erklärte am Samstag, die Vereinigten Staaten könnten ihre Präsenz im Nahen Osten nicht länger aufrechterhalten. »Der Große Satan – die kriminellen USA – hat nun erkannt, dass die Fortsetzung seiner unbehelligten, herrschsüchtigen Präsenz in der Region nichts als eine naive Fantasie ist«, schrieb Khamenei, der im März zum Nachfolger seines getöteten Vaters als Oberster Führer gewählt worden war, in einer Botschaft an das irakische Volk.

Unter Bezugnahme auf die seiner Aussage nach zig Millionen Trauernden, die im Iran und im Irak an der Beerdigung seines Vaters teilgenommen hätten, sagte Khamenei, diese Massenveranstaltungen hätten »ein neues Kapitel des Erwachens und des aktiven Engagements eröffnet, um die von den arroganten Mächten entworfenen Gleichungen zu verändern. Zweifellos haben die Führer der ›globalen Arroganz‹ die grandiosen Szenen dieser riesigen Versammlung im Irak mit Bangen beobachtet und erkannt, wie die enormen Ressourcen, die sie investiert haben, um die Beziehungen zwischen den beiden Nationen zu untergraben, sich als völlig vergeblich und wirkungslos erwiesen haben.«

Die Beisetzungsfeierlichkeiten für Ali Khamenei, der am 28. Februar beim Eröffnungsangriff der »Operation Roaring Lion/Epic Fury« getötet worden war, endeten am 9. Juli nach einer Woche voller Zeremonien im Iran und im Irak. Sein Sohn und Nachfolger trat bei keiner der Feierlichkeiten auf. Mojtaba wurde bei dem Luftangriff verletzt, bei dem sein Vater ums Leben kam. Obwohl allgemein davon ausgegangen wird, dass er noch am Leben ist, ist er seit Kriegsbeginn nicht mehr öffentlich aufgetreten, und es wurden keine Video- oder Audioaufnahmen von ihm veröffentlicht.

In einer am 11. Juli veröffentlichten schriftlichen Erklärung schwor Mojtaba Khamenei, den Tod seines Vaters zu rächen. »Wir geloben, dein reines Blut und das Blut aller Märtyrer dieser beiden Kriege zu rächen, indem wir Vergeltung an den kriminellen, schändlichen Mördern üben. Diese Rache ist es, was unsere Nation fordert, und sie muss auf jeden Fall vollzogen werden. Diese Verbrecher, deren Namen vom höchsten bis zum niedrigsten Rang vollständig dokumentiert sind, werden ihren Traum von einem friedlichen Tod im eigenen Bett mit ins Grab nehmen«, schrieb der Oberste Führer in einer Erklärung.

Nie direkt kommuniziert

Unterdessen erklärte der iranische Außenminister Abbas Araghchi, er habe Mojtaba Khamenei noch nicht getroffen. Teherans Chefdiplomat beschrieb den Kontakt mit dem neuen Führer der Islamischen Republik als auf einen kleinen Kreis von Funktionären beschränkt. »Ich glaube nicht, dass viele Menschen das getan haben, abgesehen von einer sehr kleinen Zahl«, sagte er während eines Interviews mit dem iranischen Journalisten Javad Mogooyi.

Araghchi sagte außerdem, er habe nie direkt mit Khamenei kommuniziert. Dies sei nur indirekt geschehen, »durch das, was ich von anderen gehört habe. Persönlich hatte ich noch nie Kontakt mit ihm. Ich habe ihn bei öffentlichen Veranstaltungen ein paar Mal aus der Ferne gesehen, aber wir haben uns nie unterhalten.«

Der Außenminister erklärte, Khameneis Einsetzung als Oberster Führer sollte die Kontinuität in der iranischen Politik nach dem Tod seines Vaters signalisieren. Die Ernennung Mojtabas sei »eine wichtige Botschaft an die Welt, dass es keine Änderung in der Politik und den Idealen des Regimes geben werde«.

In dem Interview erklärte Araghchi auch, dass »das Regime zusammenbrechen würde, wenn alle Mitglieder des Obersten Nationalen Sicherheitsrates getroffen würden. Deshalb haben sie sich während des Krieges nie alle gleichzeitig getroffen.« Er fügte hinzu, dass der Iran seit langem geplant habe, die Straße von Hormus zu sperren, falls die Vereinigten Staaten den Khamenei ins Visier nehmen sollten. »Von Anfang an war vereinbart worden, dass die Meerenge geschlossen würde, sollte der Oberste Führer zum Ziel werden.«

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