Florian Markl

Der Politikwissenschaftler Florian Markl war zuvor Archivar und Historiker beim Allgemeinen Entschädigungsfonds für Opfer des Nationalsozialismus und Lehrbeauftragter an der Universität Wien. Gemeinsam mit Alexander Feuerherdt ist er Autor von »Vereinte Nationen gegen Israel«, erschienen bei Hentrich & Hentrich 2018.

Ein neuer Hoffnungsträger (zweites Update)

Sehr geehrte Redaktion von derStandard.at, heute veröffentlichten Sie eine Replik von Michael Bröning auf meinen „Kommentar der Anderen“, der am 2. April in der Standard-Printausgabe erschienen ist. Bröning wirft mir darin vor, ich würde eine „Nahostanalyse mit Scheuklappen“ betreiben, „abgestandene Rhetorik“ präsentieren und die „komplexe Wirklichkeit“ der Region nicht zur…

STUSS MIT ATOMWAFFEN

Sehr geehrter Herr Sichrovsky, Sie schreiben am Ende ihres Kommentars zur Grass-Debatte im aktuellen News (Nr. 15/2012): „Einem Regime aber, das einen Dichter mit Einreiseverbot belegt, weil er dagegen ist, es mit Atomwaffen zu beliefern, sollte man solches Gerät vielleicht wirklich besser vorenthalten.“ Dazu ist zweierlei zu sagen. Erstens: Israel wird, im…

Notorisch empört

Sehr geehrte Presse-Redaktion, „Notorische Gesetzesbrecher“, „provokant“, „Landnahme“, „Landraub“, „Arroganz“, „notorische Gesetzesverletzungen“ – Fritz Edlinger fährt in seinem Gastkommentar in der Presse (31. März 2012) über die israelische Siedlungspolitik schwere rhetorische Geschütze auf. Aber auch seine höchst routiniert in Szene gesetzte Empörung kann einige grundlegende Fakten nicht überdecken: Der Siedlungsbau ist…

Eine Kleinigkeit vergessen

Sehr geehrter Herr Schwarz, Sie schreiben in ihrem Kommentar im heutigen Kurier, dass zu den Opfern des islamistischen Mörders Mohamed Merah „drei Kinder“ gehörten. Drei Kinder, die „bis vergangenen Montag fröhliche drei, sechs und zehn Jahre alt waren. Erschossen, weil sie Kinder sind.“ Das ist, nach allem, was wir über…

Sicher kein Maulheld

Sehr geehrter Herr Scheidl, Sie fragen zu Recht in ihrer Kolumne in der heutigen Presse, was Außenminister Michael Spindelegger, ein großer Befürworter eines von Saudi-Arabien finanzierten „Dialogzentrums“ in Wien, eigentlich dazu sagt, dass der saudische Großmufti unlängst dazu aufrief, alle Kirchen auf der arabischen Halbinsel zu zerstören. Nachdem Spindelegger kürzlich…

Schenkelklopfer-Humor

Sehr geehrte Presse-Redaktion,in seinem Leserbrief zu Christian Ortners Kolumne vom letzten Freitag („Warum leben jüdische Kids genau dort, wo Raketen aus Gaza einschlagen“, Presse, 16. März. 2012) stellt Tarafa Baghajati eindringlich unter Beweis, dass man kein einziges „Faktum“ als gegeben hinnehmen sollte, das er als „Argument“ vorbringt.Im Einzelnen:1. Das „altbekannte Szenario“, von…

Shakehands mit dem Diktator

Von Florian MarklIm Standard schreibt Ljubisa Tosic über ein Interview der ZiB 24 mit Justizministerin Karl, die in letzter Zeit massiv unter Kritik stand, und fragt: „Was etwa müsste Außenminister Spindelegger unternehmen, um ähnliche Reaktionen auszulösen? Er müsste jetzt an Syriens Assad eine Einladung zum Ehrenstaatsbesuch in Österreich aussprechen.“ (Standard, 10. März…

Kein Alleingang

Sehr geehrte Standard-Redaktion, Frank Hermann schreibt in seinem Artikel „Obama hält sich Optionen für Syrien offen“ im heutigen Standard: „Am schwersten aber wiegen die Lektionen des Feldzuges im Irak. Aus dem Alleingang George W. Bushs hat dessen Nachfolger eine eindeutige Schlussfolgerung gezogen: Nicht mehr auf eigene Faust zu handeln.“ Dass…

Wer spricht eher für den Iran?

Im aktuellen profil versucht Georg Hoffmann-Ostenhof zu erklären, warum „die Angst vor der iranischen Bombe übertrieben ist“ (profil 9/2012), und bemüht dabei u. a. folgendes „Argument“: „(H)istorisch gesehen sind die Iraner keine Angreifernation“. Dagegen erklärte der oberste geistliche Führer des iranischen Regimes unlängst wieder einmal, Israel sei ein „Tumor, der…

AUS DEM KAFFEESUD

Sehr geehrte Redaktion der Kleinen Zeitung, könnte Gil Yaron, der heute über das Verfassungsreferendum in Syrien berichtete und dabei davon sprach, dass „große Teile der Bevölkerung immer noch daran glauben, dass einzig Assad ihr Land vor Chaos und Untergang retten kann“, den Lesern vielleicht erläutern, woher er die Information hat, dass…

Lange vor Schönau

Sehr geehrter Herr Rauscher, in Ihren Artikel „Wie Bruno Kreisky die PLO salonfähig machte“ im heutigen Standard haben sich leider einige Fehler eingeschlichen. Sie schreiben, Österreich habe „die erste Bekanntschaft mit dem PLO-Terrorismus“ bei der Geiselnahme in Marchegg im September 1973 gemacht. Das ist gleich in mehrfacher Hinsicht nicht zutreffend.…

Welche "Tradition"?

Sehr geehrte Kurier-Redaktion, Dominik Sinnreich spricht im heutigen Kurier im Zusammenhang mit der Tschetschenienreise von FPÖ-Funktionären zu Recht über den seltsamen „Hang zu Despoten“, der die Freiheitlichen seit den Tagen Jörg Haiders prägt, eine Tradition, zu der Besuche bei Saddam Hussein und Muammar al-Gaddafi gehören. Doch dann schreibt Sinnreich: „FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat…

Letztklassige Karikatur

Sehr geehrte Redaktion der Kleinen Zeitung, betrachtet man die Zeichnungen Ihres Karikaturisten Petar Pismestrovic über das iranische Atomwaffenprogramm, kommt man aus dem Staunen kaum mehr heraus. Am 4. Dezember 2011 zeigte sein Cartoon den iranischen Präsidenten Ahmadinejad als Krampus, der mit seiner Rute zwei Figuren vor sich her treibt. Die…

Das israelische "Regime"

Sehr geehrte Redaktion der Kleinen Zeitung, würden Sie im Zusammenhang mit den Grünen in Österreich von einer „regimekritischen Partei“ sprechen? Vermutlich nicht, denn dem Duden-Fremdwörterbuch zufolge ist ein „Regimekritiker“ jemand, „der an dem [totalitären] Regime seines Landes aktiv Kritik übt.“ In einem demokratischen Land wie Österreich können Parteien, Medien oder NGOs…

Ein "profunder Kenner" des Nahen Ostens: Michael Lüders

Als die Moderatorin der ZiB2 nach einem Bericht über die jüngsten Entwicklungen in der Auseinandersetzung zwischen dem Iran und dem Westen einen aus Berlin zugeschalteten „profunden Kenner der Region“ begrüßte, blieben eigentlich nur mehr drei mögliche Interviewpartner übrig: Volker Perthes, Udo Steinbach und, last but not least, Michael Lüders. Wer…