Florian Markl

Der Politikwissenschaftler Florian Markl war zuvor Archivar und Historiker beim Allgemeinen Entschädigungsfonds für Opfer des Nationalsozialismus und Lehrbeauftragter an der Universität Wien. Gemeinsam mit Alexander Feuerherdt ist er Autor von »Vereinte Nationen gegen Israel«, erschienen bei Hentrich & Hentrich 2018.

ERFUNDENE BEDINGUNG

Sehr geehrte Presse-Redaktion, in ihrem Artikel über Wiederaufnahme von direkten Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern schreibt Susanne Knaul, beide Seiten hätten „bisherige, hart umkämpfte Positionen“ aufgeben müssen. Israels Premier „Netanjahu rückte schließlich von seiner Forderung an die Palästinenser ab, als Vorbedingung für Gespräche Israel als jüdischen Staat anzuerkennen.“ Gleichlautend meint Wieland…

Muslimbrüder und Demokratie

Sehr geehrte Standard-Redaktion, Farid Hafez meint in seinem Kommentar der Anderen („Demokratie und Islam – schon am Ende?“, Standard, 10. Juli 2013), auch für den politischen Islam sei die Demokratie „eine Staatsform mit Anziehungskraft“ und verweist als Beleg für diese These u. a. auf die ägyptische Muslimbruderschaft und deren Gründer…

DAS "VERSPRECHEN" DES ABZUGS

Sehr geehrter Herr Ultsch, Sie haben völlig recht, wenn Sie in der heutigen Presse das „Rezept“ beschreiben, dem in der Zukunft jeder folgen wird, der UN-Blauhelmkontinente loswerden will: Ein paar Mal in Richtung der Truppen unter UN-Flagge schießen, einige der Soldaten vorübergehend als Geiseln nehmen und die Versorgungslinien unterbrechen. Allerdings haben Sie…

IRAKS CHEMISCHE WAFFEN

Sehr geehrter Herr Hauenstein, Sie schreiben in der heutigen Kronen Zeitung in Ihrem Artikel „Der Westen im Syrien-Dilemma“ über den Irakkrieg 2003: „(D)ie chemischen Waffen von Saddam Hussein, die damals als Kriegsgrund hatten herhalten müssen, hat es nie gegeben.“ Das ist eine äußerst irreführende Behauptung: Richtig ist, dass im Jahr 2003…

NORDKOREA UND DER IRAN

Sehr geehrter Herr Stricker, Sie schreiben in Ihrem Kommentar („Auch der nächste Weltuntergang wird ausbleiben“) in den heutigen Salzburger Nachrichten im Hinblick auf das nordkoreanische Atomwaffenprogramm, der Iran sei „ein vergleichsweise anderes Kaliber“ und „wesentlich weiter fortgeschritten in seinen atomaren Ambitionen“. Diese Behauptung ist unhaltbar: Auch wenn beim nordkoreanischen Regime viel Blufferei…

ISRAELISCHE BEDINGUNGEN?

Sehr geehrter Herr Hauenstein, Sie schreiben in der heutigen Kronen Zeitung anlässlich der Nahostreise von US-Präsident Barack Obama, „wesentliche Teile“ der israelischen Regierung hätten „gar kein Interesse“ an Verhandlungen mit den Palästinensern oder „stellen Bedingungen, die für die Araber unerfüllbar sind.“ Dass die israelische Regierung die Wiederaufnahme von Verhandlungen mit den Palästinensern…

OBAMAS STIMME GEGEN DEN KRIEG

Sehr geehrte Kurier-Redaktion, in ihrem Beitrag über den „Frust“ der Amerikaner darüber, „im Irak gescheitert zu sein“, schreibt Ingrid Steiner-Gashi über den Weg zum Krieg: „Mit nur wenigen Gegenstimmen (der damalige Senator Barack Obama war eine davon) gab der Kongress grünes Licht zum Losschlagen“. Tatsächlich konnte „Senator Obama“ im US-Kongress des…

"STARKER AUFTRITT ERDOGANS"

Sehr geehrte Kurier-Redaktion, Walter Friedl schreibt im heutigen Kurier über eine „Konferenz in Wien mit klarem Bekenntnis zu Toleranz und starkem Auftritt Erdogans“. Darin erwähnt er zwar, dass der türkische Regierungschef sich gegen „rassistische Übergriffe und Intoleranz“ gegen Muslime aussprach, doch ist nicht zu lesen, was Erdogan in diesem Zusammenhang auch gesagt hat:…

Antisemit Erdogan

Von Florian Markl Die Presse berichtet heute über die Ausführungen des türkischen Regierungschefs beim Globalen Forum der „Allianz der Zivilisationen“ in Wien: „Islamophobie sei ein Verbrechen – ebenso wie Faschismus und Antisemitismus, sagte Erdogan und verstieg sich dazu, im selben Atemzug auch noch den Zionismus zu nennen.“ Dem Bericht der…

NICHT DER "LETZTE VERBÜNDETE"

Sehr geehrter Herr Hasewend, Sie schreiben im Jahresrückblick der Kleinen Zeitung über Zeichen, die auf ein baldiges Ende des Assad-Regimes in Syrien hinweisen würden. Dazu gehöre, dass sich „Russland als letzter Verbündeter“ immer deutlicher von Damaskus abwende. Ob Moskau wirklich bereit ist, Assad fallen zu lassen, wird sich erst zeigen. Aber leider…

Zusammenhängendes Territorium

Sehr geehrte Standard-Redaktion, Gudrun Harrer schreibt in ihrem heutigen Kommentar „Das Fenster schließt sich“, israelische Baumaßnahmen in der so genannten „E1-Zone“ zwischen Jerusalem und Ma’ale Adumim würden eine Zwei-Staaten-Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts verunmöglichen, weil für einen „sinnvollen“ Palästinenserstaat kein „zusammenhängendes Territorium“ mehr gegeben sei. Man mag die angekündigten Wohnungsbauten für…

Ein mehr als zweifelhafter „Experte“: Michael Lüders

Von Florian Markl Die Zeit im Bild 2 brachte am 19. November einen Beitrag, in dem die Rolle der palästinensischen Hamas „im gegenwärtigen Konflikt“ genauer beleuchtet werden sollte. Was darauf folgte, war ein in wahrstem Sinne des Wortes herausragendes Stück Journalismus – wenn auch leider in ausschließlich negativem Sinn. Um…

Verkehrte Welt

Von Florian Markl „Der Bundespräsident hält nichts von einem präventiven Atomschlag Israels“, lässt der heutige Kurier seine Leser wissen. Die Aussage ist weniger wegen ihres Inhaltes bemerkenswert – nur die gegenteilige Behauptung wäre eine Schlagzeile wert –, sondern weil diese Frage überhaupt ernsthaft zur Sprache kam. Auf die erste Frage im Kurier-Interview –…

FALSCHE BEHAUPTUNG

Sehr geehrte Kurier-Redaktion, Konrad Kramar schreibt im heutigen Kurier über den holprigen Wahlkampf des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney: „Zuletzt hatte sich Romney nach den Ausschreitungen in Libyen vergaloppiert, als er US-Präsident Obama für den Tod des US-Botschafters in Libyen verantwortlich machte.“ Diese Behauptung ist gleich in mehrerlei Hinsicht falsch. Hier ist die wesentliche…

Islamisten und Mehrheiten in Ägypten

Von Florian MarklIn seinem Buch „After the Arab Spring. How Islamists Hijacked the Middle East Revolts“ bezeichnet der Journalist John R. Bradley es als einen gravierenden Fehler zu glauben, dass Demokratie im Nahen Osten im Gegensatz zum Islamismus stünde: „In the Arab world, when the gift of democracy is unwrapped,…

SCHIITISCHE BEVÖLKERUNGSMEHRHEIT?

Sehr geehrte Kurier-Redaktion, in seinem Artikel über die Aussetzung der Beobachtermission der Vereinten Nationen in Syrien schreibt Konrad Kramar in der heutigen Kurier-Ausgabe, einer der Hintergründe für die momentan eskalierende Gewalt sei die Angst des Regimes „vor einer Machtübernahme durch die schiitische Bevölkerungsmehrheit“. Schiitische Mehrheiten gibt es im Nahen Osten aber nur…

Fragwürdige Empfehlung

Sehr geehrter Herr Pándi, Sie freuen Sich in Ihrem heutigen Kommentar in der Kronen Zeitung über Norbert Darabos‘ „Mut zur eigenen Meinung“ und meinen, er habe sich „mit seiner Courage als möglicher Außenminister empfohlen“, sollte die SPÖ dieses Amt wieder einmal zu besetzen haben. Über diese Meinung kann man sich nur…

Wahrheit und Propaganda

Sehr geehrte Kurier-Redaktion, Sie schreiben in der im Zusammenhang mit dem Ende eines Hungerstreiks palästinensischer Häftlinge, die Palästinenser würden heute den „‘Tag der Katastrophe‘ (Nakba) begehen, den Tag der Gründung Israels und damit ihrer Vertreibung“. Es ist zweifellos zutreffend, dass im Zuge des israelischen Unabhängigkeitskrieges Hunderttausende Palästinenser zu Flüchtlingen wurden,…