Florian Markl

Der Politikwissenschaftler Florian Markl war zuvor Archivar und Historiker beim Allgemeinen Entschädigungsfonds für Opfer des Nationalsozialismus und Lehrbeauftragter an der Universität Wien. Gemeinsam mit Alexander Feuerherdt ist er Autor von »Vereinte Nationen gegen Israel«, erschienen bei Hentrich & Hentrich 2018.

Für antisemitischen Terror gelten andere Maßstäbe

Von Florian Markl Am Sonntag veröffentlichte die Kleine Zeitung ihren Jahresrückblick „2015 kompakt“. Wie nicht anders zu erwarten war, nehmen darin die an etlichen Schauplätzen der Welt begangenen islamistischen Terroranschläge großen Raum ein. Die Auswahl der Attacken, die in den Jahresrückblick aufgenommen wurden, ist ein eindrücklicher Beleg für die unterschiedlichen…

Judenmord aus Protest

Von Florian MarklGlaubt man Conrad Seidl im heutigen Standard, so handelt es sich bei dem designierten Oberrabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien, Arie Folger, um einen „Hardliner“, der als „eiserner Verfechter der israelischen Anliegen“ gelte. Während die Leser nicht erfuhren, was „die israelischen Anliegen“ sein sollen, war im Folgenden zu…

Verschärfte humanitäre Katastrophe als „erheblicher Beitrag zum Fortschritt“ in Syrien

Von Alexander GruberWährend seines Moskau-Besuchs in der vergangenen Woche war US-Außenminister John Kerry voll des Lobs für die Syrien-Politik seines Gastgebers: Russland habe „einen erheblichen Beitrag zu dem Fortschritt geleistet, den wir machen konnten.“ Gewissermaßen als Gastgeschenk präsentierte Kerry einen bemerkenswerten Kurswechsel: „Die Vereinigten Staaten und ihre Partner streben keinen…

Ehrlichkeit und Integrität, Iranian-Style

Von Florian MarklDie Experten der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) hielten unmissverständlich fest, dass das iranische Regime – entgegen seinen ständigen Behauptungen – bis 2003 ein „strukturiertes Nuklearwaffenprogramm“ betrieben und einige Teile davon bis mindestens 2009 fortgeführt hat. Dennoch beschloss die sogenannte internationale Gemeinschaft, über die Lügen der iranischen Führung hinwegzusehen und…

Der Standard verschweigt die militärischen Komponenten des iranischen Atomprogramms

Sehr geehrte Standard-Redaktion,in Ihrem Bericht über die Entscheidung des Gouverneursrats der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), auf eine weitere Untersuchung möglicher militärischer Komponenten des iranischen Atomprogramms zu verzichten, ist über einen jüngst veröffentlichten Report zu lesen: „Dem IAEA-Bericht zufolge stand Teheran niemals kurz vor dem Bau einer Atombombe“. Das ist eine sehr…

„Gesetzt den Fall, Assad tritt ab …“

Von Alexander GruberNicht nur EU-Politiker wie Frank-Walter Steinmeier fordern den syrischen Diktator Assad immer wieder auf, zu zeigen, „ob er sich an der Lösung [des Krieges in Syrien] beteiligen will“. Auch die US-Administration stützt ihre Pläne darauf, dass das syrische Regime eines Tages zur Vernunft komme und erkenne, dass es…

Schwedischer Hass auf den jüdischen Staat

Von Alexander Gruber Nach den Anschlägen von Paris ließ Schwedens Außenministerin Margot Wallström mit der Theorie aufhorchen, Israels Politik den Palästinensern gegenüber stelle die Folie dar, vor der der islamistische Terror in Europa zu verstehen sei: „Um der Radikalisierung entgegen zu treten, müssen wir uns der Situation im Nahen Osten…

Der Iran hat jahrelang gelogen – einer Sanktionsaufhebung steht trotzdem nichts im Weg

Von Florian MarklDer vorige Woche veröffentlichte Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) über mögliche militärische Komponenten des iranischen Atomprogramms hält unmissverständlich fest, woran kein ernst zu nehmender Beobachter noch Zweifel haben konnte: Das iranische Regime betrieb keineswegs ein rein zivilen Zwecken dienendes Atomprogramm, sondern dieses hatte sehr wohl auch militärische Seiten.…

"Kluge Köpfe statt Bomben und Drohnen": Wenn ein historischer Vergleich in die Irre führt

Sehr geehrte Presse-Redaktion,in ihrem Gastbeitrag „Kluge Köpfe statt Bomben und Drohnen“ plädieren Robert Lackner und Florian Traussnig dafür, Flüchtlinge aus Kriegsgebieten nicht als Gefahr zu betrachten, sondern sie als Potenzial für den Kampf gegen den islamistischen Terror und den Wiederaufbau ihrer Herkunftsländer zu sehen. Nation Building könne nicht von außerhalb…

Fatah-Politiker: Wen stören schon ermordete israelische Siedler oder Soldaten?

Im September erklärte PLO-Chef Mahmud Abbas vor der Generalsversammlung der Vereinten Nationen, die Palästinenser träten für eine „Kultur des Friedens und der Koexistenz“ ein. Was führende Köpfe der von Abbas geführten Palästinensischen Autonomiebehörde darunter verstehen, hat unlängst Jibril Rajoub erneut unter Beweis gestellt. 2013 hatte Rajoub, seines Zeichen Mitglied des…

Konfessionelle Spannungen im Irak

Sehr geehrte Presse-Redaktion, in seinem Gastkommentar schreibt Peter R. Neumann im Hinblick auf den Irak und den Islamischen Staat, die „konfessionellen Spannungen zwischen Schiiten und Sunniten … sind letztlich ein Produkt des amerikanischen Eingreifens 2003 und der tragischen Kettenreaktion, die so in Gang gesetzt wurde.“ Es mag ja populär sein,…

Aufgabe des iranischen Atomprogramms?

Sehr geehrte Redaktion der Salzburger Nachrichten, in der aktuellen SN-Wochenendausgabe ist im Zusammenhang mit dem Besuch einer Wirtschaftsdelegation im Iran zu lesen, dass das sogenannte Wiener Abkommen im Atomstreit eine „Voraussetzung für die schrittweise Aufhebung des Embargos ist. Zuvor muss der Iran sein Atomprogramm aufgeben.“ Diese Behauptung ist in geradezu…

Schändlicher Jahrestag: Die Vereinten Nationen gegen Israel

Vor vierzig Jahren, am 10. November 1975, fasste die Generalversammlung der Vereinten Nationen einen selbst für UN-Maßstäbe beschämenden Beschluss. Resolution 3379 hatte nur einen Inhalt: Sie erklärte den Zionismus – als einzige nationale Befreiungsbewegung der Welt – zu einer „Form des Rassismus und der rassistischen Diskriminierung“. Möglich wurde dieser Beschluss…

Sitzungen auf dem Tempelberg?

Sehr geehrte Standard-Redaktion, sehr geehrter Herr Frey, alle Achtung: In den vergangenen Wochen wurden in österreichischen Medien allerhand unwahre und direkt der palästinensischen Propaganda entnommene Behauptungen über angebliche israelische Machenschaften betreffend den Tempelberg verbreitet. Aber keine war so absurd, wie die von Anat Hoffman im Interview mit Eric Frey: „Der…

Netanjahu, der Mufti und die ausgeblendete Gegenwart

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu sorgte mit einigen Aussagen über den berüchtigten Mufti von Jerusalem, Mohammed Amin al-Husseini, und dessen Beitrag zum Holocaust für Aufregung. Manches war glatt falsch, manches unhaltbar. In der Empörung über Netanjahu ging jedoch unter, womit dieser zweifellos recht hat: Al-Husseini war ein fanatischer antisemitiischer Hetzer,…

Keine Festnahme in Gaza

Sehr geehrte Standard-Redaktion, im heutigen Standard ist zu lesen: „Israels Armee nahm derweil in Gaza den ranghöchsten Führer der Hamas, Hassan Youseff, fest.“ Spätestens seit sein Sohn ein Buch veröffentlichte, in dem er seine langjährige Zusammenarbeit mit dem israelischen Inlandsgeheimdienst offenlegte, und seit dem Film „The Green Prince“ ist der…

US-Kongress hat Iran-Deal nicht befürwortet

Sehr geehrte Kurier-Redaktion, Sie schreiben im heutigen Kurier: „Nach dem US-Kongress hat auch das nationale Parlament in Teheran das Atomabkommen des Iran mit den Westmächten sowie Russland und China ratifiziert.“ Die Behauptung, der US-Kongress habe den Iran-Deal „ratifiziert“, ist falsch. Im Senat verhinderten die Demokraten mit Verfahrenstricks eine Abstimmung –…