Florian Markl

Der Politikwissenschaftler Florian Markl war zuvor Archivar und Historiker beim Allgemeinen Entschädigungsfonds für Opfer des Nationalsozialismus und Lehrbeauftragter an der Universität Wien. Gemeinsam mit Alexander Feuerherdt ist er Autor von »Vereinte Nationen gegen Israel«, erschienen bei Hentrich & Hentrich 2018.

„Gesetzt den Fall, Assad tritt ab …“

Von Alexander GruberNicht nur EU-Politiker wie Frank-Walter Steinmeier fordern den syrischen Diktator Assad immer wieder auf, zu zeigen, „ob er sich an der Lösung [des Krieges in Syrien] beteiligen will“. Auch die US-Administration stützt ihre Pläne darauf, dass das syrische Regime eines Tages zur Vernunft komme und erkenne, dass es…

Schwedischer Hass auf den jüdischen Staat

Von Alexander Gruber Nach den Anschlägen von Paris ließ Schwedens Außenministerin Margot Wallström mit der Theorie aufhorchen, Israels Politik den Palästinensern gegenüber stelle die Folie dar, vor der der islamistische Terror in Europa zu verstehen sei: „Um der Radikalisierung entgegen zu treten, müssen wir uns der Situation im Nahen Osten…

Der Iran hat jahrelang gelogen – einer Sanktionsaufhebung steht trotzdem nichts im Weg

Von Florian MarklDer vorige Woche veröffentlichte Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) über mögliche militärische Komponenten des iranischen Atomprogramms hält unmissverständlich fest, woran kein ernst zu nehmender Beobachter noch Zweifel haben konnte: Das iranische Regime betrieb keineswegs ein rein zivilen Zwecken dienendes Atomprogramm, sondern dieses hatte sehr wohl auch militärische Seiten.…

"Kluge Köpfe statt Bomben und Drohnen": Wenn ein historischer Vergleich in die Irre führt

Sehr geehrte Presse-Redaktion,in ihrem Gastbeitrag „Kluge Köpfe statt Bomben und Drohnen“ plädieren Robert Lackner und Florian Traussnig dafür, Flüchtlinge aus Kriegsgebieten nicht als Gefahr zu betrachten, sondern sie als Potenzial für den Kampf gegen den islamistischen Terror und den Wiederaufbau ihrer Herkunftsländer zu sehen. Nation Building könne nicht von außerhalb…

Fatah-Politiker: Wen stören schon ermordete israelische Siedler oder Soldaten?

Im September erklärte PLO-Chef Mahmud Abbas vor der Generalsversammlung der Vereinten Nationen, die Palästinenser träten für eine „Kultur des Friedens und der Koexistenz“ ein. Was führende Köpfe der von Abbas geführten Palästinensischen Autonomiebehörde darunter verstehen, hat unlängst Jibril Rajoub erneut unter Beweis gestellt. 2013 hatte Rajoub, seines Zeichen Mitglied des…

Konfessionelle Spannungen im Irak

Sehr geehrte Presse-Redaktion, in seinem Gastkommentar schreibt Peter R. Neumann im Hinblick auf den Irak und den Islamischen Staat, die „konfessionellen Spannungen zwischen Schiiten und Sunniten … sind letztlich ein Produkt des amerikanischen Eingreifens 2003 und der tragischen Kettenreaktion, die so in Gang gesetzt wurde.“ Es mag ja populär sein,…

Aufgabe des iranischen Atomprogramms?

Sehr geehrte Redaktion der Salzburger Nachrichten, in der aktuellen SN-Wochenendausgabe ist im Zusammenhang mit dem Besuch einer Wirtschaftsdelegation im Iran zu lesen, dass das sogenannte Wiener Abkommen im Atomstreit eine „Voraussetzung für die schrittweise Aufhebung des Embargos ist. Zuvor muss der Iran sein Atomprogramm aufgeben.“ Diese Behauptung ist in geradezu…

Schändlicher Jahrestag: Die Vereinten Nationen gegen Israel

Vor vierzig Jahren, am 10. November 1975, fasste die Generalversammlung der Vereinten Nationen einen selbst für UN-Maßstäbe beschämenden Beschluss. Resolution 3379 hatte nur einen Inhalt: Sie erklärte den Zionismus – als einzige nationale Befreiungsbewegung der Welt – zu einer „Form des Rassismus und der rassistischen Diskriminierung“. Möglich wurde dieser Beschluss…

Sitzungen auf dem Tempelberg?

Sehr geehrte Standard-Redaktion, sehr geehrter Herr Frey, alle Achtung: In den vergangenen Wochen wurden in österreichischen Medien allerhand unwahre und direkt der palästinensischen Propaganda entnommene Behauptungen über angebliche israelische Machenschaften betreffend den Tempelberg verbreitet. Aber keine war so absurd, wie die von Anat Hoffman im Interview mit Eric Frey: „Der…

Netanjahu, der Mufti und die ausgeblendete Gegenwart

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu sorgte mit einigen Aussagen über den berüchtigten Mufti von Jerusalem, Mohammed Amin al-Husseini, und dessen Beitrag zum Holocaust für Aufregung. Manches war glatt falsch, manches unhaltbar. In der Empörung über Netanjahu ging jedoch unter, womit dieser zweifellos recht hat: Al-Husseini war ein fanatischer antisemitiischer Hetzer,…

Keine Festnahme in Gaza

Sehr geehrte Standard-Redaktion, im heutigen Standard ist zu lesen: „Israels Armee nahm derweil in Gaza den ranghöchsten Führer der Hamas, Hassan Youseff, fest.“ Spätestens seit sein Sohn ein Buch veröffentlichte, in dem er seine langjährige Zusammenarbeit mit dem israelischen Inlandsgeheimdienst offenlegte, und seit dem Film „The Green Prince“ ist der…

US-Kongress hat Iran-Deal nicht befürwortet

Sehr geehrte Kurier-Redaktion, Sie schreiben im heutigen Kurier: „Nach dem US-Kongress hat auch das nationale Parlament in Teheran das Atomabkommen des Iran mit den Westmächten sowie Russland und China ratifiziert.“ Die Behauptung, der US-Kongress habe den Iran-Deal „ratifiziert“, ist falsch. Im Senat verhinderten die Demokraten mit Verfahrenstricks eine Abstimmung –…

Mahmud Abbas und der palästinensische Terror gegen Juden

Von Florian Markl Anders als zu Beginn des palästinensischen Terrorkriegs der Jahre 2000ff. beteiligen sich palästinensische Sicherheitskräfte bislang nicht an der Gewalt gegen jüdische Israelis. Das bedeutet aber nicht, dass die palästinensische Führung keine Mitverantwortung für die Terrorattacken der vergangenen zwei Wochen trägt. Insbesondere Mahmud Abbas hat mit seiner Hetze…

„Words matter“: Der Westen hat im Wettstreit der Ideen das Feld geräumt

Die völlige Planlosigkeit des Westens im Hinblick auf Syrien führt dazu, dass immer mehr Stimmen ihrer „Sehnsucht nach einem verlässlichen Despoten“ (Richard Herzinger) freien Lauf lassen: das iranische Regime, der Massenmörder Assad und Vladimir Putin sollen die Abwicklung des Blutvergießens in Syrien übernehmen, der islamistische Möchtegern-Diktator Erdogan soll Europas Flüchtlingsproblem…

Analyse im Abseits: Die Wiener Zeitung über das Scheitern des Oslo-Friedensprozesses

Sehr geehrte Redaktion der Wiener Zeitung, in seiner heutigen „Analyse“ des Scheiterns des sogenannten Oslo-Friedensprozesses („Paukenschlag aus dem Abseits“) schreibt Michael Schmölzer: „Israel versucht eine Zwei-Staaten-Lösung mit allen Mitteln zu verhindern“. Um diese Behauptung plausibel erscheinen zu lassen, erwähnt er den Ausbau bestehender Gemeinden, die er missverständlich als „den Bau…

Wenn Banalitäten zu Schlagzeilen werden

Sehr geehrte Presse-Redaktion, in der heutigen Ausgabe der Presse findet sich ein kurzer Beitrag mit der Überschrift: „Israel will Steinewerfer bestrafen“. Darin ist von Palästinensern die Rede, die israelische Polizisten mit Steinen beworfen hätten, „nachdem diese in großer Zahl auf das Gelände der [al-Aksa-] Moschee vorgedrungen waren.“ Unabhängig davon, wie…

Die Beziehungen zu menschenverachtenden Regimen neu aufstellen

Sehr geehrter Herr Koller, zu Recht kritisieren Sie, dass das Auswechseln des Vizegeneralsekretärs des König-Abdullah-Zentrums nichts am menschenverachtenden Charakter des saudi-arabischen Regimes ändert. Besser, so meinen Sie, wäre es, die „zivilisierte Welt“ würde ihre Beziehungen zu derartigen Ländern „neu aufstellen“. Wie der Blick auf ein anderes Land in der Region…