Florian Markl

Der Politikwissenschaftler Florian Markl war zuvor Archivar und Historiker beim Allgemeinen Entschädigungsfonds für Opfer des Nationalsozialismus und Lehrbeauftragter an der Universität Wien. Gemeinsam mit Alexander Feuerherdt ist er Autor von »Vereinte Nationen gegen Israel«, erschienen bei Hentrich & Hentrich 2018.

Die „Provokation“ Jerusalem

Sehr geehrter Herr Kramar, Sie schreiben in Ihrem Kurier-Artikel über die Personalpolitik Donald Trumps, der designierte amerikanische Botschafter in Israel, David Friedman, „sorgte auch mit einer Idee für einen Skandal. Die USA sollten doch ihre Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen: eine offene Provokation der Palästinenser, die ja Jerusalem…

Der Islamische Staat und der palästinensische Konsens

Sehr geehrte Presse-Redaktion, Susanne Knaul beendet ihren Bericht über den Terroranschlag in Jerusalem unter Berufung auf nicht näher genannte „Beobachter“ mit der Bemerkung, der „palästinensische Terror ziele primär auf die Befreiung Palästinas, die Palästinenser setzten dabei auf internationale Unterstützung – allerdings nicht auf die Terrormiliz IS.“ Man könne nicht ausschließen,…

Wer sind die Freunde der Hamas in Europa? – Einige Fragen an Außenminister Sebastian Kurz

Sehr geehrter Herr Außenminister Kurz, in einem Interview mit Al-Monitor gibt der „Außenminister“ der islamistischen Terrororganisation Hamas, Osama Hamdan, Auskunft über die „guten Beziehungen“ zu einigen europäischen Staaten: „Die Hamas hat auf dem europäischen Kontinent gute Verbindungen zur Schweiz und zu Norwegen. Sie hat auch gute Verbindungen zu drei weiteren…

Mediales Totalversagen: Der verengte Blick auf Netanjahu

Von Florian Markl Wer die Berichterstattung hierzulande über die am 23. Dezember verabschiedete UN-Sicherheitsratsresolution 2334 und die Rede John Kerrys wenige Tage danach verfolgt hat, muss den Eindruck gewonnen haben, Israels Premier stehe mit seiner Kritik völlig allein da und begehe einen diplomatischen Amoklauf gegen den Rest der Welt. Es…

Wenn Meinungen als Fakten dargestellt werden

Sehr geehrter Herr Kramar, in Ihrem Kurier-Artikel über „Obamas böses Adieu“ schreiben Sie, der noch amtierende US-Präsident habe eine „letzte Attacke“ gegen den israelischen Premier Netanjahu geritten, „der ja alle Bemühungen Obamas und seines Außenministers John Kerry um eine Nahost-Lösung vereitelt hatte.“ Sie mögen der Meinung sein, Netanjahu sei für…

Vielleicht kein Antisemit

Von Florian Markl In einem Leserbrief im Standard über die antiisraelische US-Resolution vom vergangenen Freitag wehrt sich Ex-Innenminister Caspar Einem (SPÖ) gegen die „Keule des angeblichen Antisemitismus“, um dann fortzufahren: „Rechtswidriges und dann auch noch unverschämtes Verhalten sind auch nicht durch den Holocaust zu rechtfertigen. Sie sind aber geneigt, antiisraelische…

Aus dem „Büro von Premier Netanjahu“

Vorgestern schrieb ich dem Außenpolitik-Chef der Kronen Zeitung, der in einem Kommentar behauptet hatte, es habe einmal einen „Siedlungsstopp“ gegeben, der vom israelischen Premier Netanjahu „gekippt“ worden sei. Ich erläuterte, warum diese Behauptung die reale Geschichte auf den Kopf stellt und dass der israelische Siedlungsbau, anders als stets behauptet, unter…

Dutzende neue Siedlungen?

Sehr geehrter Herr Arbeiter, in Ihrem Kurier-Artikel über israelische Siedlungen schreiben Sie, Israel „verkündete Mitte der Neunzigerjahre, dass keine neuen Siedlungen im Westjordanland errichtet würden. Dennoch entstanden seither 97 neue Siedlungen“. Ich weiß nicht, worauf Sie sich bei dieser Behauptung stützen, aber auf Basis der Daten der überaus siedlungsfeindlichen israelischen…

„Kippte“ Netanjahu den Stopp des Siedlungsbaus?

Sehr geehrter Herr Seinitz, Sie schreiben in ihrem Kommentar über die Anti-Siedlungs-Resolution des UN-Sicherheitsrates in der Kronen Zeitung: „Einen Stopp [des israelischen Siedlungsbaus] gab es schon einmal. Er wurde von Netanjahu gekippt.“ Das ist falsch: Tatsächlich war es niemand anderer als Premier Netanjahu, der im November 2009 ein zehnmonatiges Moratorium…

Obama, Chanukka und die Resolution des Sicherheitsrates

Von Florian Markl Am 14. Dezember lud Barack Obama zu einem Empfang ins Weiße Haus. Anlass der Feier war das bevorstehende jüdische Lichtfest. In seiner Begrüßungsrede verwies der Präsident auf das, woran Chanukka erinnere: „Wie eine kleine Gruppe einen großen Unterschied machen kann.“ Es sei die „Geschichte des unwahrscheinlichen militärischen…

Das Verschweigen des palästinensischen Terrors

Sehr geehrte Presse-Redaktion, in ihrem Artikel über das Peres Center for Peace beschreibt Steffi Unsleber das Scheitern des sogenannten Oslo-Friedensprozesses folgendermaßen: „Aber dann, im November 1995, wurde Rabin ermordet, von einem jüdischen Jusstudenten. Oppositionsführer Ariel Sharon ging im September 2000 auf dem Tempelberg spazieren und löste damit die Zweite Intifada…

Hamas-Anhänger wollen in Essen feiern

Von Felix Balandat Die „Palästinensische Gemeinschaft in Deutschland“ (PGD) will am 25. Dezember in der „Magazin Eventhalle“ in Essen eine Konferenz mit internationalen Gästen abhalten. Bereits vor kurzem wollte sie in Berlin im „Verlagsgebäude Neues Deutschland“ eine ähnliche Veranstaltung durchführen. In Folge der Berichterstattung u.a. von Mena Watch kam es…

Bush, Gottes Wille und der Irak-Krieg

Sehr geehrter Herr Sperl, immer wieder behaupten Sie in Ihren Standard-Kolumnen, das wahre Motiv für die Irak-Invasion 2003 und den Sturz des Regimes von Saddam Hussein sei „religiös-ideologischer“ Natur gewesen: Der damalige amerikanische Präsident George W. Bush und seine „neokonservativen Assistenten“ hätten „gar nicht verschwiegen“, dass es um den „‚Entscheidungskampf‘…

„Was geht das mich an?“ Palästinensische Stimmen über eine US-Botschaft in Jerusalem

Von Florian Markl Geht es nach dem palästinensischen Chef-Verhandler Saeb Erekat, würde die Verlegung der amerikanischen Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem den „Friedensprozess“ zerstören und den gesamten Nahen Osten in „Chaos, Rechtlosigkeit und Extremismus“ stürzen. Anstatt diese implizite Drohung mit einer neuen Terrorwelle für bare Münze zu…

Was Amerikas neuer Botschafter in Israel bedeutet

Von Florian Markl Blieben die Reaktionen des offiziellen Israel zurückhaltend, als Donald Trump am vergangenen Wochenende Rex Tillerson als designierten US-Außenminister vorstellte, so herrscht jetzt gute Laune in Jerusalem: Mit David Friedman wird ein ganz neuer Tonfall in der amerikanischen Botschaft Einzug halten, die sich noch in Tel Aviv befindet,…

Michael Flynn und der Islamismus

Sehr geehrte Redaktion der Kleinen Zeitung, in einem Interview mit dem arabischen Fernsehsender Al Jazeera sagte der designierte amerikanische Nationale Sicherheitsberater Michael Flynn über Dschihadisten wie die Kämpfer des Islamischen Staates: „(T)hey have grabbed hold of this religion and they are using it in a very, very dangerous way and…

Ein Putin-Freund als Donald Trumps Außenminister

Von Florian Markl Donald Trump hat sich entschieden und beendet das wochenlange Rätselraten: Der nächste US-Außenminister soll Rex W. Tillerson heißen. Was dies für die künftige amerikanische Außenpolitik bedeutet, lässt sich nur schwer einschätzen. Tillerson, der nach einer 40-jährigen Karriere im Ölkonzern zuletzt als Präsident und CEO von ExxonMobil fungierte,…