Khamenei droht mit »geografisch nicht eingeschränkter« Reaktion auf jeden Angriff

Iranische Sicherheitskräfte vor einem Porträt von Mojtaba Khamenei
Iranische Sicherheitskräfte vor einem Porträt von Mojtaba Khamenei (Quelle: JNS)

Die Streitkräfte der Islamischen Republik befänden sich in höchster Alarmbereitschaft, erklärte der Oberste Führer des Iran, Mojtaba Khamenei.

Khamenei wies die iranischen Streitkräfte am Samstag an, darauf vorbereitet zu sein, jeden Angriff auf das Land »mit einer sofortigen, wirkungsvollen und geografisch nicht eingeschränkten Reaktion« zu beantworten. Dies berichteten die staatliche Iranian Students’ News Agency (ISNA) und Reuters unabhängig voneinander. Kahemeni erklärte ferner, dass sich die iranischen Streitkräfte entlang der Golfküste, in und um die Straße von Hormus und den Golf von Oman sowie an den nordwestlichen und südöstlichen Grenzen des Iran in höchster Alarmbereitschaft befänden.

Die Anweisung des Obersten Führers erfolgte vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen im gesamten Nahen Osten. Berichten zufolge könnte es nach den US-Zwischenwahlen am 3. November erneut zu einer militärischen Konfrontation zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran kommen.

Verhandlungen oder Krieg?

Vergangene Woche spielte US-Präsident Donald Trump einen Bericht des Wall Street Journal (WSJ) herunter, in dem es um ein Schreiben von Vizepräsident JD Vance an das iranische Regime ging, um die Verhandlungen zur Beendigung des Konflikts wieder aufzunehmen. Trump behauptete gegenüber einem Reporter, er habe Vance nicht angewiesen, sondern es ihm lediglich gestattet, den Brief zu versenden, in dem es auch nur um humanitäre Hilfe gegangen sei. Laut dem WSJ übergab der Vizepräsident das Schreiben an den Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Rezaei, der als einer der radikalsten Politiker Teherans gilt.

Der iranische Außenminister Abbas Araghchi sagte am Samstag in einem Interview mit dem in Katar ansässigen Sender Al Jazeera, dass Vances Brief derzeit von der iranischen Führung geprüft werde. Auch wenn das Schreiben ein »positiver Schritt« sei, gebe es zum jetzigen Zeitpunkt keine Pläne für ein Treffen mit US-Vertretern. Araghchi fügte hinzu, dass eine Delegation aus Teheran nach Doha gereist sei, um den iranischen Vorschlag zur Wiederöffnung der Straße von Hormus zu erörtern. Ziel der Gespräche sei es, den Wiederausbruch des Krieges zu verhindern, erklärte eine mit den Beratungen vertraute Quelle.

Kurz davor hatte Trump erklärt, dass das Raketenarsenal des Iran reduziert worden sei und Energieengpässe die Drohnenproduktion des Landes behinderten. Zugleich bekräftigte er seine Zusage, dass Teheran niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelangen werde. »Ihre Raketen sind immer noch da, aber viel weniger. Bei den Drohnen, die sie herstellen, haben sie Schwierigkeiten, weil sie keinen Strom mehr bekommen. Der Iran wird niemals, niemals eine Atomwaffe besitzen.«

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