Kraftstoffengpass und Rückgang der Rohölexporte: Iranischer Ölminister tritt zurück

Der iranische Präsident Peseschkian (re.) akzeptierte das Rücktrittsgesuch von Ölminister Paknejad (li.)
Der iranische Präsident Peseschkian (re.) akzeptierte das Rücktrittsgesuch von Ölminister Paknejad (li.) (© Imago Images / ZUMA Press Wire)

Die US-Blockade hat die Rohölexporte des Iran zum Erliegen gebracht, erklärte der Chef der Zentralbank. Zuvor musste die Regierung schon die Subventionierung der Benzinpreise teilweise aussetzen.

Der iranische Ölminister Mohsen Paknejad ist zurückgetreten. In der Folge wurde der Vorstandsvorsitzende der staatlichen National Iranian Oil Company (NIOC), Hamid Bovard, zum amtierenden Minister ernannt. Paknejad, der das Amt seit August 2024 innehatte, hatte bereits vor einiger Zeit aus »persönlichen Gründen« seinen Rücktritt eingereicht und auf diesem Schritt bestanden, wie Regierungsvertreter mitteilten. Das Büro Masoud Peseschkian teilte mit, der Präsident habe den Rücktritt am Sonntag angenommen und Bovard zu dessen interimistischem Nachfolger ernannt, berichtete der Nachrichtendienst des Ministeriums.

Der 62-jährige Bovard leitet die NIOC seit 2024 und war zuvor Geschäftsführer der National Iranian South Oil Company sowie der Iranian Offshore Oil Company. Er soll das Ministerium leiten, während die Regierung beratschlagt, wen sie als dauerhaften Nachfolger von Paknejad ernennen soll.

Krise des Öl- und Karftstoffsektors

Bovard übernimmt das Amt zu einem Zeitpunkt, an dem die iranische Energieindustrie unter starkem Druck durch eine Seeblockade der USA steht. Die Blockade habe dazu geführt, dass die Exporte auf null gesunken sind, erklärte der Chef der iranischen Zentralbank zuvor. Die Neubesetzung erfolgt auch weniger als einen Monat, nachdem der Iran den Benzinpreis für Autofahrer erhöht hatte, die ihre subventionierte monatliche Zuteilung überschreiten. Seit dem 7. September kostet Benzin über die 110-Liter-Quote hinaus 100.000 Rial pro Liter – und damit doppelt so viel wie zuvor. Die Regierung erklärte, die Maßnahme solle ein tägliches Benzindefizit von etwa zehn Millionen Litern ausgleichen.

Der Iran subventioniert weiterhin die ersten 110 Liter, die jeden Monat gekauft werden, wobei 60 Liter zu 15.000 Rial pro Liter und weitere 50 Liter zu 30.000 Rial kosten. Der höhere Preis der dritten Stufe gilt für den Verbrauch, der über diese Menge hinausgeht. Die Preiserhöhung folgte auf Engpässe und Warteschlangen an Tankstellen, da der Iran Schwierigkeiten hat, den Inlandsverbrauch mit den verfügbaren Vorräten in Einklang zu bringen. Der Kraftstoffverbrauch ist über die inländischen Raffineriekapazitäten hinaus gestiegen, was die Abhängigkeit des Landes von Importen erhöht hat.

Der Kraftstoffengpass fiel mit erheblichen Beeinträchtigungen der iranischen Ölexporte zusammen. Der Krieg mit den USA und die Beschränkungen für den iranischen Schiffsverkehr haben die Möglichkeiten des Landes eingeschränkt, Rohöl durch die Region zu transportieren und Öleinnahmen zu erzielen. Paknejad erklärte vor seinem Rücktritt, dass die Einnahmen aus bereits verkauftem Öl weiterhin im Iran einträfen. Im August sagte er, der Iran habe aufgrund von Infrastrukturschäden, die durch den Krieg verursacht wurden, etwa 95 Millionen Kubikmeter Gasproduktion verloren.

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