Nach Raketenangriff stellen VAE Handel mit dem Iran ein

Ziel des iranischen Raketenangriffs: Handelsschifffahrt vor den Vereinigten Arabischen Emiraten
Ziel des iranischen Raketenangriffs: Handelsschifffahrt vor den Vereinigten Arabischen Emiraten (© Imago Images / Anadolu Agency)

Die Vereinigten Arabischen Emirate gaben am Dienstag bekannt, dass sie den Handel mit dem Iran einstellen, nachdem die Islamische Republik zwei ballistische Raketen auf das Land abgefeuert hatte.

Der jüngste iranische Angriff auf die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) war der erste nach drei Monaten relativer Ruhe. Seit einem Angriff am 4. Mai, bei dem ein industrieller Erdölkomplex in Fujairah – einem Hafen am Golf von Oman mit einer wichtigen Ölpipeline, die die umstrittene Straße von Hormus umgeht – beschädigt worden war, gab es keine erfolgreichen, direkt vom Iran gestarteten Attacken mehr gegen das Land. Mitte Mai hatten mit dem Iran verbündete Milizen im Irak das emiratische Atomkraftwerk Barakah mit Drohnen attackiert.

Das Verteidigungsministerium der VAE teilte mit, dass die beiden jüngsten Raketen auf den Schiffsverkehr zielten, aber ins Meer gestürzt seien, ohne Schaden anzurichten. In einer früheren Erklärung hieß es, die Raketen seien von der Flugabwehr des Landes erfasst worden und eine sei in den Hoheitsgewässern der VAE eingeschlagen. Der Angriff löste Luftalarm für die Einwohner von Dubai und dem benachbarten Emirat Sharjah aus.

Stunden nach dem Angriff erklärte die Leiterin der Abteilung für strategische Kommunikation im Außenministerium der VAE, Afra Al Hameli, dass das Land seine wirtschaftlichen Beziehungen zum Iran abbrechen werde. »Angesichts regionaler Eskalationen, die den regionalen und internationalen Frieden und die Sicherheit untergraben, wurden der gesamte Handel, alle geschäftlichen Beziehungen und alle Finanztransaktionen mit dem Iran bis auf Weiteres eingestellt.«

Trotz der regionalen Rivalität sind die VAE seit langem einer der wichtigsten Handelspartner des Iran, und in den VAE ansässige Unternehmen, die versuchen, das Land als Zufluchtsort für iranische Vermögenswerte zu nutzen, sind häufig Ziel von US-Sanktionen.

Keine Verhandlungen

Seit die Vereinigten Staaten und Israel im Februar den Krieg gegen den Iran begonnen haben, wurden die Vereinigten Arabischen Emirate zum Ziel von mehr iranischen Raketen- und Drohnenangriffen als jedes andere Land in der Region. Anfang April gaben die VAE an, fast 3.000 iranische Raketen und Drohnen abgefangen zu haben. Der jüngste Angriff erfolgte zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Vereinigten Staaten und der Iran hinsichtlich des Status des Konflikts weiterhin in einer Pattsituation befinden.

Das Wall Street Journal berichtete am Sonntag, dass der Iran die Zeit seit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsmemorandums Mitte Juni genutzt habe, um sich auf eine Eskalation des Konflikts vorzubereiten. Dazu habe er unter anderem die Produktion von Raketen und Drohnen hochgefahren. Am Montag lief die in der Absichtserklärung festgelegte 60-Tage-Frist für den Abschluss eines endgültigen Waffenstillstandsabkommens ab, ohne dass eine der beiden Seiten Anzeichen dafür gab, dass der Konflikt kurz vor einem Ende stünde. »Derzeit finden keine Gespräche oder Verhandlungen mit der Islamischen Republik Iran statt, und es sind auch keine geplant«, schrieb US-Präsident Donald Trump am Dienstag. »Die Seeblockade bleibt in vollem Umfang in Kraft.«

Kurz vor dem iranischen Raketenangriff sprach Trump telefonisch mit dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohamed bin Zayed Al Nahyan. Dabei erörterten die beiden »die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten und die laufenden Bemühungen, diese zu bewältigen«, wie die staatliche Emirates News Agency berichtet.

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