Syrien: Angriff auf kurdische Rückkehrer nach Hasaka

Syrien: SDF-Kommandeur trifft Ziad al-Ayesh, den Gesandten des Übergangspräsidenten Ahmed al-Sharaa
Syrien: SDF-Kommandeur trifft Ziad al-Ayesh, den Gesandten des Übergangspräsidenten Ahmed al-Sharaa (Quelle: SANA)

Am Donnerstag traf sich der Chef der kurdisch geführten SDF mit dem Gesandten von Syriens Präsident al-Sharaa, um die Sicherheitslage in der nordöstlichen Provinz Hasaka zu erörtern.

Der Kommandeur der kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Mazloum Abdi, empfing den Gesandten des syrischen Interimspräsidenten Ahmed al-Sharaa zu wichtigen Gesprächen über die Sicherheitslage in der Provinz Hasaka im Nordosten Syriens (Rojava), wie es am Donnerstagabend in einer Erklärung hieß. Das Treffen zwischen Abdi und Ziad al-Ayesh fand nur wenige Tage nach einem Vorfall statt, bei dem die Rückkehr eines Konvois mit Hunderten von vertriebenen kurdischen Familien in die Region Hasaka durch Attacken bewaffneter Angreifer gestört worden war.

In seiner Erklärung schrieb der SDF-Kommandeur, er habe den Präsidialgesandten al-Ayash zusammen mit Awad al-Jassem empfangen. Letzterer ist Kommandeur der 60. Division der syrischen Armee, zu der die SDF-Kämpfer gehören, die in Hasaka in die syrischen Streitkräfte integriert sind. Ziel des Gesprächs war es, »eine Reihe wichtiger Themen und Fragen im Zusammenhang mit der Sicherheit und Stabilität« in der mehrheitlich von Kurden bewohnten Provinz zu erörtern.

Bei dem Treffen seien außerdem »die Angriffe auf staatliche Institutionen, die Probleme der vertriebenen Zivilisten sowie die Beschleunigung und der Abschluss der Integrationsprozesse« angesprochen worden. Die Treffen hätten in »positiver Atmosphäre« stattgefunden und zu »einer Reihe von Lösungen« geführt. Dabei seien »ernsthafte Schritte zur Bewältigung der Probleme« besprochen worden, schrieb Abdi nach dem Treffen.

Rückkehr der Binnenflüchtlinge

Die Gespräche fanden wenige Tage nach dem Angriff statt, der am Montag auf den ersten Konvoi kurdischer Vertriebenenfamilien verübt worden war, die nach Sare Kani in Hasaka zurückkehrten. »Wir verurteilen die Angriffe einer Gruppe von Saboteuren auf Familien, die in die Stadt Sare Kani zurückkehren. Wir verurteilen die Versuche, die Bewohner daran zu hindern, in ihre Stadt zurückzukehren«, sagte der ehemalige hochrangige SDF-Kommandeur Sipan Hemo, der im März zum stellvertretenden syrischen Verteidigungsminister ernannt worden war.

Sare Kani, das auf Arabisch Ras al-Ain heißt, und die umliegenden Gebiete gerieten nach einer Militäroffensive im Oktober 2019 unter die Kontrolle der türkischen Streitkräfte und mit ihnen verbündeter syrischer Milizen. Dies führte zur Vertreibung Zehntausender kurdischer, arabischer und anderer Einwohner. Die Rückkehr der Vertriebenen am Montag steht im Einklang mit einer Vereinbarung vom 29. Januar, die nach wochenlangen intensiven Kämpfen zwischen den SDF und der syrischen Übergangsregierung erzielt wurde.

Das Abkommen sieht einen dauerhaften Waffenstillstand vor und legt die schrittweise Integration der militärischen und zivilen Verwaltungsinstitutionen in Rojava in den syrischen Staat fest. Außerdem wurden darin Maßnahmen zur Erleichterung der sicheren Rückkehr der Vertriebenen in ihre Heimatstädte festgelegt.

Der Vorfall vom Montag löste Proteste in mindestens drei großen Städten in Rojava aus: in Hasaka, Qamischli und Kobane. Abdi verurteilte daraufhin den Angriff auf die Rückkehrer nach Sare Kani. Er forderte sowohl die Aufklärung des Vorfalls als auch Zurückhaltung seitens »der kurdischen Straße«, während er gleichzeitig auf die Zusammenarbeit mit den Behörden in Damaskus hinwies, um eine sichere Rückkehr zu ermöglichen.

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