Israel und Afrika: Chancen in der Sahelzone?

Der Sahel: Übergangszone zwischen der Wüste Sahara im Norden und der Trockensavanne im Süden

Während Israel freundschaftliche Beziehungen zu einer Reihe von afrikanischen Ländern unterhält, ist über seine Aktivitäten in der Sahelzone nur wenig bekannt.

 Während europäische Staaten wie Irland, Belgien und Spanien Israel zunehmend kritisch gegenüberstehen, agieren südamerikanische Länder wie Kolumbien oder Bolivien nach der Abwahl linker Regierungen wieder freundlicher. Sie haben die zuvor abgebrochenen Beziehungen zum jüdischen Staat wiederaufgenommen oder wie im Fall von Paraguay ihre Botschaft nach Jerusalem verlegt. Über die Beziehungen Israels zu afrikanischen Staaten ist – abgesehen von den gespannten Beziehungen mit Südafrika, das Israel vor dem IGH wegen Völkermords verklagt – wenig bekannt.

Die angekündigte – allerdings nicht immer realisierte – Bereitschaft, die Botschaft nach Jerusalem zu verlegen, kennzeichnet besonders enge Beziehungen, wie es für Sierra Leone, Malawi und Äquatorialguinea gilt.

Das von Somalia abgefallene Somaliland wurde von Israel als einzigem Staat diplomatisch anerkannt, nicht zuletzt wegen seiner strategischen Lage gegenüber dem von den Huthi beherrschten Teil des Jemen. Freundschaftliche Beziehungen bestehen auch mit dem Südsudan, der in seinem Unabhängigkeitskampf vom Mossad unterstützt wurde. Der weiterhin vom Bürgerkrieg betroffene Sudan und Marokko unterzeichneten die Abraham-Abkommen, ohne dass danach – wie bei den Golfstaaten – eine wirkliche Zusammenarbeit mit Israel realisiert wurde. Mit Ägypten besteht schon Jahrzehnte ein formeller »kalter« Friedensvertrag.

Strategisches Interesse

Die Sahelzone in Afrika ist die in Ost-West-Richtung langgestreckte Übergangszone zwischen der Wüste Sahara im Norden und der Trockensavanne im Süden. Im Sahel gibt es in periodischen Abständen schwerwiegende Dürren, die zu Hungersnöten führen. Die Region besteht aus Teilen des Sudan, des Tschad, von Mali, Niger, Burkina Faso sowie Mauretanien und dem Senegal. In diesen Ländern regieren vielfach Militärregime, die in der Vergangenheit von Frankreich, jüngst aber von Russland unterstützt werden, wobei China ebenfalls verstärkt Einfluss ausübt.

Das politische Muster ist bei praktisch allen Sahel-Staaten sehr ähnlich. Die meisten davon befinden sich im Bürgerkrieg mit Tuareg-Rebellen oder mit dschihadistischen Milizen der Al-Qaida oder des Islamischen Staates, die – wie unlängst in Mali – die vom Militär geführten Zentralregierungen bedrohen.

Über Israels Aktivitäten in der Sahel-Zone ist wenig bekannt. Eine Ausnahme ist der Tschad, wo Präsident Idriss Déby jahrzehntelang regierte, bis er im Jahr 2021 von Rebellen ermordet wurde. Auf ihn folgte unter angeblicher Involvierung des Mossad eine Militärjunta unter der Leitung seines Adoptivsohnes Mahamat Idriss Déby Itno, der 2024 in einer umstrittenen Wahl zum Präsidenten gewählt wurde.

Während die Sahelzone für Jerusalem strategisch bedeutend ist, könnten stärkere israelische Aktivitäten den dortigen Staaten ermöglichen, westliche Technologie ohne die Involvierung der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich zu erlangen, zu der sie in der Regel gespannte Beziehungen pflegen. Antiisraelisch motivierte Sympathien für die Sache der Palästinenser in der Bevölkerung, die 2025 etwa zur Rückberufung des tschadischen Botschafters aus Tel Aviv führten, stellen allerdings ebenso eine Erschwernis dar wie die Präsenz Russlands und Chinas. 

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