Die Listung sei auch dann nicht zurückgenommen worden, wenn die Terrorverbindungen der Betroffenen offengelegt wurden, schreibt UN Watch in einem neuen Bericht.
Ein neuer Bericht der UN Watch ergab, dass die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) wiederholt Mitglieder der Hamas und des Palästinensischen Islamischen Dschihad als Journalisten bezeichnet hat, nachdem diese in Gaza getötet worden waren. Diese Listung sei teilweise selbst dann noch beibehalten worden, wenn Beweise für die Verbindungen der Betroffenen zu Terrorgruppen öffentlich gemacht wurden.
Laut dem am Mittwoch veröffentlichten UN-Watch-Bericht hat die UNESCO »die fraglichen Aussagen weder korrigiert noch zurückgezogen«, obwohl die Hamas und der Palästinensische Islamische Dschihad später einräumten, dass mehrere der als Journalisten identifizierten Personen Mitglieder ihrer Organisationen waren.
Überprüfung erforderlich
Zu den angeführten Fällen gehört Mohammed Manhal Abu Armana, den die UNESCO als »Journalisten der Nachrichtenagentur Palestine Now« in ihrer Liste führt. UN Watch erklärte, die Hamas habe später ein Märtyrervideo veröffentlicht, in dem der Tote als Zugführer identifiziert wurde. In dem Video war ein waffentragender Abu Armana zu sehen, der eine Panzerfaust abfeuerte und erklärte: »Bei Allah, wir werden dieses Blut nicht verraten.«
Als weiteres Beispiel nennt der Bericht Anas al-Sharif, den die UNESCO als Al-Jazeera-Journalisten anführt. UN Watch erklärte, die israelischen Behörden hätten bereits vor der Veröffentlichung der UNESCO-Erklärung Beweise vorgelegt, wonach al-Sharif eine Hamas-Zelle angeführt habe, die für die Vorbereitung von Raketenangriffen verantwortlich gewesen ist.
»Das UNESCO-Engagement zur Verteidigung der Pressefreiheit weltweit birgt ein enormes Potenzial«, erklärte UN Watch. »Diese einmalige Gelegenheit wird jedoch vertan, wenn die Autorität der Vereinten Nationen dazu genutzt wird, Tatsachenbehauptungen aufzustellen, die nicht ausreichend überprüft wurden.« Die Nichtregierungsorganisation forderte den UNESCO-Generaldirektor Khaled El-Enany auf, alle seit dem 7. Oktober 2023 veröffentlichten Erklärungen zu Opfern unter Journalisten zu überprüfen, um ungenaue Einträge zu »korrigieren oder zurückzuziehen«. Darüber hinaus müsse die UNESCO ihre Überprüfungsverfahren untersuchen und die für die Einstufungen verantwortlichen Beamten öffentlich benennen.
