Nachdem Indonesien an Trumps Friedensplan für Gaza teilnimmt, wird das Land als einer der nächsten Kandidaten für die Erweiterung der Abraham-Abkommen mit Israel gehandelt.
Als der amerikanische Präsident Donald Trump Mitte Oktober zum Gaza-Friedensgipfel in Ägypten einlud, war unter den Gästen auch Prabowo Subianto. Der indonesische Präsident ist ehemaliger General und Schwiegersohn des früheren langjährigen und autoritär herrschenden Präsidenten Haji Mohamed Suharto. Subianto erhielt seine militärische Ausbildung unter anderem in den USA und Westdeutschland und wurde nach mehreren vorherigen erfolglosen Kandidaturen im Jahr 2024 mit 58 Prozent der Stimmen zum indonesischen Staatsoberhaupt gewählt.
Das mit über 283 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste muslimische Land, das neben Pakistan als einziger asiatischer Staat auf dem Friedensgipfel in Sharm el-Sheik vertreten war, wird als Kandidat für eine Erweiterung der Abraham-Abkommen gehandelt. In seiner Rede vor der UNO-Generalversammlung Ende September hatte Subianto die mögliche Entsendung einer 20.000 Mann starken Friedenstruppe in den Gazastreifen in Aussicht gestellt. In seiner mit dem Wort »Schalom« beendeten Rede sprach er auch von der Notwendigkeit, Israel anzuerkennen und seine Sicherheit zu gewährleisten.
Während US-Präsident Trump nach seiner Ankunft im Nahen Osten und vor seiner Weiterfahrt nach Ägypten eine Ansprache vor dem israelischen Parlament hielt, gab es anscheinend auch Pläne von Präsident Subianto, nach Israel zu reisen. Nachdem darüber aber vorzeitig in den Medien berichtet worden war, nahm er wegen Bedenken bezüglich innenpolitischer Probleme davon Abstand und beschloss abzuwarten, ob der Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas von Dauer sein würde.
Politik der Annäherung
Bereits 1993 besuchte der damalige israelische Ministerpräsident Yitzhak Rabin Subiantos Schwiegervater, General Suharto. Ein Jahr später besuchte der einflussreiche und antifundamentalistische indonesische Politiker Abdurrahman Wahid, der später Staatspräsident werden sollte, auf Einladung von Shimon Peres den jüdischen Staat und nahm an der feierlichen Zeremonie zur Unterzeichnung des Friedensvertrags zwischen Israel und Jordanien teil.
Indonesien ist an einer globalen, wirtschaftlich positiven Entwicklung interessiert, sowohl im südasiatischen Raum und mit China, aber auch mit dem Nahen Osten. Die regionale Position des Landes wurde durch die Teilnahme an Trumps Friedensplan für den Gazastreifen jedenfalls gestärkt. 87 Prozent der Bevölkerung Indonesiens sind Muslime und praktizieren mehrheitlich (außer in der Islamistenhochburg Aceh) eine sehr gemäßigte Form des Islams, die auch dazu führt, dass das Land im interreligiösen Gespräch sehr aktiv ist. Ob Indonesien nun eines der nächsten Länder sein wird, das den Abraham-Abkommen beitritt und Frieden mit Israel schließt, bleibt abzuwarten.
