Im August wurde der Film aus dem Programm genommen, weil die Produzenten sich nicht um die Einholung der Rechte für die Massaker-Videos bei der Hamas bemüht hätten.
Ein Dokumentarfilm über die Bemühungen eines pensionierten israelischen Generals, seine Familie während des Hamas-Massakers am 7. Oktober 2023 zu retten, gewann am Sonntag beim Toronto International Film Festival (TIFF) den People’s Choice Award (Publikumspreis) für den besten Dokumentarfilm, nachdem er zunächst aus dem Programm genommen worden war.
Der in Kanada produzierte Film The Road Between Us: The Ultimate Rescue erzählt die Geschichte von Noam Tibon, der seinen Sohn, seine Schwiegertochter und seine beiden Enkelinnen während des Überfalls der Hamas im Süden Israels retten konnte. Zusätzlich brachte er auch Überlebende des Angriffs auf das Nova Music Festival in Sicherheit und rettete verwundete Soldaten.
Die Weltpremiere des Films in der vergangenen Woche führte zu Zusammenstößen zwischen pro-palästinensischen und pro-israelischen Demonstranten vor dem Saal.
Hamas-Filmrechte
Der Präsentation des Films ging ein veritabler Skandal voraus, hatte das Toronto Film Festival den Film im August doch abrupt aus dem Programm genommen, was internationale Empörung auslöste, bevor die Veranstalter eine Kehrtwende machten und ihn wieder aufnahmen. Ein TIFF-Sprecher erklärte damals gegenüber der Online-Nachrichtenseite Deadline aus Hollywood, der Film wurde zurückgezogen, »weil die allgemeinen Anforderungen für die Aufnahme in das Festival und die Bedingungen, die bei der ursprünglichen Einladung des Films gestellt wurden, nicht erfüllt wurden, darunter die rechtliche Freigabe aller Filmmaterialien«.
»Der vom Festival angegebene Grund für die Absage war also, dass die Filmemacher keine ausdrückliche Genehmigung zur Verwendung von Videos der Hamas-Aktivisten während des Angriffs erhalten hatten und das Festival eine mögliche Klage befürchtete«, kommentierte die Times of Israel.
Israels Außenminister Gideon Saar kritisierte die Entscheidung, die getroffen wurde, weil »es keine ›rechtliche Freigabe‹ der Hamas für ihre GoPro-Massaker-Videos gab«. Das Festival hätte wohl auch »Hitler oder Goebbels um die Urheberrechte für Auschwitz-Filmmaterial gebeten«, schrieb Saar spöttisch und fügte hinzu: »Natürlich wird das Festival fünf palästinensische Filme zeigen. Diese bösartige und widerwärtige Entscheidung muss sofort rückgängig gemacht werden!«
Das Toronto International Film Festival ruderte nach der Kritik an seiner ursprünglichen Entscheidung zurück und bestritt, den Film zensiert zu haben. »Ich möchte klarstellen: Behauptungen, der Film sei aufgrund von Zensur abgelehnt worden, sind eindeutig falsch«, sagte TIFF-CEO Cameron Bailey in einem Beitrag auf X. »Ich bin weiterhin entschlossen, mit dem Filmemacher zusammenzuarbeiten, um die Vorführbedingungen des TIFF zu erfüllen, damit der Film auf dem diesjährigen Festival gezeigt werden kann.«
