Wiederaufbau der Flugabwehr: Iran bittet Belarus um Militärhilfe

Irans Präsident Masoud Peseschkian zu Besuch bei seinem Amtskollegen Alexander Lukaschenko in Belarus

Laut ukrainischem Geheimdienst bemüht sich die Islamische Republik um Militärhilfe aus Belarus, das weniger durch Sanktionen eingeschränkt ist als Irans Partner Russland.

Der Iran hat Belarus um Hilfe beim Wiederaufbau seiner beschädigten Luftabwehr- und elektronischen Kriegssysteme nach dem Konflikt mit Israel im Juni gebeten, teilte der ukrainische Auslandsgeheimdienst mit. »Im Gegensatz zu Russland ist Belarus weniger durch Sanktionen im militärtechnischen Bereich eingeschränkt und könnte zu einem Kanal für den Wiederaufbau der Verteidigungsfähigkeiten des Irans werden«, erklärte der Geheimdienst laut dem ukrainischen, englischsprachigen Medienunternehmen The Kyiv Independent in einer Stellungnahme.

Dem Bericht zufolge wurde die Bitte während des jüngsten Besuchs von Präsident Masoud Peseschkian in Minsk vorgebracht, wo er sich mit dem belarussischen Staatschef Alexander Lukaschenko traf. Während sich die offiziellen Gespräche auf Handel und Investitionen konzentrierten, suchte Teheran laut ukrainischem Geheimdienst hinter den Kulissen nach Unterstützung für seine Verteidigungsbedürfnisse.

Der Iran plane, »Belarus als weiteren Kanal für den Zugang zu sanktionierten Gütern zu nutzen. Für Minsk bietet dies die Aussicht auf eine Beteiligung an Projekten, die weit über die offiziell angekündigten Themen hinausgehen.«

Beide Länder sind enge Verbündete Moskaus. Die Islamische Republik hat Russland mit Drohnen und Raketen beliefert, die bei Angriffen auf die Ukraine eingesetzt wurden, während Belarus den russischen Streitkräften gestattete, sein Territorium für Operationen zu nutzen.

Peseschkians Besuch am 20. August unterstrich die »Blick nach Osten«-Strategie Teherans, die auf eine Annäherung an bzw. engere Zusammenarbeit mit Russland, China und deren sanktionierte Verbündete abzielt. Iranische staatliche Medien stellten die Reise als Reaktion auf den Druck des Westens und als »klare Botschaft gegen Unilateralismus und Sanktionen« dar. Belarus steht wie der Iran unter gravierenden Sanktionen und ist wegen seiner Unterstützung Moskaus in der Ukraine stark isoliert.

Außer Gefecht gesetzt

Der Iran setzte im Krieg gegen Israel im vergangenen Juni eine Mischung aus russischen S-300 Luftabwehrraketen, chinesischen Batterien und seinen eigenen Bavar-373-Systemen ein, dazu Kurzstreckenplattformen wie Raad, Khordad und Azarkhsh, die jedoch mit schlecht integrierten Radarsystemen ausgestattet sind.

Unterstützt durch Drohnenangriffe des Mossads innerhalb des Irans zerstörte Israel am 13. Juni etwa hundertzwanzig dieser Systeme – ein Drittel des iranischen Arsenals – oder setzten sie zumindest außer Gefecht, darunter auch Langstreckeneinheiten. Während des größten Teils des zwölftägigen Konflikts griffen israelische Jets Ziele im ganzen Land ohne nennenswerten Widerstand der Luftabwehr an.

Teheran räumte ein, dass einige Verteidigungsanlagen beschädigt worden seien, behauptet jedoch, dass vorab positionierte Reserven diese schnell ersetzt hätten. Im August berichteten staatliche Medien, dass die Anlagen wieder aufgebaut und »um ein Vielfaches stärker« seien, während westliche und israelische Quellen angaben, dass die Radarsysteme weiterhin beeinträchtigt und anfällig für Störungen seien.

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