Der ägyptische Außenminister Badr Abdelatty erklärte, jede Beteiligung Kairos im Gazastreifen erfordere ein eindeutiges Mandat der Vereinten Nationen.
Ägypten erklärte am Montag seine Bereitschaft, im Rahmen einer durch eine Resolution des UN-Sicherheitsrats unterstützten internationalen Truppe Streitkräfte im Gazastreifen zu stationieren. »Wir sind natürlich bereit, zu helfen und einen Beitrag zu jeder internationalen Truppe zu leisten, die unter bestimmten Bedingungen im Gazastreifen stationiert wird«, sagte Außenminister Badr Abdelatty auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem palästinensischen Premierminister Mohammad Mustafa auf der ägyptischen Seite des Grenzübergangs Rafah.
Abdelatty betonte, ein möglicher Einsatz erfordere ein »klares Mandat« der internationalen Gemeinschaft; wobei die zweite Bedingung die Schaffung eines »politischen Horizonts« für die Palästinenser sei. Der Außenminister fügte hinzu, ein solcher politischer Rahmen würde es internationalen Truppen ermöglichen, den Palästinensern zu helfen, »ihren eigenen unabhängigen palästinensischen Staat in ihrer Heimat zu verwirklichen«, hieß es in einer Meldung der Nachrichtenagentur AFP.
Der palästinensische Ministerpräsident betonte, es gehe nicht darum, »eine neue politische Einheit im Gazastreifen zu schaffen. Vielmehr reaktivieren wir die Institutionen des Staates Palästina und seine Regierung in Gaza.«
Bereits letzte Woche erklärte der ägyptische Außenminister, Kairo beabsichtige, fünftausend palästinensische Polizisten auszubilden, um nach dem Ende des aktuellen Kriegs zwischen der Hamas und Israel zur Wiederherstellung der Ordnung in der Küstenenklave beizutragen. In einem Interview mit ägyptischen Medien sagte Abdelatty, dass die Ausbildung bereits begonnen habe und derzeit Hunderte von Beamten daran teilnähmen. Der Einsatz der Beamten und der Wiederaufbau des Gazastreifens nach dem Krieg würde unter der Schirmherrschaft des palästinensischen Ministerpräsidenten erfolgen.
Waffenstillstand?
Laut der Egyptian Gazette erklärte der ägyptische Außenminister weiters, sein Land lehne »alle Versuche der Vertreibung« des palästinensischen Volks ab, womit er sich öffentlich gegen den Vorschlag von US-Präsident Donald Trump aussprach, die Bewohner in Nachbarländern anzusiedeln. Darüber hinaus bekundete er seine Unterstützung für das palästinensische Volk in seinem »Leid und seiner Widerstandsfähigkeit«.
Abdelattys Äußerungen erfolgten vor dem Hintergrund von Berichten, wonach Kairo der Hamas einen neuen Vorschlag für einen dauerhaften Waffenstillstand unterbreitet habe. Ein anonymer palästinensischer Beamter sagte der Nachrichtenagentur AFP, der in Kairo und Doha formulierte Vorschlag sei ein »Rahmenabkommen zur Aufnahme von Verhandlungen über einen dauerhaften Waffenstillstand«, das eine anfängliche sechzigtägige Waffenruhe und die Freilassung von Geiseln in zwei Gruppen vorsieht. Der Beamte deutete an, dass die Hamas das Angebot in internen Beratungen ihrer Führung prüfen werde.
Der Plan sehe ein »Waffenstillstandsabkommen mit einer Dauer von sechzig Tagen vor, währenddessen zehn lebende israelische Geiseln freigelassen werden sollen, zusammen mit einer Reihe von Leichen«, informierte eine Quelle der Terrororganisation Palästinensischer Islamischer Dschihad, nach der alle palästinensischen »Fraktionen das, was von den ägyptischen und katarischen Vermittlern vorgelegt wurde, unterstützen«.
Nach Angaben der israelischen Behörden halten palästinensische Terrororganisationen im Gazastreifen weiterhin fünfzig Geiseln fest, von denen zwanzig vermutlich noch am Leben sind. Während des von der Hamas angeführten Massakers im Süden Israels am 7. Oktober 2023 wurden 251 Menschen in den Gazastreifen entführt. Darüber hinaus hält die Hamas auch die Leiche des IDF-Leutnants Hadar Goldin aus dem Jahr 2014 fest.
