Schlagwort: Österreich

NICHT FÜR EINEN GOTTESSTAAT?

Seit feststeht, dass islamistische „Extremisten“ bei den Wahlen in Ägypten bis zu einem Viertel der Stimmen gewinnen konnten, versuchen die Kommentatoren in unseren Medien, diese Überraschung zu verarbeiten. In der Presse (6. Dezember 2011) macht sich Matthias Sailer auf die Suche nach einer Erklärung für den Wahlerfolg der Salafisten und landet bei…

Wochenbericht, 28.11. bis 4.12.2011

Auch in der vergangenen Woche war der Nahe Osten in der Berichterstattung österreichischer Medien überaus präsent. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Nach wie vor laufen in mehreren arabischen Ländern zum Teil weitreichende Umwälzungsprozesse ab, die in der medialen Berichterstattung ihren Niederschlag finden. Eine quantitative Analyse der im Verlauf…

KAUM EINE SERIÖSE QUELLE

Die Kleine Zeitung berichtet heute unter der Überschrift „Bewegung beim Friedensplan“ über angebliche Entwicklungen in Syrien: „Der libanesische Fernsehsender Al-Manar berichtete, dass Syrien dem Friedensplan der Arabischen Liga offenbar doch zustimmen will.“ Vielleicht hätte sie auch dazusagen sollen, worum es sich beim „libanesischen Fernsehsender Al-Manar“ handelt: um den Propagandasender der libanesischen Hisbollah,…

EINE EINFACHE WAHRHEIT

Im Interview mit dem Wochenmagazin NEWS antwortet Karl Habsburg auf die Frage, ob er, wie etwa Jörg Haider, auch Kontakte zu Gaddafi und dessen Söhnen hatte: „Nein, nie. Denn es war doch immer klar, dass es sich bei Gaddafi um einen größenwahnsinnigen Tyrannen handelte. Er war ein Psychopath, der sich unheimlich geschickt…

EIN ZEICHEN DER MÄSSIGUNG

Im aktuellen profil (Nr. 47/2011) ist zu lesen: „Immerhin aber ist es den Frauen in diesem Winter wieder erlaubt worden, in den Restaurants in Gaza-Stadt Wasserpfeife zu rauchen.“ Mit dem Verweis darauf, dass den Frauen jetzt wieder erlaubt wurde, was ihnen offenbar zuvor verboten war, bekommen die Leser zumindest implizit eine Ahnung…

VERZERRUNG MIT METHODE

Im profil (Nr. 47/2011) berichtet Tessa Szyszkowitz über ihre Besuche bei drei von jenen 477 Palästinensern, die im Oktober im Austausch für die Freilassung des im Gazastreifen in Geiselhaft gehaltenen israelischen Soldaten Gilad Shalit aus israelischer Haft entlassen wurden. In ihrer Geschichte kommen mehrere Mörder vor. Die Art und Weise, in der…

DER STANDARD ÜBER POSITIVES AUS SYRIEN

Während in anderen Medien zu lesen ist, dass die letzten Tag zu den blutigsten seit Beginn der Proteste gegen das syrische Regime zählten, rückt der Standard eine ganz andere Meldung ins Zentrum seiner Berichterstattung: „Syrien lässt Gefangene frei“, lautet die Überschrift seines heutigen Artikels über die aktuellen Entwicklungen. Warum der Standard ausgerechnet einen derartigen…

"PHILOISRAELISMUS"

Der Gastkommentar Stephan Grigats in der Presse vom 9. November über die „Erinnerungsweltmeister“ Deutschland und Österreich, die zwar eifrig der im Nationalsozialismus ermordeten Juden und Jüdinnen gedenken, gleichzeitig aber mit dem antisemitischen Holocaustleugner-Regime im Iran beste Geschäfte machen, löst auf den Leserbriefseiten der Presse weiter heftige Reaktionen aus. Nachdem bereits letzten Freitag ein Leser…

ZU URSULA PLASSNIKS PRESSE-GASTKOMMENTAR

Ursula Plassnik nimmt in ihrem Gastkommentar zur Entscheidung Österreichs, die Mitgliedschaft Palästinas bei der Unesco zu befürworten, leider mit keinem Wort Bezug auf die u. a. von Rudolf Taschner in der Presse vom 10. November geäußerte Kritik, dass in den Palästinensergebieten – auch in dem von der „moderaten“ Fatah geführten Westjordanland – unablässig gegen…

EIN SCHERZ?

Seit Monaten versucht Syriens Präsident Baschar al-Assad sich unter Einsatz rücksichtsloser Gewalt an der Macht zu halten und hat die Schergen seines Regimes nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen im Zuge dessen bereits über 3500 Menschen töten lassen, von den unzähligen Folteropfern ganz zu schweigen. Der letzte Woche von der Arabischen Liga…

WARUM AUS SANKTIONEN NICHTS WIRD

Neben der Erörterung der militärischen Lage widmet sich Keetman in der Presse auch der Frage, warum die bisher ins Werk gesetzten Sanktionen den Iran bislang so wenig zu kümmern scheinen, und kommt dann auf zwei Bösewichte zu sprechen: „Außerdem wurden die Iran-Sanktionen von Russland und China immer wieder verwässert.“ Die Kleine Zeitung sieht das…

FEHLT DA NICHT WER? (2)

Erneut widmet sich die Presse der Frage, wer im Falle von Militärschlägen gegen seine Nuklearanlagen an der Seite des Iran stehen würde. Jan Keetman schreibt: „Militärisch wäre der Iran klar der Verlierer. Es wäre aber mit Terroranschlägen als Vergeltung zu rechnen. Als Handlanger stünden die libanesischen Hisbollah-Milizen und auch radikale palästinensische Gruppen…

FEHLT DA NICHT WER?

Die Presse unternimmt eine Bestandsaufnahme dessen, wer sich in einer möglichen militärischen Eskalation rund um das iranische Atomprogramm auf welcher Seite der Auseinandersetzung befinden würde: „Der Iran verfügt über ein großes Arsenal an ballistischen Raketen, die er als Vergeltung für eine Attacke auf seine Nuklearanlagen auf Israel abfeuern könnte. Zudem verfügt auch…

FRANKREICH WARNT VOR ANGRIFF

In der Debatte über das iranische Atomprogramm meldete sich am Sonntag der französische Außenminister Alain Juppé zu Wort. LautStandard warnte er vor einem militärischen Vorgehen gegen iranische Nuklearanlagen, weil dies die Region destabilisieren würde. „Man müsse alles vermeiden, was nicht wieder gutzumachen sei.“ In die gleiche Richtung argumentiert Gudrun Harrer in…

ENTBEHRLICHE METAPHER

Die Presse berichtet unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Reuters, dass auch der diese Woche veröffentlichte Bericht der IAEA über den Stand des iranischen Nuklearprogrammes „nicht direkt den ‚rauchenden Colt‘, also den definitiven Beweis für eine Atombombe des iranischen Regimes“ enthalten werde. Die Metapher des „rauchenden Colts“ ist zwar unter Journalisten sehr beliebt,…