Syrisches Gericht verurteilt Assad-Cousin zum Tod

Wassim al-Assad vor Gericht in Damaskus
Wassim al-Assad vor Gericht in Damaskus (Quelle: SANA)

Wassim al-Assad, ein Verwandter des ehemaligen Präsidenten, wurde wegen Mordes und der Verantwortung für ein Massaker während des Bürgerkriegs verurteilt.

Am 18. August verurteilte ein Gericht in Damaskus den ehemaligen Warlord Wassim al-Assad wegen Mordes und Folter während des syrischen Bürgerkriegs zum Tod. Der Cousin zweiten Grades des ehemaligen Präsidenten Bashar al-Assad ist das vierte Familienmitglied, über das die Todesstrafe verhängt wurde, seit das Gericht in diesem Monat damit begonnen hat, diverse Urteile in Fällen im Zusammenhang mit dem von 2011 bis 2024 dauernden Krieg zu fällen.

Dienstag vor einer Woche war die Todesstrafe gegen Bashar al-Assad, seinen Bruder Maher und ihren Cousin ersten Grades Atif Najib verhängt worden. Die Urteile wurden wegen der Rolle der drei Spitzenfunktionäre bei der Niederschlagung der öffentlichen Protestbewegung in Deraa gefällt, das als Wiege des syrischen Aufstands im Jahr 2011 gilt. Der ehemalige Präsident und sein Bruder halten sich allerdings in Russland auf, nachdem sie aus Syrien geflohen waren, als Rebellen im Dezember 2024 die Macht ergriffen hatten. Im Dezember 2025 war ein Haftbefehl gegen Bashar al-Assad erlassen worden, was die erste rechtliche Maßnahme gegen ihn durch das Land darstellte, das er 24 Jahre lang regierte.

Darüber hinaus verurteilte das Gericht in Damaskus in der vergangenen Woche sechs weitere ehemalige Regierungsfunktionäre wegen Mordes und Folter im Zusammenhang mit der Niederschlagung der Unruhen in Deraa im Jahr 2011 zum Tode. Nach dem Sturz des Assad-Regimes hatte die neue Regierung Hunderte ehemaliger Beamter und Sicherheitskräfte festgenommen, jedoch kaum Spitzenvertreter, von denen sich die meisten mittlerweile in Russland aufhalten.

Einer der schlimmsten Verbrecher

Sicherheitskräfte nahmen den nun verurteilten Wassim al-Assad im Juni letzten Jahres fest, was einen Durchbruch bei der Jagd auf ehemalige Regimeangehörige darstellte. Das syrische Innenministerium bezeichnete ihn damals als Anführer der Miliz »Baath-Brigaden« und als »einen der schlimmsten Verbrecher des vergangenen Regimes«.

Der Vorsitzende des Strafgerichts des vierten Bezirks in Damaskus, Fakhr al-Aryan, erklärte, dass Truppen unter dem Kommando von Wassim al-Assad im Jahr 2013 im Damaszener Vorort Ghouta ein Massaker an 75 Zivilisten verübt hätten. Außerdem habe er 2012 in einem anderen Teil von Ost-Ghouta die Hinrichtung von drei Zivilisten beaufsichtigt, so der Richter.

»Das Gericht hat beschlossen, den Angeklagten Wassim al-Assad zum Tode zu verurteilen«, verkündete al-Aryan den gefällten Beschluss. Zudem wurde die Einziehung des Vermögens des Verurteilten angeordnet. Wie vielen Kommandeuren des Regimes im Bürgerkrieg wird auch Wassim al-Assad vorgeworfen, sich bereichert und ein persönliches Vermögen angehäuft zu haben.

Unterdessen kündigte der Libanon an, einen der wegen Mordes und Folter gesuchten General aus der Assad-Ära an die Behörden in Damaskus auszuliefern. Der mittlerweile im Ruhestand befindliche Adel Issa war am 7. August in Beirut festgenommen worden, nachdem er die syrische Botschaft im Libanon betreten hatte, um Formalitäten zu klären. Als seine Identität bekannt wurde, alarmierten Mitarbeiter die libanesische Polizei, die ihn festnahm.

Issa wäre der erste hochrangige Funktionär aus der Assad-Ära, den der Libanon an Syrien ausliefert, seitdem der ehemalige Rebellenkommandant und jetzige Präsident Ahmad al-Sharaa in Damaskus an die Macht gekommen ist. Die von Staatsanwalt Ahmed Rami Al Hajj gefällte Auslieferungsentscheidung stützt sich auf das 1951 unterzeichnete libanesisch-syrische Justizabkommen, wie die libanesische Nachrichtenagentur National News Agency mitteilte.

Issa wird von den syrischen Behörden wegen Mordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesucht, die er während des Bürgerkriegs begangen haben soll. Der ehemalige General befehligte die 17. Division Syriens, bevor er 2015 versetzt wurde, um die Bodentruppen in Deir Ezzor zu führen, bis er im folgenden Jahr in den Ruhestand trat.

Bleiben Sie informiert!
Mit unserem wöchentlichen Newsletter erhalten. Sie alle aktuellen Analysen und Kommentare unserer Experten und Autoren.

Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Zeigen Sie bitte Ihre Wertschätzung.
Spenden Sie jetzt mit Bank oder Kreditkarte
oder direkt über Ihren PayPal Account.