Schauplatz

Stabilität im Nahen Osten – bis zum bitteren Ende

Wer das Erdgeschoss eines Gebäudes, dessen oberste Stockwerke längst aufgrund von Baufehlern und notorischen Wartungsmängeln eingestürzt sind, als stabile Konstruktion bezeichnet, würde von der Architektenbranche vermutlich nicht sonderlich ernst genommen. Wenn der Hausinhaber der Ruine dann auch noch drohte, das verbleibende Erdgeschoss inklusive der darin wohnenden Mieter in die Luft zu jagen, wenn man versuchen sollte, ihm das Haus zu…

Sitzungen am Tempelberg? – Update

Am vergangenen Mittwoch veröffentlichte der Standard ein Interview, in dem zu lesen war, der Innenausschuss des israelischen Parlaments habe etliche Sitzungen „am Tempelberg“ abgehalten. Heute erfolgte die Korrektur: Die absurde Behauptung war auf einen Übersetzungsfehler aus dem Englischen zurückzuführen: „Gemeint war, dass der Ausschuss über den Tempelberg beraten hat.“ (Hrvg. MENA. Im Internet wurde die Passage bereits zuvor korrigiert.) Bleibt…

Abbas: 67 Jahre israelischer „Besatzung“

Wann immer von den Ursachen des israelisch-palästinensischen Konfliktes die Rede ist, darf der Verweis auf ‚die israelische Besatzung‘ nicht fehlen. Aus dem Gazastreifen hat Israel sich zwar vollständig zurückgezogen, aber noch immer kontrolliere es das Westjordanland – und mache damit Frieden unmöglich. Ein Ende ‚der Besatzung‘, so die vorherrschende Meinung, sei die Bedingung für eine Beilegung des Konflikts. Gegen ‚die…

Sitzungen auf dem Tempelberg?

Sehr geehrte Standard-Redaktion, sehr geehrter Herr Frey, alle Achtung: In den vergangenen Wochen wurden in österreichischen Medien allerhand unwahre und direkt der palästinensischen Propaganda entnommene Behauptungen über angebliche israelische Machenschaften betreffend den Tempelberg verbreitet. Aber keine war so absurd, wie die von Anat Hoffman im Interview mit Eric Frey: „Der Innenausschuss der Knesset hat 18 seiner 40 Sitzungen dort [am…

Syrien-Konferenz in Wien: Wunschzettel ans Christkind und (implizite) Unterstützung für den Krieg gegen Israel

Die Syrien-Konferenz vom vergangenen Freitag wurde allgemein als Schritt in die richtige Richtung begrüßt. Positiv hervorgehoben wurde vor allem, dass endlich „alle wichtigen Akteure“ gemeinsam an einem Verhandlungstisch gesessen hätten – obwohl tatsächlich weder das Assad-Regime, noch die Anti-Assad-Rebellen, noch die Kurden in Wien vertreten waren (vom IS ganz zu schweigen). Dass am Ende ein gemeinsames Papier präsentiert wurde, kann…

Peter Pilz‘ Vorschlag zur Flüchtlingskrise: Ressentiments und Inkompetenz

Die Welt der sogenannten sozialen Medien gibt jedem die Möglichkeit, sich ohne großen Aufwand öffentlich zu blamieren. Diese Gelegenheit hat in den vergangenen Tagen auch ein österreichischer Politiker ergriffen. Nein, gemeint ist nicht die FPÖ-Abgeordnete Susanne Winter, deren Applaus für einen antisemitischen Kommentar auf Facebook sogar bei den Freiheitlichen zu einem Rausschmiss führen dürfte. Die Rede ist vielmehr vom langjährigen…

Shopping bei Hitler

Nicht nur im Westjordanland, wo unlängst wieder einmal eine Straße nach einem palästinensischen Attentäter benannt wurde, ist man stolz auf die „Kultur des Friedens und der Koexistenz“, die Mahmud Abbas in seiner Rede vor der UN-Generalversammlung gepriesen hat. Auch im von der Hamas kontrollierten Gazastreifen werden diese Werte hochgehalten. So wie in diesem Geschäft namens „Hitler“, wo es alles zu…

Intifada mit Hilfe der UNESCO

Als ein von sechs arabischen Staaten eingebrachter Resolutionsentwurf bei der UNESCO zur Abstimmung kam, war die skandalöseste Passage des ursprünglichen Textes nicht mehr zu finden: Wie von MENA berichtet, sollte die sogenannte Klagemauer in Jerusalem zu einem Teil der al-Aksa-Moschee erklärt werden. Diese Geschichtsklitterung, mit der einmal mehr jede Verbindung des Judentums zu Jerusalem in Abrede gestellt werden sollte, war…

APA erfindet Hunderte israelische Siedlungen

Der APA zufolge hat Israel rund 800 Wohnungen in vier bereits bestehenden Siedlungen im Westjordanland legalisiert. Und wie lautet die Überschrift für diese Meldung? So:

Zweierlei Maß: Auspeitschungen im Iran

Dem zu einer mehrjährigen Haftstrafe und 1000 Peitschenhieben verurteilten saudi-arabischen Menschenrechtsaktivisten Raif Badawi wurde der Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments verliehen. Gleichzeitig wurde Saudi-Arabien aufgefordert, Badawi freizulassen. Mit der Preisverleihung, so die Europaabgeordnete Ulrike Lunacek, zeige das EU-Parlament, „dass es im Einsatz für Menschenrechte zu keinen faulen Kompromissen bereit ist. … Geostrategische handels- und energiepolitische Interessen dürfen nicht mehr wiegen als…

Nur Unvermögen?

Die Österreichische Presseagentur (APA) beteiligt sich mit einer von ihr verbreiteten Meldung am inoffiziellen Wettbewerb um die absurdeste Darstellung der gegenwärtigen palästinensischen Terrorwelle. Wer sich vorstellen kann, dass auf die Überschrift: „Neue Gewalt in Nahost verschärft Spannungen“ ein Bericht über russische Luftangriffe in Syrien oder ein Selbstmordattentat auf schiitische Pilger in Bagdad folgen könnte, der hat noch nicht verstanden, wie…

Straße nach palästinensischem Attentäter benannt

Nicht einmal einen Monat ist es her, dass ein palästinensischer Terrorist in der Altstadt von Jerusalem zwei Juden ermordete und zwei weitere verletzte, darunter ein zweijähriges Kind. Eine Woche danach benannte eine palästinensische Frau ihr neugeborenes Baby nach dem Mörder, um den „Märtyrer“ zu ehren. Jetzt gibt es einen weiteren Beleg für das, was Mahmud Abbas als eine „Kultur des…

Netanjahu, der Mufti und die ausgeblendete Gegenwart

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu sorgte mit einigen Aussagen über den berüchtigten Mufti von Jerusalem, Mohammed Amin al-Husseini, und dessen Beitrag zum Holocaust für Aufregung. Manches war glatt falsch, manches unhaltbar. In der Empörung über Netanjahu ging jedoch unter, womit dieser zweifellos recht hat: Al-Husseini war ein fanatischer antisemitiischer Hetzer, der die Vernichtung der Juden propagierte – und er wird…

Schrecklicher Verdacht: Droht Bürgerkrieg in Syrien?

Manche Aussagen machen einfach sprachlos. So etwa die folgende von Sonia Seymour Mikich, der Moderatorin des ARD-Presseclubs, die nach viereinhalb Jahren des Blutvergießens in Syrien, nach über 250.000 Toten und nachdem rund die Hälfte der syrischen Bevölkerung intern oder im Ausland auf der Flucht ist, allen Ernstes fragte: „Was ist denn der worst case, also der schlechteste Fall? Dass es…

Krieg gegen islamistischen Terror, Krieg gegen den IS?

In der Berichterstattung über die russische Intervention in Syrien werden ständig Behauptungen wiederholt, die mit der Realität nur äußerst wenig zu tun haben. Da ist beispielsweise davon die Rede, dass Russland jetzt einen Beitrag zum Kampf gegen islamistischen Terror leiste. Wahr ist, dass die russische Armee zwar auch islamistische Rebellen bombardiert. Davon abgesehen kämpft sie aber Seite an Seite mit…