Europa

Im Schauplatz Europa finden Sie alle News, aktuelle Beiträge und Reportagen zu europäischen Ländern.
Wenn Sie speziell an bestimmte Länder Europas interessiert sind, können Sie Ihre Suche auf folgende Schauplätze einschränken:

Immer diese Missverständnisse

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) hat ein Problem: Immer wieder werden deren Vertreter fürchterlich missverstanden. Im Jahr 2009 geschah dies dem damaligen Präsidenten der Glaubensgemeinschaft, Anas Schakfeh. In einem von ihm persönlich bearbeiteten Schulbuch war unter dem Bild eines im Kampfe sterbenden „Märtyrers“ zu lesen: „Ein Muslim, der auf dem Weg Allahs und zur Verteidigung der Heimat stirbt, ist…

Wochenbericht, 23.4. bis 29.4.2012

Die Nahostberichterstattung österreichischer Tageszeitungen wich in der letzten Woche von einigen der sonst üblichen Muster ab. Einerseits bot die Verteilung der erschienenen Beiträge auf die untersuchten Medien ein recht ungewohntes Bild. Andererseits gab es im Grunde keine wirklich dominierenden Themen – die Grass-Debatte ist vorüber, der Streit um das iranische Atomprogramm befindet sich nach den letzten hochkarätigen Gesprächen in einer…

Ein neuer Hoffnungsträger (zweites Update)

Sehr geehrte Redaktion von derStandard.at, heute veröffentlichten Sie eine Replik von Michael Bröning auf meinen „Kommentar der Anderen“, der am 2. April in der Standard-Printausgabe erschienen ist. Bröning wirft mir darin vor, ich würde eine „Nahostanalyse mit Scheuklappen“ betreiben, „abgestandene Rhetorik“ präsentieren und die „komplexe Wirklichkeit“ der Region nicht zur Kenntnis nehmen. Der inhaltlichen Auseinandersetzung hätte er einen größeren Gefallen…

Wochenbericht, 16.4. bis 22.4.2012

In der letzten Woche wurde die Nahostberichterstattung von zwei Themen dominiert: dem „Waffenstillstand“ in Syrien und den Ereignissen rund um den Formel 1-Grand Prix in Bahrain. Darüber hinaus kann anhand eines Standard-Beitrages exemplarisch gezeigt werden, woran die Beschäftigung mit dem Nahen Osten in österreichischen Medien oftmals krankt. Allgemeiner Überblick In den letzten sieben Tagen veröffentlichten die von MENA regelmäßig ausgewerteten…

Nebenbei, aber symptomatisch

Es ist nur ein kurzer, unscheinbarer Absatz, aber er ist bezeichnend: Der Standard berichtet über Schätzungen des „Stockholm International Peace Research Institute“ (Sipri) über die weltweiten Rüstungsausgaben 2011. Dem globalen Trend einer Stagnation der Aufwendungen für militärische Anschaffungen „entzieht sich der nahöstliche Raum: Die meisten Länder investieren nach wie vor mit steigender Tendenz, wohl auch im Hinblick auf den drohenden…

Wochenbericht, 9.4. bis 15.4.2012

Die Nahostberichterstattung österreichischer Zeitungen stand in der vergangenen Woche weiter im Zeichen der Debatte über den Text „Was gesagt werden muss“, in dem der deutsche Literaturnobelpreisträger Günter Grass Israel scharf angriff, vor einem israelischen „Erstschlag“ warnte, der das iranische Volk „auslöschen“ könnte, und den jüdischen Staat der Gefährdung des Weltfriedens bezichtigte. Allgemeiner Überblick Insgesamt erschienen in den letzten sieben Tagen…

Seltsame Gewaltfreiheit

In einem Gastkommentar in der Wochenendausgabe des Standard glaubt New York Times-Kolumnist Thomas Friedman, im Aufruf des wegen seiner Beteiligung an terroristischen Anschlägen in Israel zu fünf Mal lebenslanger Haft verurteilten Marwan Barghuti, alle Verhandlungen sowie jede sonstige Form der Kooperation mit Israel einzustellen, eine Empfehlung für „gewaltfreie Opposition“ erkennen zu können. „Die Palästinenser“, so Friedman, „müssen jeden Boykott, Hungerstreik oder Stein,…

STUSS MIT ATOMWAFFEN

Sehr geehrter Herr Sichrovsky, Sie schreiben am Ende ihres Kommentars zur Grass-Debatte im aktuellen News (Nr. 15/2012): „Einem Regime aber, das einen Dichter mit Einreiseverbot belegt, weil er dagegen ist, es mit Atomwaffen zu beliefern, sollte man solches Gerät vielleicht wirklich besser vorenthalten.“ Dazu ist zweierlei zu sagen. Erstens: Israel wird, im Gegensatz zum Iran, nicht von einem „Regime“ regiert, sondern von…

Muss man mit Grass reden?

Im einem „Kommentar der Anderen“ im heutigen Standard nimmt der Journalist Wolfgang Michal Stellung zur Grass-Debatte und belegt damit eindrucksvoll, dass der deutsche Literaturnobelpreisträger längst nicht der Einzige ist, dem es an Urteilsvermögen mangelt. Günter Grass, so beginnt Michal, habe mit seinem Gedicht „eine Dummheit“ begangen, weil er „ein Tabu gebrochen (hat), das nie existiert hat.“ Angesichts der bereits seit…

Wochenbericht, 2.4. bis 8.4.2012

Letzten Mittwoch veröffentlichte die Süddeutsche Zeitung ein Gedicht des deutschen Literaturnobelpreisträgers Günter Grass mit dem Titel „Was gesagt werden muss“, in dem er Israel scharf attackierte und als Gefährdung des Weltfriedens bezeichnete. Die dadurch ausgelöste und mit einem Tag Verspätung auch in Österreich ausgebrochene Debatte war das beherrschende Thema der Nahostberichterstattung der vergangenen Woche. Sie steht deshalb auch im Zentrum…

Notorisch empört – Update

Der Text „Notorisch empört“ vom 31. März 2012 ist jetzt, am 3. April 2012, als Leserbrief in der Presse erschienen.

Wochenbericht, 26.3. bis 1.4.2012

Nachdem österreichische Zeitungen in der Vorwoche ungewöhnlich viele Beiträge mit Bezug auf den Nahen Osten und Nordafrika veröffentlicht hatten, wäre alles andere als ein Rückgang der Gesamtzahl der erschienenen relevanten Artikel überraschend gewesen. Die 237 Beiträge der letzten sieben Tage bedeuteten somit zwar das zu erwartende Minus von etwas über 27 Prozent, entsprachen aber ziemlich genau dem längerfristigen Durchschnitt. Das…

Ein neuer Hoffnungsträger

Der Islam werde siegreich sein und die Führerschaft über die Welt wiedergewinnen. Bald werde der Tag kommen, an dem der prophezeite Sieg über die Juden wahr werde. Israel müsse vor dem sicheren Tod erniedrigt und gedemütigt werden. Schon morgen werde die islamische Nation auf dem Thron der Welt sitzen. Die Feinde müssten wissen, dass sie gegen die Armee Allahs kämpften,…

Notorisch empört

Sehr geehrte Presse-Redaktion, „Notorische Gesetzesbrecher“, „provokant“, „Landnahme“, „Landraub“, „Arroganz“, „notorische Gesetzesverletzungen“ – Fritz Edlinger fährt in seinem Gastkommentar in der Presse (31. März 2012) über die israelische Siedlungspolitik schwere rhetorische Geschütze auf. Aber auch seine höchst routiniert in Szene gesetzte Empörung kann einige grundlegende Fakten nicht überdecken: Der Siedlungsbau ist nicht Ursache, sondern Folge des Konflikts zwischen Israel und einer…