Österreich

Wochenbericht, 9.7. bis 15.7.2012

Die dominierenden Themen der Nahostberichterstattung österreichischer Tageszeitungen waren in der vergangenen Woche das andauernde Blutvergießen in Syrien sowie der Machtkampf zwischen den Muslimbrüdern und dem Militärrat in Ägypten. Darüber hinaus waren zwei Länder prominent in der Berichterstattung vertreten, die hierzulande in der Regel nur selten Erwähnung finden: In Libyen fanden die ersten freien Wahlen seit dem Sturz von Langzeitdiktator Gaddafi…

Wochenbericht, 18.6. bis 24.6.2012

Die dominierenden Themen der Nahostberichterstattung österreichischer Tageszeitungen waren in der letzten Woche die Entscheidungsrunde der ägyptischen Präsidentschaftswahl und der Abschuss eines türkischen Kampfflugzeugs durch die syrische Luftabwehr. Über ein anderes Thema war dagegen nur wenig zu lesen: Einem bekannten Muster folgend werden anti-israelischer Terrorismus und über 130 aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuerte Raketen erst dann interessant, wenn Israel sich…

Wochenbericht, 11.6. bis 17.6.2012

Die Nahostberichterstattung österreichischer Tageszeitungen war in der letzten Woche von der eskalierenden Gewalt in Syrien geprägt – bis das ägyptische Verfassungsgericht nur zwei Tage vor der Stichwahl um das ägyptische Präsidentenamt für einen Knalleffekt sorgte und nicht nur die Kandidatur des allgemein als Mann des alten Regimes geltenden Ahmed Shafiq für rechtens erklärte, sondern darüber hinaus auch das erst vor…

SCHIITISCHE BEVÖLKERUNGSMEHRHEIT?

Sehr geehrte Kurier-Redaktion, in seinem Artikel über die Aussetzung der Beobachtermission der Vereinten Nationen in Syrien schreibt Konrad Kramar in der heutigen Kurier-Ausgabe, einer der Hintergründe für die momentan eskalierende Gewalt sei die Angst des Regimes „vor einer Machtübernahme durch die schiitische Bevölkerungsmehrheit“. Schiitische Mehrheiten gibt es im Nahen Osten aber nur im Irak, im Iran und in Bahrain. In Syrien sind…

PSEUDO-AKTIONISMUS

Wie dem heutigen Kurier zu entnehmen ist, sind für Außenminister Spindelegger in Syrien die „Grenzen der Menschlichkeit“ überschritten worden. Deshalb sei eine „Befassung des Internationalen Strafgerichtshofes unerlässlich“. Nun ist es aber so, dass Syrien das Statut des ICC nicht ratifiziert hat und das Gericht Assad daher gar nicht anklagen kann, solange es nicht per Beschluss des UN-Sicherheitsrates damit beauftragt wird –  angesichts…

Wochenbericht, 4.6. bis 10.6.2012

Die Nahostberichterstattung österreichischer Tageszeitungen stand in der vergangenen Woche im Zeichen von drei Themen: der Eskalation der Lage in Syrien, angeblich mit Atomwaffen bestückten israelischen U-Booten deutscher Provenienz und dem Vorhaben von Premier Erdogan, das Abtreibungsrecht in der Türkei massiv einzuschränken. Allgemeiner Überblick In den vergangenen sieben Tagen erschienen in den von MENA ausgewerteten österreichischen Tageszeitungen insgesamt 196 Beiträge mit…

FAST EIN ARGUMENT

Anlässlich der Debatte um die umstrittenen Israel-Aussagen von Verteidigungsminister Darabos ging die ORF-Sendung „Report“ gestern der Frage nach, warum es so heikel sei, israelische Politik zu kritisieren, und bat „vier Experten um ihre Analyse“. Zu Wort kam dabei auch Standard-Kolumnist Hans Rauscher: „So zu formulieren, dass man nicht missverstanden wird, ist schwer. Zumal, und damit sind wir jetzt auch bei einem Punkt,…

Fiktive Fortschritte

Die Presse berichtet in ihrer heutigen Ausgabe, dass Yukiya Amano, der Leiter der Internationalen Atomenergiebehörde, mit iranischen Vertretern wieder über den Zugang zu der Forschungsanlage Parchin verhandeln werde. Die IAEA vermutet, dass „der Iran dort an Atomwaffen gebastelt habe, zuletzt aber Spuren verwischen wollte.“ Obwohl vor nicht allzu langer Zeit noch über angeblich wesentliche Fortschritte in den Verhandlungen über Parchin…

Wochenbericht, 28.5. bis 3.6.2012

Das dominierende Thema der Nahostberichterstattung österreichischer Tageszeitung war in der letzten Woche das Blutvergießen in Syrien. Das Massaker von Houla, bei dem über 100 Menschen getötet wurden, hat zwar allerorten Empörung, aber keinen russischen Kurswechsel ausgelöst. In Österreich verstand Verteidigungsminister Darabos derweil die Aufregung über seine Israel-Aussagen nicht – und bekam erklärt, warum sein „lupenreiner Antifaschismus“ wenig wert ist. Allgemeiner…

Unverbrüchliche Schönwettersolidarität

In der Presse berichtet Susanne Knaul über die Israel-Reise des deutschen Bundespräsidenten: „Joachim Gauck steht zu Israel“. Demnach habe Gauck „bei seinem Besuch ein klares Bekenntnis zur Solidarität mit Israel“ abgelegt. „Deutschland und Israel seien enger verbunden als jemals zuvor, durch gemeinsame Werte, aber auch durch gemeinsame Interessen“. In ihrem Bericht hat Knaul allerdings den entscheidenden Punkt weggelassen: Gauck hat…

Wochenbericht, 21.5. bis 27.5.2012

Nach zwei Wochen, in denen der Nahe Osten in der Berichterstattung österreichischer Tageszeitungen eine eher bescheidene Rolle gespielt hat, sorgten drei Themen dafür, dass er in den vergangenen sieben Tagen in den Medien prominent vertreten war: die Präsidentschaftswahlen in Ägypten, die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm in Bagdad sowie die Fortsetzung der Debatte über die umstrittenen Äußerungen von Verteidigungsminister Darabos…

IRANISCHE CHUZPE

Der Standard berichtete heute über den Verlauf der Verhandlungen über das iranische Atomprogramm, die gestern in Bagdad begonnen haben. Der Westen, so habe sich der Iran beklagt, schaffe eine „schwierige Atmosphäre“: „Hauptstreitpunkt: die Wirtschaftssanktionen, mit denen die Staatengemeinschaft den Iran zum Einlenken bewegen will.“ Die beschlossenen Sanktionen, die erst Anfang Juli in Kraft treten sollen, seien „den Verhandlungen nicht förderlich, argumentiert Teheran.“…

Fragwürdige Empfehlung

Sehr geehrter Herr Pándi, Sie freuen Sich in Ihrem heutigen Kommentar in der Kronen Zeitung über Norbert Darabos‘ „Mut zur eigenen Meinung“ und meinen, er habe sich „mit seiner Courage als möglicher Außenminister empfohlen“, sollte die SPÖ dieses Amt wieder einmal zu besetzen haben. Über diese Meinung kann man sich nur wundern. Lassen Sie uns noch einmal einen Blick auf das…

Wochenbericht, 14.5. bis 20.5.2012

In den vergangenen sieben Tagen spielten Nordafrika und der Nahe Osten in der Berichterstattung österreichischer Tageszeitungen eine eher bescheidene Rolle – bis Verteidigungsminister Darabos sich am Wochenende aus heiterem Himmel heraus genötigt sah, in einem Interview mit der Presse gegen Israel vom Leder zu ziehen, die Bedrohung des jüdischen Staates und des Westens durch den Iran zu verniedlichen sowie ein…

Wahrheit und Propaganda

Sehr geehrte Kurier-Redaktion, Sie schreiben in der im Zusammenhang mit dem Ende eines Hungerstreiks palästinensischer Häftlinge, die Palästinenser würden heute den „‘Tag der Katastrophe‘ (Nakba) begehen, den Tag der Gründung Israels und damit ihrer Vertreibung“. Es ist zweifellos zutreffend, dass im Zuge des israelischen Unabhängigkeitskrieges Hunderttausende Palästinenser zu Flüchtlingen wurden, doch ist es falsch und unzulässig, dies als Folge ihrer…