Österreich

Die Hamas hätte es nicht anders formuliert

Von Florian Markl Nicht nur die Berliner taz gibt dieser Tage einer Terror-Versteherin Raum, auch die Wiener Zeitung lässt eine Gast-Kommentatorin erklären, warum Israel selbst schuld ist, wenn Palästinenser Juden ermorden. Herausgekommen ist dabei ein Text, in dem Liza Ulitzka nicht nur antisemitischen Terror rationalisiert, sondern darüber hinaus auch zeigt, dass man wohl „Kultur- und Sozialanthropologie mit Spezialisierung auf den…

Kritik an einer Religion ist nicht rassistisch

„Diese ‚volle Identifizierung‘ von real existierenden Individuen mit der imaginären Kategorie Islam (imaginär, weil es sich hier um Glaubensvorstellungen handelt) ist unabdingbare Voraussetzung des neuen Rassismus. Voraussetzung für die Kritik dieses Rassismus wäre daher die Kritik dieser Voraussetzung. Der sich selbst als ‚antirassistisch‘ missverstehende Diskurs des linken und liberalen Mainstreams kann diese Kritik aber schon deshalb nicht leisten, weil er…

Die „Provokation“ Jerusalem

Sehr geehrter Herr Kramar, Sie schreiben in Ihrem Kurier-Artikel über die Personalpolitik Donald Trumps, der designierte amerikanische Botschafter in Israel, David Friedman, „sorgte auch mit einer Idee für einen Skandal. Die USA sollten doch ihre Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen: eine offene Provokation der Palästinenser, die ja Jerusalem als Hauptstadt für sich reklamieren.“ Ihnen dürfte entgangen sein, dass…

Der Islamische Staat und der palästinensische Konsens

Sehr geehrte Presse-Redaktion, Susanne Knaul beendet ihren Bericht über den Terroranschlag in Jerusalem unter Berufung auf nicht näher genannte „Beobachter“ mit der Bemerkung, der „palästinensische Terror ziele primär auf die Befreiung Palästinas, die Palästinenser setzten dabei auf internationale Unterstützung – allerdings nicht auf die Terrormiliz IS.“ Man könne nicht ausschließen, „dass es hier Andersdenkende gibt – hier stünden sie aber…

Hardliner auf beiden Seiten?

Sehr geehrter Herr Winter, in Ihrem Ö1-Morgenjournal-Interview zum Tod von Irans Ex-Präsident Rafsanjani sprachen Sie von „Hardliner[n] auf beiden Seiten“: Diese – ob im Iran, ob „im US-Kongress“ oder „künftig vielleicht im Beraterstab Trumps“ – „brauchen einander um die langen und lustvoll eingeübten Feindbilder aufrecht zu erhalten.“ Nun ist Ihren Ausführungen völlig zustimmen, dass die von Ihnen als Hardliner bezeichneten…

Wer sind die Freunde der Hamas in Europa? – Einige Fragen an Außenminister Sebastian Kurz

Sehr geehrter Herr Außenminister Kurz, in einem Interview mit Al-Monitor gibt der „Außenminister“ der islamistischen Terrororganisation Hamas, Osama Hamdan, Auskunft über die „guten Beziehungen“ zu einigen europäischen Staaten: „Die Hamas hat auf dem europäischen Kontinent gute Verbindungen zur Schweiz und zu Norwegen. Sie hat auch gute Verbindungen zu drei weiteren europäischen Staaten, die es aber vorziehen, diese Beziehungen nicht öffentlich…

Baut Israel „immer munter weiter“ Siedlungen?

Sehr geehrter Herr Rafreider, in Ihrer Anmoderation zum gestrigen ZiB24-Bericht über John Kerrys Nahost-Rede führten Sie aus, dass Israel durch die Rückendeckung der USA „auch immer munter weiter die umstrittenen Siedlungen bauen konnte.“ Abgesehen davon, dass der US-Außenminister auch bisher schon den Ausbau der jüdischen Gemeinden im Westjordanland stets kritisierte – und Israel 2014 gar einen nur obsessiv zu nennenden…

Wenn Meinungen als Fakten dargestellt werden

Sehr geehrter Herr Kramar, in Ihrem Kurier-Artikel über „Obamas böses Adieu“ schreiben Sie, der noch amtierende US-Präsident habe eine „letzte Attacke“ gegen den israelischen Premier Netanjahu geritten, „der ja alle Bemühungen Obamas und seines Außenministers John Kerry um eine Nahost-Lösung vereitelt hatte.“ Sie mögen der Meinung sein, Netanjahu sei für das Stocken des israelisch-palästinensischen Friedensprozesses verantwortlich. (Sie sprechen hier von…

Vielleicht kein Antisemit

Von Florian Markl In einem Leserbrief im Standard über die antiisraelische US-Resolution vom vergangenen Freitag wehrt sich Ex-Innenminister Caspar Einem (SPÖ) gegen die „Keule des angeblichen Antisemitismus“, um dann fortzufahren: „Rechtswidriges und dann auch noch unverschämtes Verhalten sind auch nicht durch den Holocaust zu rechtfertigen. Sie sind aber geneigt, antiisraelische Gefühle zu schüren.“ Der unverschämte Jude, Verzeihung: Israeli, ist also…

Aus dem „Büro von Premier Netanjahu“

Vorgestern schrieb ich dem Außenpolitik-Chef der Kronen Zeitung, der in einem Kommentar behauptet hatte, es habe einmal einen „Siedlungsstopp“ gegeben, der vom israelischen Premier Netanjahu „gekippt“ worden sei. Ich erläuterte, warum diese Behauptung die reale Geschichte auf den Kopf stellt und dass der israelische Siedlungsbau, anders als stets behauptet, unter Netanjahu in Wirklichkeit langsamer voranschritt als unter all seinen Vorgängern…

Dutzende neue Siedlungen?

Sehr geehrter Herr Arbeiter, in Ihrem Kurier-Artikel über israelische Siedlungen schreiben Sie, Israel „verkündete Mitte der Neunzigerjahre, dass keine neuen Siedlungen im Westjordanland errichtet würden. Dennoch entstanden seither 97 neue Siedlungen“. Ich weiß nicht, worauf Sie sich bei dieser Behauptung stützen, aber auf Basis der Daten der überaus siedlungsfeindlichen israelischen Organisation B’Tselem ist sie völlig unhaltbar. Nehmen wir für den…

Ist Netanjahu gegen eine Zwei-Staaten-Lösung?

Sehr geehrter Herr Kapern, in Ihrem gestrigen Ö1-Abendjournal-Beitrag zu den israelischen Reaktionen auf die UNO-Resolution von vergangenem Freitag führten Sie aus, dass Premierminister Netanjahu die Einladung zur Pariser Nahostfriedenskonferenz im Januar 2017 abgelehnt habe, „weil er fürchtet, dass dort die Eckpunkte für eine Zwei-Staaten-Lösung untermauert werden.“ Damit suggerierten Sie Ihren Hörern, dass Netanjahu ein prinzipieller Gegner der Zwei-Staaten-Lösung sei, obwohl…

„Kippte“ Netanjahu den Stopp des Siedlungsbaus?

Sehr geehrter Herr Seinitz, Sie schreiben in ihrem Kommentar über die Anti-Siedlungs-Resolution des UN-Sicherheitsrates in der Kronen Zeitung: „Einen Stopp [des israelischen Siedlungsbaus] gab es schon einmal. Er wurde von Netanjahu gekippt.“ Das ist falsch: Tatsächlich war es niemand anderer als Premier Netanjahu, der im November 2009 ein zehnmonatiges Moratorium über den Siedlungsbau im Westjordanland verhängte, um die palästinensische Führung…

Das Verschweigen des palästinensischen Terrors

Sehr geehrte Presse-Redaktion, in ihrem Artikel über das Peres Center for Peace beschreibt Steffi Unsleber das Scheitern des sogenannten Oslo-Friedensprozesses folgendermaßen: „Aber dann, im November 1995, wurde Rabin ermordet, von einem jüdischen Jusstudenten. Oppositionsführer Ariel Sharon ging im September 2000 auf dem Tempelberg spazieren und löste damit die Zweite Intifada aus.“ Fehlen da nicht vielleicht Hinweise auf einige nicht ganz…