Mena-Exklusiv

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Ein „massiver Ausbau“ israelischer Siedlungen?

Von Florian Markl Wieder einmal ist die Welt in Aufregung über Israel. Nicht etwa, weil erneut ein Palästinenser ausgezogen wäre, um Juden zu töten – wenn das passiert, zeigen manche Journalisten gar Verständnis für die Bluttat, weil es ihnen zufolge „gute Gründe gibt für die Verzweiflung, die Palästinenser zu Selbstmordanschlägen motiviert“. Nein, Aufregung gibt es nicht über palästinensischen Terror, sondern…

Max-Planck-Institut: Nächstes Jahr dann Baschar al-Assad?

In Deutschland ist es seit dem 8. Mai 1945 verboten, Juden zu ermorden. Erlaubt ist aber, Werbung für Organisationen zu machen, die sich diesem Handwerk verschrieben haben. Marie-Claire Foblets, die Direktorin des Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle an der Saale (das im Wesentlichen vom Bund und dem Bundesland Sachsen-Anhalt finanziert wird), verstieß darum gegen kein Gesetz, als sie den…

Was hat Trump wirklich über „radikalen Islam“ gesagt?

Sehr geehrte Redaktion der Salzburger Nachrichten, in seinem Bericht über die Angelobung des neuen amerikanischen Präsidenten behauptet Thomas Spang, dass Donald Trump in seiner Antrittsrede angekündigt habe, „‚den radikalen Islam für immer vom Gesicht der Erde auszulöschen‘“. Das stimmt so nicht: Trump erwähnte nicht allgemein den „radikalen Islam“, sondern spezifischer den „radikalen islamischen Terrorismus“ – ein Unterschied, der in Hinblick…

Der Pariser Friedensgipfel aus Sicht eines Arabers

Von Fred Maroun Die nutzlose und teure „Friedens“-Konferenz in Paris endete mit einer gemeinsamen Erklärung. Selbst der Hauptorganisator, der ausnehmend unbeliebte französische Präsident François Hollande, räumte bei der Konferenz ein, dass sie nutzlos war, als er feststellte, „die Welt kann im israelisch-palästinensischen Konflikt keine Lösung erzwingen.“ Ich bin selbst Araber und schätze mich glücklich, einer der wenigen Araber zu sein, die sowohl…

Syrien: Assad finanziert den Islamischen Staat

Von Thomas von der Osten-Sacken Die Grenze zur Türkei kontrolliert ISIS nicht mehr, im Irak befinden sich die Jihadisten in der Defensive. Gerade melden die Eliteeinheiten der Golden Division, sie hätten nach 93 Tagen verlustreicher Kämpfe nun fast den ganzen Osten der Großstadt Mosul unter ihre Kontrolle gebracht. Und doch ist der IS nicht geschlagen, befindet sich seinerseits wiederum in…

Pariser Konferenz: Viel Lärm um nichts

Von Alex Feuerherdt In der französischen Hauptstadt kommen mehrere Dutzend Staaten zusammen, um darüber zu beraten, wie man das vermeintlich drängendste Problem im Nahen Osten lösen kann. Sowohl dieses Vorhaben als auch das Ergebnis des Treffens gehen meilenweit an der Realität vorbei. Einige Teilnehmer distanzieren sich im Nachhinein sogar ausdrücklich. Schon der Titel der Veranstaltung mutete nicht nur überdimensioniert an,…

Russland, der Iran und die Türkei teilen sich die Beute

Von Thomas von der Osten-Sacken In Syrien ist etwas Ruhe eingekehrt, der von Russland vermittelte Waffenstillstand hält, da auch die Türkei eine Kehrtwende in ihrer Syrienpolitik vollzogen hat. In Kürze wird es Friedensgespräche in Kasachstan unter Ägide Russlands, des Iran und der Türkei geben zu denen weder die USA noch die EU eingeladen sind. Der Westen, so die Botschaft, hat…

The Times They Are A-Changin’

Von Florian Markl Während die letzten unter den Journalisten verbliebenen Obama-Groupies den nahenden Abgang ihres Idols beweinen und dabei Texte zu Papier bringen, deren Tonfall eher zur Bravo als zu einer Qualitätszeitung passt (sehen Sie etwa Thomas Spangs Bericht über die letzte Weihnachtsfeier der Obamas im Weißen Haus in den Salzburger Nachrichten vom 24. Dezember), reicht ein Blick auf die…

Repression in der Türkei: „mehr als 10.000“ Verhaftete?

Sehr geehrte Presse-Redaktion, in seinem Artikel über die Hintergründe des Putschversuches vom Juli 2016 schreibt Michael Laczynski, in der Türkei seien seitdem „mehr als 10.000 Personen verhaftet“ worden. Das ist zwar keine falsche, aber doch eine so ungenaue Angabe, dass sie die Realität in der Türkei kaum adäquat erfasst: Laut der von kritischen Journalisten betriebenen Webseite Turkey Purge wurden bislang…

Tunesien: Aufarbeitung der Vergangenheit

Am Samstag den 14. Januar fand eine Zeugenanhörung der tunesischen „Kommission für Wahrheit und Würde“ statt, in der Opfer über systematische Folter und Gewalttaten durch Sicherheitskräfte des Ben-Ali-Regimes aussagten. Die Anhörung wurde landesweit im Fernsehen übertragen. [caption id="attachment_16605" align="alignleft" width="350"] Öffentliche Zeugenanhörung der tunesischen „Kommission für Wahrheit und Würde“[/caption] Am 14. Januar 2011 glückte in Tunesien ein Staatsstreich. Der autokratische…

Rettung in letzter Minute

Von Thomas von der Osten-Sacken Seit klar ist, sie können dort tun und lassen, was sie wollen und niemand wird sie daran hindern, plaudern sie offen in Teheran und Moskau. So erklärte der russische Außenminister Lawrow, dass die massive russische Militärintervention 2015 Assad in letzter Minute gerettet habe: „The Syrian capital of Damascus was two to three weeks away from…

BBC will „Fake-News“ entlarven – auch die eigenen?

Von Stefan Frank Wie britische Zeitungen berichten, plant die BBC, „ein Team zu bilden, um Fakten zu checken und absichtlich irreführende und falsche Storys zu entlarven, die als echte Nachrichten verkleidet werden“. Ein plötzlicher Anflug von Selbstkritik bei der alten Tante des britischen Journalismus? Seit Jahren wird der britischen Rundfunkanstalt vorgeworfen, die Zuschauer und Zuhörer mit falschen Storys über Israel,…

Übersiedelt die „US-Regierung“ nach Israel?

Sehr geehrte Tagesschau-Redaktion, mit wachsender Verwunderung habe ich das Gespräch mit Ihrem Korrespondenten Mathias Werth über die gestrige Konferenz über den israelisch-palästinensischen Konflikt verfolgt. Zuerst meinte Werth, dass alle in Paris versammelten Nationen die „Zweistaatenlösung für den Nahen Osten“ forderten. Wirklich, zwei Staaten für „den“ Nahen Osten? Oder kann es sein, dass Werth den palästinensisch-israelischen Konflikt mit dem Nahen Osten…

Das „Haschemitenreich“ Saudi-Arabien?

Sehr geehrter Herr Hasewend, in einer Buchbesprechung in der Kleinen Zeitung bezeichnen Sie Saudi-Arabien als „das Haschemitenreich“, das sich zu einem „problematischen Partner entwickelt hat.“ Nun stammen die Haschemiten zwar aus Saudi-Arabien, herrschen in diesem Land aber nicht mehr, seit sie es in den 1920er-Jahren während des Siegeszugs der Saudis verlassen mussten. Heute stellen sie die Führung Jordaniens, das offiziell den…

Rafsanjani: Das unrühmliche Ende der Atombomben-Fatwa

Von Detlef zum Winkel. In vielen Nachrufen wird die wechselvolle Karriere des verstorbenen iranischen Spitzenpolitikers Rafsanjani beschrieben. Dass er als einziger Repräsentant der Islamischen Republik die militärischen Absichten des iranischen Atomprogramms zugab, bleibt dabei unerwähnt. Im Herbst 2015 war das Wiener Atomabkommen, der sogenannte Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA), bereits unter Dach und Fach. Irans Außenminister Zarif begab sich…