Der versuchte Massenmord im Dubai-Flieger wird von großen Medien zur banalen Cockpit-Keilerei umgedeutet. Wenn Passagiere im Visier von Terroristen stehen, greift eine anti-israelische Voreingenommenheit, die Zivilcourage verschweigt und Täter schützt.
Es sind Szenen des nackten Horrors, die auf den Videos aus der Kabine zu sehen sind und sich tief ins Gedächtnis brennen: gellende Schreie von Todesangst, das Weinen von Kindern, das brutale Rütteln der Kabine. Am Mittwoch sank der Flydubai-Flug FZ1073 von Dubai nach Tel Aviv mit rund 180 überwiegend israelischen Passagieren plötzlich um über 17.000 Fuß (ca. 5.182 Meter) in die Tiefe. Gegen 8:44 Uhr Ortszeit sendete der indische Kapitän Smitt Machchhar den ersten Mayday-Ruf aus dem Flieger: Es war der Notfallcode 7700. Kurz darauf erfolgte das Signal 7500 – das internationale Signal für eine Entführung. Videos, die von den verängstigten Passagieren aufgenommen wurden, zeigen schreckliche Szenen.
Der rasante Sinkflug der Boeing 737 Max ereignete sich im Zuge eines gewaltsamen Vorfalls im Cockpit, bei dem der Co-Pilot mit einem Messer auf Kapitän Machchhar einstach, um die Maschine absichtlich zum Absturz zu bringen und die Menschen an Bord zu ermorden. Der Co-Pilot, ein omanischer Staatsbürger, war erst seit neun Monaten als Erster Offizier bei der Fluggesellschaft angestellt. Sein Name wird von den Behörden zunächst unter Verschluss gehalten.
Mehrere Passagiere und Besatzungsmitglieder griffen entschlossen ein und überwältigten den Co-Piloten. Zum Glück befanden sich zwei dienstfreie Piloten derselben Fluglinie auch an Bord. Sie übernahmen den Flug und die Maschine wich zum Flughafen Tabuk in Saudi-Arabien aus. Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz stufen den Vorfall als versuchten Terroranschlag ein. Danach wurde bestätigt, dass alle Passagiere und Besatzungsmitglieder – trotz Verletzungen – in Sicherheit sind und offiziell vernommen werden.
Nur dem außergewöhnlichen Wagemut dieser Passagiere und der geistesgegenwärtigen Crew ist es zu verdanken, dass eine Katastrophe verhindert wurde. Doch wer die Berichterstattung internationaler Großmedien wie der BBC, der New York Times oder großer deutscher Medienhäuser verfolgt, reibt sich verwundert die Augen. Trotz klarer Transponder-Daten und der zirkulierenden Videos grenzt die sprachliche Zurückhaltung hier an eine Täter-Opfer-Umkehr. Sie zeugt von einer tiefsitzenden, anti-israelischen Voreingenommenheit in der Terrorberichterstattung.
Framings und Fehltritte bei der BBC
Besonders deutlich wurde das journalistische Versagen bei der britischen BBC. In einer Eilmeldung mitten in der laufenden Ausnahmesituation schien es der Nachrichtensprecherin ein dringendes Anliegen zu sein, den israelischen Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir explizit als »right wing« (»rechtsstehenden«) zu beschreiben. Es ist, als wollte diese Bezeichnung Ben-Gvirs Einordnung des Vorfalls als Terrorakt im Moment der Meldung auch gleich wieder relativieren.
Zu allem Überfluss unterlief der BBC-Sprecherin in einem weiteren Moment der Offenbarungen ein bezeichnender Versprecher, als sie den Ben-Gurion-Flughafen fälschlicherweise als »Ben-Gvir-Airport« bezeichnete. Gleichzeitig bediente sich der Sender verharmlosender Headlines: Die Schlagzeile »Flight fight« reduzierte den versuchten Massenmord zu einer banalen Schlägerei unter Kollegen.
Die Misstrauens-Berichterstattung: Das Beispiel CNN
Schlimmer noch als die sprachliche Verharmlosung ist die Tendenz mancher Medien, die offiziellen israelischen Angaben als schlichtweg fragwürdig darzustellen. Sie erwecken aktiv den Eindruck, die Schilderungen der Betroffenen seien unstimmig oder gar konstruiert. Ein schockierendes Musterbeispiel für diese zweifelnde Kritik lieferte CNN-Korrespondent Max Foster in einem über die sozialen Medien verbreiteten Beitrag.
Selbst Fosters Tonfall und Mimik zu Beginn seiner journalistischen Bewertung zeigen, wie sehr er die israelische Version der Ereignisse ganz offensichtlich infrage stellt. Selbstverständlich waren die Angaben in den ersten Stunden nach dem Zwischenfall nicht klar. Aber auch und gerade deswegen ist es auffällig, dass die zunächst unübersichtliche Lage dafür benutzt wurde, tendenziöse Unterstellungen gegen Israel zu machen.
Fosters zentrale Argumentation: Es sei technisch unwahrscheinlich, dass Passagiere die Cockpittür hätten öffnen können. Schließlich sind diese Türen seit den weltweit verschärften Sicherheitsvorkehrungen nach den Anschlägen vom 11. September 2001 massiv gepanzert und elektronisch verriegelt. Was als »investigatives Hinterfragen« getarnt wurde, war nichts anderes als der gezielte Versuch, das israelische Narrativ als unplausibel abzutun.
Die Auflösung dieses angeblichen »Rätsels« lieferte kurz darauf ein präzises Interview im israelischen Fernsehen, als Yaniv Hayun, einer der eingreifenden Fluggäste, den Vorfall noch blutverschmutzt schilderte. Demnach habe der schwer verletzte und aus mehreren tiefen Stichwunden blutende Kapitän Machchhar es geschafft, unmittelbar vor seinem Zusammenbruch die elektronische Verriegelung der Cockpittür manuell freizugeben. Dieses Entriegeln ermöglichte es den herbeieilenden israelischen Passagieren, das Cockpit zu stürmen, den Angreifer zu überwältigen und zu fixieren.
Von Cockpittüren und medialen Blockaden
Die Geschichte der gesicherten Cockpittüren ist auch eine Geschichte von Mut und Tragik. Am 11. September 2001 stürmten Passagiere von United-Airlines-Flug 93 den Pilotstand, um ein Blutbad am Boden zu verhindern, indem sie das Flugzeug auf freiem Gelände zum Absturz brachten.
Die nach den Anschlägen eingeführten Panzertüren sollten verhindern, dass Terroristen erneut in das Cockpit eines Flugzeuges gelangen können. Doch die Sicherheitsmaßnahme konnte auch zur tödlichen Falle werden. So nutzte etwa im Fall der Germanwings-Katastrophe vom März 2015 der Co-Pilot den Sicherheitsmechanismus, um den Kapitän nach dessen Toilettengang aus dem Cockpit auszusperren. Der Voice-Recorder dokumentierte, wie der ausgesperrte Kapitän verzweifelt gegen die Tür schlug und schrie: »Mach die verdammte Tür auf!« Die Tür ließ sich von außen nicht öffnen. Der Co-Pilot steuerte die Maschine absichtlich in die französischen Alpen und riss 149 Menschen mit in den Tod.
Wer deshalb wie Max Foster die physikalische Beschaffenheit der Sicherheitstüren ins Feld führt, verkennt den entscheidenden Unterschied: Bei Germanwings war der Täter alleine im Pilotenstand eingeschlossen. Beim Flydubai-Flug befand sich dagegen ein Kapitän im Cockpit, der sein Leben riskierte, um die Tür von innen zu öffnen und den Rettern so Zugang zu ermöglichen. Während die Welt die Zivilcourage der Passagiere von Flug 93 feierte, begegnet der mediale Mainstream einem vergleichbaren Mut heute mit misstrauischen Fragen und Nebelkerzen.
