Wenige Tage vor Präsident Macrons UNO-Rede war ein französischer Staatsbürger im Westjordanland von einem Hamas-Terroristen ermordet worden.
In seiner Rede im Hauptquartier der Vereinten Nationen erklärte Emanuel Macron am Dienstag, dass die Hamas im Westjordanland nicht aktiv sei. Der französische Präsident argumentierte, die israelische Politik in der Westbank untergrabe sowohl die Rechte der Palästinenser als auch die eigene Sicherheit Israels.
In der Simultanübersetzung seiner auf Französisch gehaltenen Ansprache wurde er mit den Worten wiedergegeben: »Schauen Sie sich an, was im Westjordanland geschieht, wo jeden Tag Verstöße begangen werden. Im Namen wovon? Die Hamas hat im Westjordanland noch nie Probleme verursacht!« »Wer behauptet, Israels Sicherheit hänge von der Verletzung der Souveränität all seiner Nachbarn ab«, so Macron weiter, »begeht einen fatalen Fehler. Damit untergräbt man Israels Sicherheit.«
Groteske Absurdität
Macrons Behauptung steht im Widerspruch zu den dokumentierten Aktivitäten der Hamas in diesem Gebiet. Die israelischen Sicherheitsbehörden berichten seit Jahren von Hamas-Zellen und -Aktivisten im Westjordanland, darunter auch von Plänen zur Durchführung von Anschlägen.
So wurde etwa im November 2021 ein groß angelegtes Hamas-Terrornetzwerk aufgedeckt und zerschlagen, das von einem Ex-IDF-Offizier als »die gefährlichste taktisch-operative Infrastruktur, an die ich mich in den letzten Jahren erinnern kann« bezeichnet wurde. Israels Inlandsgeheimdienst Shin Bet gab damals bekannt, dass er zusammen mit den IDF eine Zelle zerschlagen habe, die von hochrangigen Hamas-Agenten im Ausland gesteuert wurde. Unter ihnen befand sich der für das Westjordanland zuständige Leiter der Hamas-Terroroperationen, Salah Al-Arouri, der auch stellvertretender Hamas-Chef war und 2024 von einer israelischen Drohne in Beirut getötet wurde.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wies Macrons Äußerungen vor der UN-Generalversammlung der Vereinten Nationen, denn auch als falsch zurück. »Die groteske Absurdität von Emmanuel Macrons Aussage ist erschütternd«, erklärte Netanjahu am Dienstag. »Am Sonntag, dem Vorabend von Jom Kippur, also vor gerade einmal zwei Tagen, wurde Netanel Shukrun, ein französischer Staatsbürger und Vater von sechs Kindern, in seinem Auto von einem Hamas-Terroristen in Judäa und Samaria ermordet. Mit seinem letzten Atemzug sagte er seinem Sohn, er solle weglaufen. Hamas-Terroristen verüben fast täglich Anschläge gegen Juden. Sie haben unzählige israelische Zivilisten in Judäa und Samaria ermordet. « Unwissenheit sei keine Entschuldigung dafür, die Erinnerung an sie auszulöschen », sagte Netanjahu in Richtung des französischen Präsidenten.
