Im neuen Lexikon-Beitrag erläutern wir, wie eine fatale Fehlentscheidung Arafats zur Vertreibung Hunderttausender Palästinenser aus Kuwait führte.
Im August 1990 besetzten irakische Truppen Kuwait. Weltweit war die Empörung über die irakische Aggression riesig, der UN-Sicherheitsrat legitimierte schließlich den Einsatz »alle erforderlichen Mittel« zur Befreiung des Emirats. Zu den wenigen Unterstützern Saddam Husseins gehörte PLO-Chef Jassir Arafat, der sich ungefragt zum Vermittler aufschwang, in einem irakischen Staats-Flugzeug durch die Region jettete und versuchte, eine friedliche Lösung zu erwirken, die den Irak für seine militärische Aggression belohnt hätte.
Selbst in der PLO war Arafats Parteinahme für Saddam Hussein umstritten, ahnte einige doch, was für fürchterliche Konsequenzen sie für die zwischen 400.000 und 450.000 Palästinenser zu zeitigen drohte, die bis dahin in Kuwait gelebt und gearbeitet hatten. Arafat blieb davon unbeeindruckt, ließ sich in Bagdad Arm in Arm mit Saddam Hussein fotografieren und erklärte in der irakischen Hauptstadt:
»Irak und Palästina verkörpern einen gemeinsamen Willen. Wir werden Seite an Seite stehen, und nach der großen Schlacht werden wir, wenn es Gottes Wille ist, gemeinsam in Jerusalem beten.«
Nach der Befreiung Kuwaits durch eine von den USA angeführten Militärallianz, an der sich auch acht arabische Staaten beteiligten, brach eine Welle der Diskriminierung, der Gewalt, des Mordens und der Vertreibung über die Palästinenser im Emirat herein, binnen weniger Monate waren von den über 400.000 nur mehr zwischen 10.000 und 20.000 übriggeblieben.
Lesen Sie hier den vollstandigen Lexikon-Beitrag: Die Vertreibung der Palästinenser aus Kuwait (1990).
