



































In dieser Ausgabe:
I. Allgemeiner Überblick
II. Anonymous: Israel soll „aus dem Internet gelöscht werden“
III. profil und der „Friedensengel“ Arafat
Georg Hoffmann-Ostenhof vom profil und das Regime in Teheran sind sich einig: Bei „Argo“, der bei den Oscar-Verleihungen als bester Film des Jahres ausgezeichnet wurde, handelt es sich um „Geschichtsklitterung“ und „Propaganda“, weil er „den Iran des Jahres 1980 als düsteren, totalitären Staat (schildert), in dem an Straßenlaternen Gehenkte baumeln, in dem man fanatische Massen und bösartige Regimevertreter in Aktion sieht und sich Ausländer nur unter Lebensgefahr bewegen können.“ Gegen diese Darstellung erhebt Ostenhof Einspruch, denn er war „im Februar 1981, wenige Wochen nachdem das Geiseldrama ein unblutiges Ende gefunden hat, in Teheran. Mir bot sich ein völlig anderes Bild.“
In dieser Ausgabe:
I. Allgemeiner Überblick
II. Ernüchterung über Ägypten
III. Hearing: Der designierte US-Verteidigungsminister im Kreuzfeuer
In dieser Ausgabe:
I. Allgemeiner Überblick und ein Skandalurteil in der Türkei
II. Wahlen in Israel: Warum lagen die Medien mit ihren Prophezeiungen so gründlich daneben?
III. Noch einmal: Mursis Antisemitismus
Wie schon in der Vorwoche wurde die mediale Berichterstattung über den Nahen Osten wieder von zwei Themen dominiert: der innenpolitischen Krise in Ägypten und dem israelisch-palästinensischen Konflikt. Interessant ist wie so oft, worüber hierzulande nicht berichtet wurde: beispielsweise über Folterkammern der ägyptischen Muslimbrüder, in denen oppositionelle Demonstranten misshandelt wurden.
Die Nahostberichterstattung österreichischer Medien wurde in der vergangenen Woche von zwei Themen dominiert. Einerseits setzte sich in Ägypten die schwere politische Krise fort, die durch Präsident Mursis Versuch ausgelöst wurde, sich sämtlicher Beschränkungen seiner Autorität zu entledigen und eine neue Verfassung durchzudrücken, die von den nicht-islamistischen Kräften des Landes vehement abgelehnt wird. Andererseits galt die mediale Aufmerksamkeit der Entscheidung der Vollversammlung der Vereinten Nationen, „Palästina“ als Beobachterstaat zu akzeptieren.
„Die Stärke der Islamisten“, so war im profil zu lesen, nachdem die islamistische Ennahda-Partei die ersten tunesischen Wahlen nach dem Sturz von Diktator Ben Ali gewonnen hatte, „muss nicht Anlass zur Sorge geben“, sondern zeige vielmehr, „dass die tunesische Demokratisierung voranschreitet.“ Alles in allem seien die tunesischen Islamisten „beeindruckend demokratisch“. (profil 43/2011) Die ägyptischen Muslimbrüder, eine Organisation mit im wahrsten Sinne des Wortes totalitärem Anspruch, würden in Ägypten für „funktionierende demokratische Institutionen“ eintreten und agierten „clever, staatsmännisch und modern“. (profil 4/2012) Deshalb würde auch die Wahl eines Muslimbruders zum ägyptischen Präsidenten „keineswegs den Weg in die Theokratie“ bedeuten. Man müsse eben einsehen, dass „in der arabischen Welt kein Weg zur Demokratisierung am politischen Islam vorbeiführt.“ (profil 27/2012) Nach fast zwei Jahren voll des Lobes für politisierte Religion verwundert es umso mehr, im dieswöchigen profil die kämpferische Forderung zu lesen: „Weg mit der Religion aus der Politik!“ Wie es zu dieser Kehrtwende kommen konnte? Ganz einfach: Diesmal ging es ausnahmsweise nicht um Islamisten, die in einem weiteren arabischen Land die Macht ergreifen, sondern um ein Buch, in dem, offenbar ganz nach dem Geschmack des profil, eine „desaströse Bilanz“ über Israel gezogen wird. Ob den profil-Journalisten überhaupt auffällt, auf welch absurde Art und Weise sie sich doppelter Standards bedienen, wenn sie den Vormarsch totalitärer islamistischer Gruppen als Fortschritt der Demokratie feiern, während sie gleichzeitig am einzigen, trotz aller widrigen Umstände unerschütterlich demokratischen Staat der Region eine angeblich „desaströse“ Mischung von Politik und Religion beklagen?
In einem Interview in der Ö1-Sendung „Leporello“ (9. Okt. 2012) betont Ari Rath, in der profil-Überschrift „Israel ist eine große Enttäuschung“ (profil 38/2012) verkürzt wiedergegeben worden zu sein. Nicht „das Land, der Staat, den ich selbst mit aufgebaut habe“, sondern nur das „heutige Israel“ habe er gemeint. Wie schon im profil-Gespräch, beklagt er sich über einen „rechtsradikalen Außenminister“ und verweist auf „die ganze Politik, die rassistisch ist.“ Worin dieser „Rassismus“ der israelischen Politik bestehe, das führte Rath nicht aus, vermutlich wurde er auch gar nicht danach gefragt.
Georg Hoffmann-Ostenhof hat auf die von MENA gestern gestellte Frage geantwortet, ob die profil-Überschrift "Israel ist eine Enttäuschung" (profil 38/2012) wirklich eine "Fälschung" sei, wie der interviewte Ari Rath behauptet. In einem Mail schreibt Ostenhof, es tue ihm leid, "Ari Rath widersprechen zu müssen. Aber er hat im Interview genau das gesagt. Er hat darüber hinaus den Text autorisiert. Und auch an der Tatsache, dass wir dieses Zitat als Überschrift nahmen, nichts ausgesetzt."
Sehr geehrter Herr Rainer,
sehr geehrte Damen und Herren!
Georg Hoffmann-Ostenhof und Tessa Szyszkowitz haben vor Kurzem Ari Rath interviewt (profil 38/2012) und ich habe das Gespräch mit großem Interesse gelesen. Montag den 1. Oktober habe ich Herrn Rath auf die Überschrift - „Israel ist eine große Enttäuschung“ - angesprochen und er hat mir und einigen Umstehenden gegenüber dezidiert behauptet, dass dieses Zitat eine "Fälschung" ist und er diese Aussage nie getroffen hat. Mich würde interessieren, ob seine Behauptung unrichtig ist oder ob tatsächlich eine Manipulation vorgenommen wurde.
Mit freundlichen Grüßen,
Erwin Javor