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Anlässlich der Debatte um die umstrittenen Israel-Aussagen von Verteidigungsminister Darabos ging die ORF-Sendung „Report“ gestern der Frage nach, warum es so heikel sei, israelische Politik zu kritisieren, und bat „vier Experten um ihre Analyse“. Zu Wort kam dabei auch Standard-Kolumnist Hans Rauscher: „So zu formulieren, dass man nicht missverstanden wird, ist schwer. Zumal, und damit sind wir jetzt auch bei einem Punkt, die jetzige Regierung in Israel sehr gerne missversteht, und antwortet fast immer mit dem Rundumschlag: ‚anti-israelisch‘, ‚anti-zionistisch‘, ‚antisemitisch‘. Das macht es so schwer.“ Dumm nur für Rauschers „Argument“, dass die israelische Regierung, die das sonst "fast immer" tut, im aktuellen Fall die Aussagen von Darabos öffentlich überhaupt nicht kommentiert, daher auch keinen „Rundumschlag“ gegen den Verteidigungsminister unternommen und ihn erst recht nicht des Antisemitismus bezichtigt hat.
Nach zwei Wochen, in denen der Nahe Osten in der Berichterstattung österreichischer Tageszeitungen eine eher bescheidene Rolle gespielt hat, sorgten drei Themen dafür, dass er in den vergangenen sieben Tagen in den Medien prominent vertreten war: die Präsidentschaftswahlen in Ägypten, die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm in Bagdad sowie die Fortsetzung der Debatte über die umstrittenen Äußerungen von Verteidigungsminister Darabos über Israel.
Die Nahostberichterstattung österreichischer Zeitungen stand in der vergangenen Woche weiter im Zeichen der Debatte über den Text „Was gesagt werden muss“, in dem der deutsche Literaturnobelpreisträger Günter Grass Israel scharf angriff, vor einem israelischen „Erstschlag“ warnte, der das iranische Volk „auslöschen“ könnte, und den jüdischen Staat der Gefährdung des Weltfriedens bezichtigte.
Letzten Mittwoch veröffentlichte die Süddeutsche Zeitung ein Gedicht des deutschen Literaturnobelpreisträgers Günter Grass mit dem Titel „Was gesagt werden muss“, in dem er Israel scharf attackierte und als Gefährdung des Weltfriedens bezeichnete. Die dadurch ausgelöste und mit einem Tag Verspätung auch in Österreich ausgebrochene Debatte war das beherrschende Thema der Nahostberichterstattung der vergangenen Woche. Sie steht deshalb auch im Zentrum des MENA-Wochenberichts.
Sehr geehrter Herr Rauscher,
in Ihren Artikel „Wie Bruno Kreisky die PLO salonfähig machte“ im Standard vom 24.2.2012 haben sich leider einige Fehler eingeschlichen. Sie schreiben, Österreich habe „die erste Bekanntschaft mit dem PLO-Terrorismus“ bei der Geiselnahme in Marchegg im September 1973 gemacht. Das ist gleich in mehrfacher Hinsicht nicht zutreffend.